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Markkleeberg Wasserspaß, Sport und Abgeschiedenheit am Cospudener See
Region Markkleeberg Wasserspaß, Sport und Abgeschiedenheit am Cospudener See
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17:22 12.07.2010
Vielfalt, die begeistert und Massen anzieht: Am Cospudener See, der nun sein Zehnjähriges feiert, lässt es sich gut sonnen, baden, segeln und Boot fahren. Am Oststrand tragen die meisten Badebekleidung, doch einige der Besucher sind nackt. Quelle: André Kempner
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Ein Sonnenhut ist das einzige Stück Stoff, das Günther Mittag am Leib trägt. „Das ist doch ganz normal“, sagt der 53-Jährige, während er am Oststrand auf Höhe des Golfplatzes im Sand liegt. „Ich dusche doch auch nackt, warum sollte ich mir also zum Baden etwas anziehen?“ Abfällige Blicke habe er noch nicht bemerkt, und auch sonst fühlt er sich durch die Angezogenen nicht gestört. „Ich achte aber immer darauf, nicht der einzige Nackte in meinem Umkreis zu sein“, sagt Mittag.

FKK-Schilder sind hier weit und breit nicht zu sehen, verboten ist das Nackedei-Baden genauso wenig. Leben und leben lassen heißt die Devise. Das tut auch der in knielange Badeshorts bekleidete Felix Gerlach. „Ich persönlich habe nichts gegen die FKK-Bader, ich finde sie eher lustig“, sagt der 22-jährige Musikstudent.

Wer Abwechslung vom nackten oder bedeckten Sonnen braucht, für den gibt es neue Spaßboote am Pier 1. „Ganz frisch eingetroffen sind die Floße“, sagt Christine Stephani von der Information am Pier 1. Aber keine Angst: Die Geräte sind weniger archaisch, als der Name es vermuten lässt: Mit Außenborder, überdachter Kabine und gepolsterten Sitzen sind sie sogar ziemlich bequem. Bis zu acht Personen passen drauf, sie kosten 39 Euro pro Stunde. Zu haben sind sie bei Fahrrad Becker, am Steg gegenüber der Information, oder unter www.robinson-floss.de. Schon seit einigen Saisons gibt es die Grinseln – Grill auf der Insel –, runde Motorboote mit Tisch und Rost in der Mitte für bis zu zehn Fahrer. „Jetzt haben sie sich langsam unter den Besuchern etabliert“, so Stephani. Die Grinseln kosten 6,90 Euro pro Person und Stunde. Buchen kann man sie unter der 0157 73789779.

Weniger neu, aber um so beschaulicher sind die Tretmobile, die man ebenfalls bei Fahrrad Becker bekommt. „Die sind schon hier, seit der See da ist“, bringt es Inhaber Dietmar Becker lakonisch auf den Punkt. Einer der überdachten Fahrrad-Wagen kostet in Zwei-Personen-Größe – gibt’s auch für drei oder vier – pro Stunde sechs Euro. Und wer jetzt denkt, gemütlicher geht es nicht mehr, liegt falsch: Gar nicht bewegen muss man sich auf einer Dampferfahrt mit der MS Neuseenland. Das Schiff kann durch Gruppen von bis zu 50 Gästen gechartert werden. 180 Euro kostet die erste Stunde, 90 jede weitere.

Rasanter geht es mit den Geräten zu, die die nahe gelegene Kiteschule verleiht. Doch der Spaß hat seinen Preis: Ein Drei-Stunden-Schnupperkurs für das technisch wie muskulär herausfordernde Surfgerät, das seinen Antrieb aus dem dazugehörigen Drachen nimmt, kostet 70 Euro.

Wem das alles zu kompliziert und zu teuer ist, dem sei der gute alte Dauerlauf ans Herz gelegt: Dafür braucht es zunächst mal nicht mehr als ein Paar guter Schuhe und einen gesunden Körper. Einsteiger sollten für die 10,4 Kilometer Asphaltweg um den See 80 bis 90 Minuten einplanen – eine Faustregel ist, so langsam zu laufen, dass man genug Puste hat, um sich problemlos zu unterhalten. Auch der Wechsel zwischen Lauf- und Gehphasen ist für Anfänger empfehlenswert. Fortgeschrittene schaffen die Umrundung in einer Stunde oder schneller. Gute Zeiten sind an heißen Tagen die Morgen- und Abendstunden.

Gelenkschonender als zu Fuß ist die Seeumrundung per Fahrrad. Einsteiger sollten für die Umrundung etwa 40 Minuten einplanen, routinierte Fahrer schaffen es in der Hälfte der Zeit. Und wer möchte, kann seine Tour am Südende des Sees unterbrechen, um den 35 Meter hohen Aussichtsturm Bistumshöhe zu besteigen.

Wer genug Nacktbader gesehen, genug im Boot gegrillt, genug Dampferfahrten gemacht und genug Sport getrieben hat, der braucht nur vom Pier 1 die Uferpromenade in Richtung Süden zu gehen. Denn dort sind einige beschauliche Buchten, an denen man sich zwischen See und Schilf in den Sand legen und Inliner, Fahrradfahrer, Segler, überhaupt die ganze Welt an sich vorbeiziehen lassen kann.

Florian Bamberg

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