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Markkleeberg Wegen Holzklau im Oberholz: Förster kündigen mehr Präsenz an
Region Markkleeberg Wegen Holzklau im Oberholz: Förster kündigen mehr Präsenz an
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00:37 30.05.2015
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Revierleiter Christoph Seifert kennt das Prozedere mit der Polizei inzwischen. Anzeigen erstellen gehört zu den leidigen Nebenpflichten des Försters. Allein dreimal war es wegen des Zauns der Neuaufforstung. Zwischen dem 9. und 11. Januar waren 130 Meter gestohlen worden; zwischen dem 27. Februar und dem 1. März waren es 60 Meter; und zwischen dem 13. und 15. März 110 Meter. Der Materialwert sei mit 2000 Euro zwar ärgerlich, aber noch nicht das größte Problem, sagt Andreas Padberg vom Forstbezirk Leipzig. Der Zaun schütze die jungen Bäume vor Wildverbiss. Ohne Zaun gebe es keinen Schutz und ohne diesen seien die Bäume in akuter Gefahr, drohe die ganze Aufforstung zerstört zu werden, warnt er.

Anhängerweise verschwindet auch wertvolles Holz aus dem Wald. Seifert hat auch hier eine Auflistung der jüngsten Delikte parat. Im Januar seien es drei Stapel Kiefern- und Fichtenholz von zusammen gut 25 Raummetern gewesen, Ende Februar zwei Stapel derselben Art mit zusammen dreieinhalb Raummetern, Ende März wieder zwei Stapel mit knapp viereinhalb Raummetern und am 6. Mai entdeckte er zwei fehlende Raummeter Kiefernholz von einem Stapel Stämmen, die bereits verkauft waren. "Wir hatten insgesamt fünf Vorfälle an acht Stapeln mit zusammen gut 35 Raummetern", fasst Padberg verärgert zusammen. Dabei sei nicht nur der Freistaat als Waldbesitzer geschädigt worden. Auch private Holzkunden, die ihre Ware noch nicht abholen konnten, seien betroffen.

Anderere schleppen unerlaubt etwas hinein. Die illegale Müllentsorgung im Wald nehme zu. Anhängerweise finde sich inzwischen Bauschutt im Wald. Gelbe Säcke, Hausmüll - alles werde im Oberholz einfach abgekippt. Und Gartenabfälle gehörten ebensowenig in den Wald, sagt Padberg und erinnert an die so genannten Neophyten wie den giftigen Riesen-Bärenklau, der vermutlich so ins Oberholz gelangt sei.

Wie berichtet, verursacht ein Hautkontakt mit der Pflanze schmerzhafte Verbrennungserscheinungen, die nur langsam abheilen. Im Oberholz versuchen die Förster seit Jahren mit hohem personellen Aufwand, die Fremdpflanze wieder auszurotten.

Als Konsequenz all der Ereignisse kündigt Forstbezirkschef Padberg jetzt eine verstärkte Präsenz im Wald an. Mit der Polizei sei darüber gesprochen worden, aber auch die Jäger und Forstbediensteten selber seien um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten worden, sagt der Großpösnaer, der auch selbst häufiger eine Runde durchs Oberholz dreht, um nach dem Rechten zu sehen. Selbst angrenzenden Jagdpächtern sei jetzt demonstrativ die Durchfahrt durchs Oberholz erlaubt worden, um mehr wachsame Augen im Wald zu haben, sagt er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2015
Jörg ter Vehn

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