Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Wein gedeiht am Störmthaler See - aber rechtliche Lage kompliziert
Region Markkleeberg Wein gedeiht am Störmthaler See - aber rechtliche Lage kompliziert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:39 07.08.2015
Eine Augenweide für Besucher ist der Weinberg am Störmthaler See. Der Landesregierung ist er aber ein Dorn im Auge. Ab 2016 gilt neues EU-Recht. Quelle: André Kempner
Anzeige

Aber immerhin darf jeder Bürger ab dem nächsten Jahr tausend Quadratmeter Wein selber anbauen.

Am Geiseltalsee bei Mücheln, am Tagebau Welzow (Landkreis Spree-Neiße) - Weinbau findet inzwischen gern auch in ehemaligen Tagebauen statt, zumindest in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In Sachsen sträubte sich die Landesregierung bislang, außerhalb der klassischen Weinbaugebiete Meißen und Dresden auch nur Versuchsfelder zu erlauben. So musste der Rittergutsverein in Taucha schon Reben am Schloss roden, die dem Freistaat ein Dorn im Auge waren - obwohl der Weinbau am Schloss Taucha historisch belegt ist. Und auch die Gemeinde Großpösna bekam den Zorn der Elbe-Weinfraktion zu spüren, als sie ein wenig forsch unterhalb von Störmthal ein "Versuchsfeld" am neuen Tagebausee anlegte. Ein Teil musste schließlich untergepflügt werden, den Rest übernahm ein eilends gegründeter Weinbauverein, der ebenso Ärger mit der Dresdner Auslegung der Gesetze bekam.

Brüssel hat aber vor wenigen Wochen die alten Regelungen deutlich entschärft. Ab 2016 werde etwa die Mengenkontingentierung beim Weinbau herausgenommen, erklärt der auf Verwaltungsrecht spezialisierte Leipziger Anwalt Klaus Füßer. Mitgliedstaaten wie Deutschland könnten zwar Sonderregelungen erlassen, müssten aber eine maßvolle Flächenerweiterung trotzdem zulassen, erläutert er die Änderungen. Für Störmthal interessant sei die Neuerung beim Hobbyweinbau, erklärt er. Statt auf 99 Quadratmetern wie bislang dürfe jeder Hobbywinzer künftig auf bis zu tausend Quadratmetern anbauen. Allerdings könnten die Länder noch Regeln für den Hobbyweinbau in kollektiven Organisationsformen wie etwa Vereinen erlassen. Dennoch sei mit den neuen Regelungen der Weg frei, gerade in guten Lagen hobbymäßig Wein anzubauen. Tausend Quadratmeter ergäben immerhin rund 200 Flaschen jährlich, schätzt er.

Für Thomas Neuhaus vom Störmthaler Wein e.V. ist die neue Situation rechtlich noch unklar. "Es gibt mehr Fragen als Antworten", sagt Neuhaus, selber ein Anwalt. Aktuell sei der Verein mit seinen gut 40 Mitgliedern seit etwa einem Jahr im Berufungsverfahren. Kritisiert werde, dass im Verein die 33 einzeln erlaubten Parzellen eben nebeneinander liegen. Ob dieser Anbau noch dem Prinzip des Hobbyweinbaus entspreche, werde bezweifelt.

Der Verein probiere auf seiner gepachteten Fläche neue, schädlingsresistente Rebsorten wie etwa Solaris aus. Der diesjährige Wein gebe Anlass zur Hoffnung, meint Neuhaus optimistisch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.08.2015
Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Leipzig/Zwenkau/Markkleeberg. Unverändert gesperrt bleibt der südliche Rundweg um den Cospudener See an der Baustelle des Harthkanals. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) geht inzwischen davon aus, dass die Vollsperrung "bis zum Herbst" dauert.

01.08.2015

Das Regionalmuseum im Torhaus Markkleeberg soll in den nächsten Jahren sukzessive umgestaltet werden. Vorrangiges Ziel des Torhausvereins unter Präsident Wolfgang Gerlach ist es, die Rolle der Österreicher während der Völkerschlacht im Oktober 1813 stärker zu beleuchten.

04.08.2015

Sind hier Ufos gelandet oder haben Gewitter und die Sommerstürme der vergangenen Tage etwa ganze Arbeit geleistet? Fragen, die sich Neugierige derzeit zwischen Zwenkau und Großdalzig beim Blick auf platte Stellen rund um die Strommasten stellen.

02.08.2015
Anzeige