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Wiedersehen der Hildebrandianer

Wiedersehen der Hildebrandianer

Am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium in Markkleeberg gibt es vermutlich schon seit den 1950-er Jahren eine schöne Tradition. Kurz vor Weihnachten treffen sich ehemalige Schüler und Lehrer zum Winterfest.

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Hildebrandianer unter sich: Eric Präger, Else Buschheuer, Laura Arsiade, Christoph Schmidt, Veranstalter Daniel Richter, Milko Milev, Alexandra Bluhm und Maximilian Barthel (von links) in der Aula.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Am Donnerstagabend war es wieder so weit. Veranstalter Daniel Richter, selbstverständlich auch Hildebrandianer, begrüßte im Auftrag des Fördervereins „Freunde der Rudolf-Hildebrand-Schule“ mehr als 270 Gäste in der Aula.

„Was habe ich die anderen früher beneidet, die waren alle musikalischer als ich“, gestand Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Else Buschheuer. Sie hatte sich mit Christoph Schmidt und Milko Milev verabredet. Alle drei besuchten Anfang der 1980er-Jahre im alten Schulgebäude am Rathausplatz eine Musikspezialklasse. „Abi-Jahrgang 84“, beantwortete Schmidt die entscheidende Frage an diesem Abend. Sein letztes Winterfest liege inzwischen 25 Jahre zurück, erzählte der Musikpädagoge und freie Musiker. Milev ist inzwischen Bariton an der Musikalischen Komödie in Leipzig. In Markkleeberg gibt er nur noch Gastspiele, so vor knapp zwei Jahren als „Papageno“ in der Turnhalle der Grundschule Markkleeberg-West.

„Die Zeit an der Hildebrand-Schule war für mich sehr prägend. Ich kam aus dem Neubaugebiet Mockau, war anders erzogen und komisch angezogen. Hier bin ich Gott sei dank total umgedreht worden“, verriet Buschheuer, die damals noch Sabine Knoll hieß. Gemeinsam erinnerten sich die Mittvierziger an achtstimmige Motetten in der S-Bahn, an ihren Klassenlehrer Günther Dietrich und Ärger wegen der bei Jugendlichen beliebten „Schwerter zu Pflugscharen“-Aufnäher. Buschheuer nutzte aber auch die Gelegenheit, von ihrem neuen Buch „Verrückt bleiben“ zu berichten, das am 20. Februar erscheinen wird.

Sozusagen ganz in Familie kamen Karsten und Katharina Schütze zum Winterfest. Der SPD-Stadtrat legte 1985 sein Abitur an der Rudolf-Hildebrand-Schule (RHS) ab. Sechs Jahre später kehrte er als Biologie- und Chemie-Lehrer zurück. Tochter Katharina machte 2005 ihr Abi und ist seit zwei Monaten als Zahnärztin in einer Praxis in Klein-zschocher tätig. „Ich hoffe, dass diesmal viele aus meinem Jahrgang kommen“, bangte die 25-Jährige.

Ihr Vater war da schon längst mit Patrick Hebenstreit im Gespräch, der in den 1990-er Jahren sein Schüler war. Vor sechs Wochen sind sich die beiden Männer durch Zufall über den Weg gelaufen – im „Patrixx“ in Borna. Das Servicepersonal der neuen „Genuss-Manufaktur“ witterte in Schütze, der nach einer Kreistagssitzung in Anzug und Schlips erschien, einen gefürchteten Restaurantkritiker. Als Inhaber und Chefkoch Patrick deshalb persönlich das Dessert reichen wollte, wurde erst einmal herzlich gelacht.

Während drinnen, wie es sich für die RHS gehört, Live-Musik gespielt wurde, schwatzten vor der Tür Logopädin Christiane Klappstein, Verwaltungsangestellte Saskia Bille und Musikstudentin Anne Röhling. „Das schönste an der Schule und unserer Musikklasse war das große Gemeinschaftsgefühl. Leider wird das mit den Jahren nun immer weniger“, meinte Bille. Am „Lehrertisch“ im Saal saß Peter Neumann, von 1990 bis 2007 Leiter des Hildebrand-Gymnasiums: „Für mich ist das eine gute Möglichkeit, mit Schülern ins Gespräch zu kommen, die ich früher in meinen Kursen hatte und natürlich auch mit ehemaligen Kollegen.“

Mit dem Abend rund herum zufrieden war auch Richter. Für den frisch gebackenen Diplom-Betriebswirt für Eventmanagement und Sportmarketing war das Winterfest im siebten Jahr unter seiner Regie wieder ein gelungenes Heimspiel.

Ulrike Witt

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Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 31,36 km²

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