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Markkleeberg "Wer Siedlungen baut, muss auch Straßen bauen"
Region Markkleeberg "Wer Siedlungen baut, muss auch Straßen bauen"
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14:04 19.05.2015

Mehr oder weniger Routine. Aber es kam anders. Anwohner der Käthe-Kollwitz-Straße machten ihrem Unmut Luft.

"Wer Siedlungen baut, muss auch Straßen bauen", stand auf dem Transparent, das Werner Kaiser mitgebracht hatte. Seit 2001 kämpft er schon mit der Stadt, fordert eine Entlastung der Käthe-Kollwitz-Straße durch die Verlängerung der Freiburger Allee vom Kreisverkehr bis zur Städtelner Straße. Die Käthe-Kollwitz-Straße sei seit den Neunzigern zur Erschließungsstraße für den hinteren Eulenberg geworden. Und die nächsten Wohngebiete - östlich der Hermann-Müller-Straße und am Caritas Kinderdorf - schießen wie Pilze aus dem Boden. Kaiser und seine Nachbarn haben die Nase voll. "Wir fühlen uns vergewaltigt. Wir sollen den Lärm ertragen, die Gefahren hinnehmen und 2016 auch noch den grundhaften Ausbau zahlen."

Als Reckling auf die Frage, wann denn die Verlängerung der Freiburger Allee beziehungsweise der Zarnester Straße zur Städtelner Straße geplant sei, erklärte, dass dies derzeit nicht vorgesehen und wenn, dann nur mit den Flächeneigentümern möglich ist, platzte vielen der Kragen. Die Stadt habe geschlafen, warfen sie Hartig und Reckling vor. "Wenn so große Wohngebiete gebaut werden, muss es doch ein Verkehrskonzept geben", sagte Günter Pyschik.

Hartigs Versuch, die aufgeheizte Stimmung mit der 2014 durchgeführten , laut seiner Aussage aber unauffälligen Verkehrszählung abzukühlen, schlug fehl. "Wir lassen uns nicht mehr vertrösten. Der Oberbürgermeister hat uns im November versprochen, dass er sich bis Ende Februar bei uns meldet. Passiert ist nichts", so Kaiser. Olaf Berg wollte den Namen des Eigentümers der ehemaligen Deponie bei Marktkauf wissen, um selbst aktiv werden zu können - was Hartig mit Verweis auf den Datenschutz ablehnte. Ein anderer fragte, ob es für die südliche Verlängerung über Kirchenland schon Gespräche gebe, was ebenfalls verneint wurde. "Sagen Sie uns wenigstens, ob es für die Verlängerungen noch Optionen gibt?", hakte Berg nach, "wir brauchen einen Lichtblick."

Reckling bestätigte die Optionen. "Es hat sich am rechtskräftigen B-Plan von 2010 nichts geändert. Aber wir haben heute keine Lösung für Sie. Wir werden das Thema noch einmal an den Oberbürgermeister herantragen", versicherte sie. Indes, die Anwohner der Käthe-Kollwitz-Straße ließen sich nicht besänftigen. Ihr Fazit: "Wir werden weiter hingehalten." Sie forderten eine öffentliche Runde mit OBM Karsten Schütze (SPD) und eine zeitnahe Lösung.

Die könnte es überraschend auch geben. Wie Schütze gestern erklärte, soll noch dieses Jahr ein Verkehrskonzept für den Eulenberg und das neue Wohngebiet am Caritas Kinderdorf erstellt werden. "In dem Zusammenhang werden wir uns intensiv mit der Anbindung der Zarnester an die Städtelner Straße befassen", versprach er. Vom Ergebnis werde auch abhängig gemacht, ob die Käthe-Kollwitz-Straße überhaupt ausgebaut wird. "Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden", so Schütze.

Übrigens: Die erste Änderung des B-Plans Hermann-Müller-Straße, das eigentliche Thema des Abends, beinhaltet drei Punkte. Ein schmaler, 40 Zentimeter bis 1,20 Meter breiter Grünstreifen neben dem Fußweg soll den neuen Grundstücken zugeschlagen, nördlich bei Marktkauf ein Entwässerungsbauwerk errichtet und an der Zarnester Straße kleinere Anpassungen zwischen Wohn- und Verkehrsfläche vorgenommen werden. Der Diskussionsbedarf in diesen Punkten war allerdings eher gering.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2015
Ulrike Witt

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