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Markkleeberg Wildschweine graben in Markkleeberger Kleingarten-Anlage um
Region Markkleeberg Wildschweine graben in Markkleeberger Kleingarten-Anlage um
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14:36 23.02.2018
Peter Domschke und Wolfgang Spiegel (v.l.) kennen sich aus mit der Wildschwein-Plage im Gartenverein „Harthwald“ in Markkleeberg . Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Seit etwa 15 Jahren besuchen immer wieder Wildschweine die Kleingärtner des Vereins „Harthwald“ in Großstädteln. „Voriges Jahr war es ganz schlimm“, erzählt Wolfgang Spiegel, Vorsitzender des Kleingartenvereins. Immer wieder gruben die Schwarzkittel den Weg zwischen Wald und Parzellen um. 2012 hätten sie sogar in einem Kleingarten, dessen Zaun morsch war, gewütet, erzählt der 76-Jährige.

Peter Domschke, Gartenfachberater im Kleingartenverein, dreht jeden Morgen eine Runde durch die Anlage. Zwischen Oktober und März entdeckt er immer wieder Spuren der Wildschweine. In der Anlage gesehen habe er die nachtaktiven Tiere aber noch nie, nur Rehe seien einmal am Tag durch die Gärten gesprungen. „Wenn hier der Betrieb losgeht, kommen die Wildschweine nicht mehr“, weiß der 76-Jährige. Eine Gefahr für den Menschen seien die Schwarzkittel nicht, ärgerlich sei es aber schon, wenn sie Wege oder gar Beete umgraben. Die Pächter richteten dann Weg und Hecke wieder her. Einige Gartenbesitzer haben sogar Absperrbänder und silberne Scheiben in die Bäume gehängt, um die massigen Tiere vom Eindringen abzuhalten. Auch ein Wall aus Ästen brachte aber keinen Schutz.

Peter Domschke und Wolfgang Spiegel (v.l.) begutachten die Spuren der Wildschweine am Rande des Gartenvereins „Harthwald“ in Markkleeberg. Quelle: André Kempner

Der Beliebtheit der Gärten tut das Wildschweinproblem keinen Abbruch: Zehn Interessenten stehen sogar auf einer Warteliste für die 45 Grünflächen in der Nähe des Cospudener Sees. „Den Neuen sagen wir, dass die Zäune dicht sein müssen. Sonst machen die Schweine rein“, sagt Spiegel. Auch Abfälle sollten auf keinen Fall in den Wald geworfen werden. Was die Wildschweine dann in die Gärten lockt? Spiegel und Domschke sind ratlos. „Am Weg steht ein Kastanienbaum, die Schweine mögen die Kastanien“, vermutet Spiegel. Warum die Schwarzkittel aber auch außerhalb der Kastanien-Zeit zu den Gärten kommen, könne er sich nicht erklären.

2012, als die Wildschwein-Plage besonders schlimm war, haben sich Mitglieder des Gartenvereins an den zuständigen Forstrevierleiter Carsten Pitsch gewandt und ihn gefragt, wie sie die Tiere vertreiben könnten. Er riet zu massiven Metall-Zäunen, Absperrungen mit leichter Stromladung und empfahl, spezielle Duftstoffe zu versprühen, um die Tiere fernzuhalten. „Die Sprays sind aber sehr teuer“, meint Spiegel. Solange die Wildschweine nicht wieder in Gärten wühlen, wollen Spiegel und Domschke keine weiteren Schritte unternehmen.

Um die Probleme, die das Schwarzwild in der Nähe der Stadt anrichtet, zu verringern, werde in der Neuen Harth intensiv gejagt, sagt Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirkes Leipzig. Im vergangenen Jagdjahr, zwischen April 2016 und März vorigen Jahres, seien allein im etwa 200 Hektar großen Jagdbezirk des Freistaates dort 54 Wildschweine erlegt worden. Mit etwa 26 Schweinen pro hundert Hektar sei das die „höchste Relativzahl im Forstbezirk“, sagt Padberg. Insgesamt würden auf den Flächen des Forstbezirkes Leipzig pro Jahr zwischen 500 und 700 Wildschweine erlegt. Neben dem Revier von Sachsenforst gibt es auf dem Gebiet der Neuen Harth auch noch private und genossenschaftliche Jagdreviere.

Spiegel und Domschke hoffen, dass die Jäger die Schwarzkittel-Population begrenzen können, damit ihre Gärten verschont bleiben. Doch der nächste natürliche Nachbar sorgt schon für Unfrieden: Kürzlich habe ein Waschbär seine vor der Laube abgestellten Schuhe in den Garten von Wolfgang Spiegel verschleppt, erzählt Domschke. „Das ist eben Natur“, meint Spiegel.

Von Theresa Held

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