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Markkleeberg "Wir sind nicht die Frömmsten"
Region Markkleeberg "Wir sind nicht die Frömmsten"
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17:52 06.12.2009
Abendstimmung: die 1717 erbaute Martin-Luther-Kirche in der Markkleeberger Pfarrgasse im Lichterschein. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Mit dieser Serie stellt die LVZ Gotteshäuser in der Region vor. Heute: die Martin-Luther-Kirche. „Wir haben eine Kirche und eine Kirchruine, einen Pfarrer und eine Pfarrerin, drei Glocken, vier Friedhöfe und 2599 Gemeindeglieder.“ Soweit die Statistik der Martin-Luther-Kirchgemeinde. Doch Zahlen sind das eine, ein lebendiges Gemeindeleben etwas anderes. Und das spielt sich an mehreren Orten ab: in der Pfarrgasse im früheren Gautzsch, wo sich neben der 1717 vom Landbaumeister David Schatz errichteten, und vom Leipziger Ratsherrn Wolfgang Jöcher finanzierten Kirche, das Alte Kantorat – seit 2008 Herberge – sowie das 1907 erbaute Pfarrhaus befindet. Letzteres ist Domizil der evangelischen Kita. Ein zweites, wenn auch stark beschädigtes Gotteshaus liegt in Zöbigker: die Fahrradkirche (die LVZ berichtete). Treffpunkte, der wachsenden evangelisch-lutherischen Gemeinde sind aber auch das Jugendhaus Großstädteln sowie das Gemeindezentrum Mittelstraße.„Weihnachten ist unsere klassische Saison. Originelle Sachen finden eher im Sommer unter freiem Himmel statt“, erklärt Pfarrer Arndt Haubold. Bis zur Weihnachtszeit dauert es allerdings noch ein paar Tage, die beginnt nach kirchlichem Kalender am 25. Dezember und endet am Dreikönigstag, dem 6. Januar. Wenn viele Nicht-Christen Tannenbäume und Weihnachtssterne entsorgt haben, wird der gelbe Stern noch über der Martin-Luther-Kirche leuchten.„Aber auch in der Adventszeit bieten wir ein reiches Programm“, betont Haubold. Beispielsweise lädt er an jedem der vier Sonntage zu einer musikalischen Einkehr, besucht Gebrechliche in Seniorenheimen und gestaltet Weihnachtsfeiern für Spätaussiedler. Heute Abend werden die 500 Plätze in der Barockkirche ganz sicher besetzt sein, wenn ab 19.30 Uhr Bachs Weihnachtsoratorium erklingt. „Der bestbesuchte Kirchentag im Jahr ist aber der Heilige Abend“, weiß Haubold. Gleich vier Gottesdienste wird es geben: ab 15 Uhr für Familien, ab 16.30 Uhr für junge Erwachsene, ab 18 Uhr für Ruhesuchende und ab 22 Uhr für Nachtschwärmer. Zum Einsatz kommt auch die Orgel, die ihrer Modernisierung harrt. Das von der Dresdner Firma Jehmlich 1912 fertig gestellte Instrument, stammt übrigens aus der Magdeborner Kirche, die 1972 dem Tagebau zum Opfer fiel.Ist der 24. Dezember laut Haubold „Auftakt und nicht Abspann“ für Weihnachten, so beendet ein verspäteter Empfang symbolisch das Jahr. Am 9. Januar danken Haubold und Kollegin Kathrin Bickhardt-Schulz den 200 Ehrenamtlichen, die das Gemeindeleben so erst ermöglichen. „Wir sind nicht die Frömmsten, aber musikalisch, ökumenisch, humorvoll, zeitbezogen, nachdenklich-kritisch und traditionsbewusst“, sagt die Gemeinde über sich.

Ulrike Witt

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