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„Wikinger waren früher ja auch nicht zimperlich“

„Wikinger waren früher ja auch nicht zimperlich“

Wickie war nicht da, dafür aber traten die starken Männer in Schaukämpfen gegeneinander an. Und auch der schreckliche Sven hatte sich zum Nordstrand des Cospudener Sees aufgemacht, um beim Wikingerfest am Wochenende mitzufeiern.

Markkleeberg. Besonders die Kinder hatten im nachgebauten Kinderwikingerdorf ihren Spaß. Samuel Fleps ließ die Nachwuchswikinger Münzen prägen, Anhänger aus Speckstein basteln und Pfannkuchen wenden. „Denn gute Wikinger müssen kochen können.“ Vor allem aber warb er um Arbeitskräfte. Die Aufgabe: Plünderungen. Voraussetzungen: keine Angst vor tödlichen Gefahren. Arbeitszeit: von morgens bis abends. Der Lohn: die Beute, je mehr, desto besser. Bewerbungen konnten vor Ort abgegeben werden. Beute machten die Besucher aber gleich am Nachbarstand. Dort gab es Bernstein aus dem Steinbruch zu entdecken, der mit Hilfe von Schleifpapier zu strahlend leuchtenden Steinen wurde. „Wer Glück hat, findet auch kleine Tiereinschlüsse“, erklärte Morten Bauer.

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Die Nordmänner und -frauen hatten an diesem Wochenende am Ufer des Cospudener Sees in Markkleeberg ihre Zelte aufgeschlagen. Über 100 Aktive gestalteten das "Wikingerfest" am Nordstrand des Gewässers zu einem Erlebnis für die Besucher. Auf dem Programm des Festes standen Feuershows, Wikinger-Kämpfe, Vorführungen eines Falkners, ein Puppenspiel und vieles mehr.

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Nebenan versuchte Henry Faßmagen mit seinem Kettenhemd ein trockenes Plätzchen zu finden. „Sonst fange ich wieder an zu rosten.“ Mit Regen hatten die Wikinger permanent zu kämpfen, das Festgelände versank im Schlamm, „aber die Wikinger waren früher ja auch nicht zimperlich“, sagte eine Besucherin. Mit Gummistiefeln und matschfesten Hosen war fast jeder ausgerüstet. Das Duo Obscurum hatte sich für alle Fälle eine Luftmatratze mitgebracht – als Schlammsurfbrett. „Und sollte jemand bis zum Hals im Matsch versinken, haben wir auch Schwimmringe dabei“, scherzten Bombastus „Von der Heiden“ und Bernatius „van Troethoven“.

Während dessen traten auf dem Kampfplatz die starken Männer gegeneinander an. Die Hieb- und Stichwaffen, die sie dabei benutzten, hatte Stefan Lösch vorab erklärt – mit Hilfe des mutigen Bruno. Er musste auch ganz schön tapfer sein, denn das Wikingerschwert war fast halb so groß wie er selbst. „Das Schwert war zur Zeit der Wikinger fast unbezahlbar, es hatte eine Klinge, die nicht splitterte und nicht brechen konnte.“ Wegen seines hohen Preises sei es damals ein Statussymbol gewesen. Damit sich auch die weniger begüterten Wikinger eine Waffe leisten konnten, griffen sie zum sächsischen Haumesser. Das war zwar kleiner, aber erschwinglich. „Die Lieblingswaffe war allerdings die Axt“, erläuterte Lösch, der die gleich an Bruno ausprobieren wollte, der sich aber schnell wegduckte. „Nu zappel mal nich so rum, bisher haben das alle überlebt“, machte er dem Jungen Mut. Auch die Zuschauer hatten die Möglichkeit, ihre Kräfte zu messen. Vor den Schaukämpfen mussten sie zunächst einmal die Bänke aufbauen.

Julia Tonne

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