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Wein gedeiht am Störmthaler See - aber rechtliche Lage kompliziert

Wein gedeiht am Störmthaler See - aber rechtliche Lage kompliziert

Großpösna. Auf EU-Ebene wird der Weinanbau künftig weniger stark reglementiert. Ob das auch dem Weinbauverein Störmthal mit seinen gut 30 Parzellen à 99 Quadratmeter Wein hilft, ist noch unklar.

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Eine Augenweide für Besucher ist der Weinberg am Störmthaler See. Der Landesregierung ist er aber ein Dorn im Auge. Ab 2016 gilt neues EU-Recht.

Quelle: André Kempner

Aber immerhin darf jeder Bürger ab dem nächsten Jahr tausend Quadratmeter Wein selber anbauen.

Am Geiseltalsee bei Mücheln, am Tagebau Welzow (Landkreis Spree-Neiße) - Weinbau findet inzwischen gern auch in ehemaligen Tagebauen statt, zumindest in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In Sachsen sträubte sich die Landesregierung bislang, außerhalb der klassischen Weinbaugebiete Meißen und Dresden auch nur Versuchsfelder zu erlauben. So musste der Rittergutsverein in Taucha schon Reben am Schloss roden, die dem Freistaat ein Dorn im Auge waren - obwohl der Weinbau am Schloss Taucha historisch belegt ist. Und auch die Gemeinde Großpösna bekam den Zorn der Elbe-Weinfraktion zu spüren, als sie ein wenig forsch unterhalb von Störmthal ein "Versuchsfeld" am neuen Tagebausee anlegte. Ein Teil musste schließlich untergepflügt werden, den Rest übernahm ein eilends gegründeter Weinbauverein, der ebenso Ärger mit der Dresdner Auslegung der Gesetze bekam.

Brüssel hat aber vor wenigen Wochen die alten Regelungen deutlich entschärft. Ab 2016 werde etwa die Mengenkontingentierung beim Weinbau herausgenommen, erklärt der auf Verwaltungsrecht spezialisierte Leipziger Anwalt Klaus Füßer. Mitgliedstaaten wie Deutschland könnten zwar Sonderregelungen erlassen, müssten aber eine maßvolle Flächenerweiterung trotzdem zulassen, erläutert er die Änderungen. Für Störmthal interessant sei die Neuerung beim Hobbyweinbau, erklärt er. Statt auf 99 Quadratmetern wie bislang dürfe jeder Hobbywinzer künftig auf bis zu tausend Quadratmetern anbauen. Allerdings könnten die Länder noch Regeln für den Hobbyweinbau in kollektiven Organisationsformen wie etwa Vereinen erlassen. Dennoch sei mit den neuen Regelungen der Weg frei, gerade in guten Lagen hobbymäßig Wein anzubauen. Tausend Quadratmeter ergäben immerhin rund 200 Flaschen jährlich, schätzt er.

Für Thomas Neuhaus vom Störmthaler Wein e.V. ist die neue Situation rechtlich noch unklar. "Es gibt mehr Fragen als Antworten", sagt Neuhaus, selber ein Anwalt. Aktuell sei der Verein mit seinen gut 40 Mitgliedern seit etwa einem Jahr im Berufungsverfahren. Kritisiert werde, dass im Verein die 33 einzeln erlaubten Parzellen eben nebeneinander liegen. Ob dieser Anbau noch dem Prinzip des Hobbyweinbaus entspreche, werde bezweifelt.

Der Verein probiere auf seiner gepachteten Fläche neue, schädlingsresistente Rebsorten wie etwa Solaris aus. Der diesjährige Wein gebe Anlass zur Hoffnung, meint Neuhaus optimistisch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.08.2015
Jörg ter Vehn

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