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Wegen der Grünen Keiljungfer: Bau an der Pleiße ruht bis August

Wegen der Grünen Keiljungfer: Bau an der Pleiße ruht bis August

Die Grüne Keiljungfer wird immer wichtiger: Wegen der geschützten Libellenart ruhen derzeit auf der Pleiße zwischen Markkleeberg und Leipzig die Arbeiten zur Sohlebegradigung und Störstellenbeseitigung.

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Nur ein kurzes Intermezzo gab der Schwimmbagger im Dezember auf der Pleiße.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg/Leipzig. Und sie werden weiter ruhen, mindestens bis zur Bausaison im nächsten August, teilte der Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig als Bauherr jetzt mit.

Am 8. Dezember wurde die Baustelle eingerichtet, zwei Tage später kam der futuristische Schwimmbagger - entschlossen schritt der Verband im Vorjahr zur Tat. Kein Wunder: Einen Tag später, und die fünf Jahre gültige Baugenehmigung für die Arbeiten wäre verfallen.

Wegen der Hinweise des Ökolöwen Leipzig auf die geschützte Libellenart und entsprechenden Klagedrohungen ruhten jedoch schon kurze Zeit darauf wieder die Arbeiten. Längst ist auch der Schwimmbagger abgezogen. Der Verband gelobte um den Jahreswechsel, noch fehlende Daten zur Libellenart der Landesdirektion zuzuarbeiten, rechnete noch letzte Woche mit einer Genehmigung zum Weiterarbeiten.

Daraus wird nun nichts. Die Landesdirektion Sachsen teilte gestern mit, keine neue Genehmigung oder ähnliches zur Störstellenbeseitigung erteilt zu haben. Und der Verband überraschte gestern Nachmittag mit der Aussage, die Bautätigkeit bis mindestens Anfang August unterbrechen zu wollen.

Hintergrund sind die zu klärenden naturschutzrelevanten Fragen zum Vorkommen der Libellenart. Zum Zeitpunkt der Genehmigung des Bauvorhabens 2009 hätten diese noch keine Relevanz besessen. Aufgrund der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes und des inzwischen veränderten Zustandes der Pleiße hätte diese Fragen nun einer eingehenden Prüfung bedurft, teilte der Verband mit. Die Bauphase sei aus Naturschutzgründen wegen Brutsaison und Amphibienlaichzeit aber ohnehin auf den Zeitraum von Anfang August bis Ende Februar beschränkt, da hätten selbst kleine zeitliche Verzögerungen eine große Wirkung, argumentierte der Verband. Daher werde jetzt eingeschätzt, "dass das verbleibende Zeitfenster bis Ende Februar nicht mehr ausreichend ist, um den ersten Bauabschnitt der Störstellenbeseitigung vollständig abschließen zu können", hieß es.

Das Vorkommen der seltenen Libelle war von einem Fachgutachter für den ersten Bauabschnitt bereits festgestellt worden - es gab dort keine Anzeichen der Tierchen, erfuhr die LVZ. Für den zweiten und dritten Abschnitt, den Flussteil zwischen Eisenbahnbrücke und Agra-Wehr, stand die Ermittlung noch aus. Die Prüfung sollte in diesem Jahr während der Vegetationsphase sein.

Dafür bleibe nun ausreichend Zeit, hieß es gestern. Dadurch ergebe sich auch die Möglichkeit, das Vorkommen der geschützten Tierart im gesamten Bereich der Baumaßnahme neu zu bewerten. Danach solle das Vorhaben in Gänze fortgeführt werden, so der Verband.

Mit der Maßnahme sollen drei Flachstellen vertieft, die Sohle begradigt und damit der Fluss für Paddler und gewässerangepasste Motorboote besser nutzbar gemacht werden. Gegen Letzteres laufen Naturschützer Sturm. Leipzig und Markkleeberg erhoffen sich jedoch eine Entlastung des kritischen Kurses durch den Floßgraben zum Cospudener See.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015
Jörg ter Vehn

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