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"Wir wollen nicht jammern"

"Wir wollen nicht jammern"

Die Reduzierung der Jugendpauschale um eine Viertelmillion Euro im Landkreis Leipzig (die LVZ berichtete) gefährdet die  Arbeit in den Jugendklubs der Region. Wir stellen vor, welche Angebote die Einrichtungen Heranwachsenden unterbreiten und beschreiben, wie sich die Kürzung auswirken könnte.

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Der Frühling lockt Kevin Peterek (vorn) und David Müller auf die neue Skateranlage hinter dem Jugend- und Begegnungszentrum Gaschwitz.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Heute: das Jugend- und Begegnungszentrum Gaschwitz (JBZ).

Im JBZ sind die Neuerungen nicht zu übersehen. Seit Ende Februar können die Jugendlichen ihre Muskeln im Fitnessraum kräftigen, Kinder rasen mit ihren Skates die neuen Skater-Rampen hinunter und im Garten warten zwei komplett neue Holzhäuschen auf die Besucher des Jugendklubs.

Auch für dieses Jahr hat sich Margitta Schmidt, die Leiterin des JBZ, viel für die Einrichtung vorgenommen: ein Zirkusprojekt,   eine Holzwerkstatt für Kinder und zahlreiche Konzerte und Open-Air-Veranstaltungen. Es scheint, als würde Schmidt angesichts der drohenden Jugendpauschalkürzung nicht den Kopf in den Sand stecken. „Wir wollen nicht jammern, sondern gehen alles optimistisch an", macht Schmidt deutlich. Zwar hänge über allen Angeboten und Neuigkeiten derzeit das Damoklesschwert, „aber das ist noch lange kein Grund zu resignieren".

Etwa 4000 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 27 Jahren kommen pro Jahr ins JBZ nach Gaschwitz. Das besticht am Ende der Cröbernschen Straße vor allem mit einem riesigen Außengelände, das ein Beachvolleyballfeld, einen Grill sowie einen Lagerfeuerplatz und die bereits erwähnten Holzhütten beherbergt. Ende vergangenen Jahres kam dann noch die lang ersehnte Skater-Anlage hinterm Haus hinzu, die allerdings erst jetzt auch ausgiebig genutzt werden kann. Gedacht ist die Anlage vorrangig für Kinder von neun bis 14 Jahren, „denn die haben auf der großen Anlage in Markkleeberg zwischen den vielen Jugendlichen kaum die Chance zu üben", sagt Schmidt.

Doch trotz des Zweckoptimismus` macht sich Schmidt Sorgen um die Zukunft des JBZ, das seit Jahren auch sonnabends und sonntags geöffnet hat. Sollte es tatsächlich zu der Kürzung der Jugendpauschale kommen, könnte über kurz oder lang ihre Fachkraftstelle wegfallen, die über die Pauschale finanziert wird. Das würde wiederum weniger Stunden für die Jugendeinrichtung bedeuten und in der Folge weniger Besucher. „Doch Fördermittel bekommen wir nur bei einer entsprechenden Anzahl an Besuchern", erklärt Schmidt die Spirale, die sich ergeben würde. Dann müssten andere Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden.

Von Schließung spricht Schmidt lieber nicht, „da finden wir vorher was, um die Einrichtung erhalten zu können". Dennoch macht sich die Leiterin Gedanken um die Jugendlichen, die im schlimmsten Falle völlig ohne einen Halt dastehen könnten. „Viele unserer Besucher kommen aus sozial schwachen Familien, die ohne das JBZ auf der Straße stehen würden." Schmidt befürchtet dann vor allem, dass die Kriminalität zunimmt. „Und das wird drastischer ausfallen als die Abwanderung in die rechte Szene", ist sich die JBZ-Leiterin sicher.

Julia Tonne

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Markkleeberg in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 31,36 km²

Einwohner: 24.240 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 773 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04416

Ortsvorwahlen: 034297, 034299, 0341

Stadtverwaltung: Rathausplatz 1, 04416 Markkleeberg

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