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Markkleeberg "Was der Verein versprochen hat, das hat er auch gehalten"
Region Markkleeberg "Was der Verein versprochen hat, das hat er auch gehalten"
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14:24 19.05.2015

Bürgermeister, Vereine, Nachbarn - alle wollten wissen, wie sich das Experiment Strafvollzug in freien Formen seit dem Start im September 2011 entwickelt hat.

"Ich denke, Störmthal wird eine wichtige und nach den anfänglichen Schwierigkeiten mit der Bürgerinitiative auch gelungene Zwischenlösung gewesen sein", erklärte Krehl. In knapp drei Jahren seien 15 Jugendliche betreut worden. Sieben konnten erfolgreich entlassen werden, drei hätten sich freiwillig für die Rückkehr in die Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen entschieden. Einer wurde zurückgeschickt, weil er mit den strengen Hausregeln nicht klar kam. "Unsere Arbeit basiert auf einer positiven Gruppenkultur. Wenn einer dauerhaft nicht mitmachen will, ist das die letzte Konsequenz", betonte Krehl.

Entscheidend für das gute nachbarschaftliche Verhältnis in Störmthal sei die Erkenntnis, dass die Seehaus-Bewohner keine Probleme geschaffen, sondern für den Ort etwas geleistet hätten. So haben die "schweren Jungs" unter anderem zehn Holzbänke für den Störmthaler See, ein Katzen- und ein Schwanenhaus für die Gemeinde gebaut, den Sandkasten der Störmthaler Kita überholt, bei der Friedhofspflege geholfen und die Bushaltestelle in Dreiskau-Muckern neu gestaltet. "Wir helfen gern und die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat haben uns von Anfang an dabei unterstützt", sagte Krehl.

"Was der Verein versprochen hat, das hat er auch gehalten", zog Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch am Samstag ein positives Fazit. Sie freue sich, dass im Rahmen der Wiedergutmachung eine ganze Menge für Großpösna passiert sei und die Jugendlichen über den Fußball und den Lauftreff in Vereine integriert werden konnten. Sie wünsche sich jetzt, dass das Seehaus seine Arbeit am neuen Standort erfolgreich fortsetzen kann.

"Wenn alles gut geht, feiern wir nächstes Jahr um diese Zeit die Einweihung unserer Häuser am Nordufer des Hainer Sees", kündigte Krehl an. Schon im August soll Grundsteinlegung sein. Der Plan ist sportlich, noch läuft beim Zweckverband Witznitzer Seen das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren. Wie der Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen berichtete, hat die Landesdirektion aber inzwischen das Zielabweichungsverfahren genehmigt. Abwägung und Satzungsbeschluss stünden am 4. August bei der nächsten Verbandssitzung auf der Tagesordnung.

Wie die neuen Häuser aussehen werden, in denen dann endlich auch eine zweite Wohngruppe Platz findet, konnten sich die Gäste am Modell anschauen. Gebaut wurde es von Danny, Thomas, Julien und Sven, den vier Männern zwischen 18 und 23 Jahren, die derzeit im Seehaus ihre Haftstrafen verbüßen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2014
Ulrike Witt

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