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Markkleeberg „Wer was leistet, gewinnt“
Region Markkleeberg „Wer was leistet, gewinnt“
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17:44 15.01.2010
So wie die Handballer der TSG bleibt auch die Arbeitsgemeinschaft Markkleeberger Sportvereine in Sachen Förderung am Ball. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Die 51-Jährige machte den Anfang. In den kommenden Monaten sollen Anja Jonas (FDP), Oliver Fritzsche (CDU) und Heike Werner (Linke) der Runde ebenfalls Rede und Antwort stehen. „Sport muss zur Pflichtaufgabe werden, dann könnten selbst bei den zu erwartenden 1,2 Milliarden Euro Einsparungen im nächsten sächsischen Doppelhaushalt nicht einfach Streichungen vorgenommen werden“, erklärte Köpping. Zudem plädiere sie für eine Investpauschale, die Städten und Gemeinden Entscheidungsfreiheit lasse: „Schließlich wissen die Leute vor Ort am besten was wo gebraucht wird.“ Bei den Anwesenden, die Köpping fast alle aus ihrer Zeit als Landrätin bestens kennen, stieß sie mit ihren Vorschlägen auf Skepsis.„Pflichtaufgabe wäre eine schöne Sache, aber wir machen uns keine Illusionen mehr“, sagte Jörg Mentzel, Präsident von Kickers 94. Die Vereine müssten in den nächsten Jahren auslöffeln, was die Banker der Wirtschaft eingebrockt hätten. Deutlich spürbar wäre das an den zunehmenden Absagen auf Sponsoringanfragen. Allein Mentzels Fußballer müssen 2010 wahrscheinlich mit 25 000 Euro weniger auskommen. Rainer Leipnitz, erster Vorsitzender des mit 1490 Mitgliedern größten Markkleeberger Vereins, der Turn- und Sportgemeinschaft von 1903 (TSG), meinte gar: „Von den Vorzügen der Pflichtaufgabe Sport haben uns schon viele und aus jeder Partei vorgeschwärmt, nur umsetzen konnte es bislang noch keiner.“Der Haushalt der TSG umfasst jährlich rund 240 000 Euro. 60 Prozent davon stammen aus Eigenmitteln, das heißt Mitgliedsbeiträgen. 40 Prozent müssen über Fördermittel von Land, Kreis und Kommune sowie aus Sponsorengeldern „erwirtschaftet“ werden. „Fallen letztere weg, kommen wir schnell an unsere Grenzen. Gerade weil wir viele Kinder- und Jugendmannschaften im hochrangigen Wettkampfbetrieb haben und der ist sehr teuer geworden“, berichtete Leipnitz. Das reiche von Fahrkosten bis hin zu Trainerkursen. Schon jetzt blieben für Übungsleiter gerade fünf Euro pro Woche. „So schwarz würde ich nicht sehen. Auch wenn viele Kommunen in den nächsten zwei Jahren mit 30 Prozent Einnahmeverlusten rechnen müssen. In Markkleeberg haben Sie doch noch eine komfortable Situation“, so Köpping.Leipnitz trug neben aller Kritik – er stellte unter anderem den Nutzen der 2009 aufgelegten Aktion „Komm-Pass“ zur Förderung des Vereinssports sowie die Einführung des aus seiner Sicht „überflüssigen Ehrenamtspasses“ in Frage – eine Idee vor: „Statt personenbezogener Rabatte sollten Unternehmen einen steuerlichen Anreiz erhalten. Kurz: Wer Sportvereine finanziell unterstützt, Übungsleiter und Schiedsrichter beschäftigt und diese im Rahmen des Möglichen fördert, soll das unterm Strich am Betriebsergebnis merken. „Das Prinzip ist doch ganz einfach: Wer was leistet, gewinnt – wie im Sport“, betonte Leipnitz.„Den Hinweis finde ich gut, den werde ich mit nach Dresden nehmen“, versprach Köpping nicht zuletzt als Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Dennoch wolle sie am Ziel Pflichtaufgabe auch weiterhin festhalten.

Ulrike Witt

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