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Wirtschaftsstandort Zwenkau boomt

Wirtschaftsstandort Zwenkau boomt

Das Neuseenland lockt nicht nur Touristen, sondern auch Unternehmen. Ein gutes Beispiel ist Zwenkau mit seinen vier Gewerbegebieten. Das neueste, Zwenkau-Süd, wurde im Sommer eröffnet.

Zwenkau. Die Solarion AG und Weidenhammer Packaging haben die Produktion an der S 71 aufgenommen beziehungsweise erweitert. Neu in Zwenkau ist auch die IVS Oberflächenbearbeitung, die von Markranstädt ins Gewerbegebiet Zum Wasserwerk gezogen ist.

„Im Gewerbeviertel in Kulkwitz waren wir in einem Mietobjekt. Der Platz reichte aber nicht. In Zwenkau konnten wir eine Strahlhalle bauen und unser Angebot erheblich ausbauen“, erklärt Inhaber Jan Rauscher. Vor zwei Jahren hat der 44-jährige Bauingenieur die IVS, die 1990 in einer Garage in der Dieskaustraße gegründet wurde, mit sieben Leuten übernommen. Heute hat Rauscher 15 Mitarbeiter: Maurer, Straßenbauer, Elektriker, Schlosser, Korrosionsschützer sowie Heizungs- und Lüftungsbauer. „Und wir wollen weiter wachsen“, sagt der Chef.

Sein Kerngeschäft ist die Vorbereitung von Böden, insbesondere im Hoch- und Industriebau. Rund 1,5 Millionen Quadratmeter strahlt, schleift und fräst die IVS jedes Jahr. Zum Beispiel im Porsche Werk in Leipzig. Auftraggeber findet Rauscher aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz und England. Ein weiteres Standbein ist die denkmalgerechte Sanierung von Fassaden. „Wir arbeiten eng mit dem Institut für Lasertechnologie und dem französischen Marktführer zusammen, haben spezielle Techniken für empfindliche Oberflächen aus Holz, Metall und Sandstein“, so Rauscher. Das dritte Standbein der IVS ist der Verkauf und die Vermietung von Betontechnik. Kunden sind Häuslebauer und Kleingärtner. Die kommen auch in die Strahlhalle, um Stühle, Zäune und Felgen behandeln zu lassen oder Boote und Autos.

Noch ist das neue Domizil der IVS nicht fertig. „Wer 1,9 Millionen Euro investiert, darf das Geldverdienen nicht vergessen“, sagt Rauscher. Da müsse das eigene Außengelände eben warten. In Planung ist auch ein Schauraum in der ersten Etage. Dort will Rauscher sein Steckenpferd – individuelle Fußbodenlösungen für Cafés, Büros und Architektenhäuser – präsentieren. Im Foyer bekommen Besucher schon jetzt einen Eindruck, was in Sachen Oberflächengestaltung alles möglich ist. Sie laufen über einen 3-D-Boden mit Metallteilchen, der scheinbar schwimmt.

Rauscher, der gebürtiger Altenburger ist, lebt mit seiner Familie seit 1996 in Zwenkau. Dass er sich beim Umzug der IVS für Zwenkau entschieden hat, „liegt an der Unterstützung aus dem Rathaus, aber auch, weil mir die Sächsische Aufbaubank den Weg geebnet hat“. In diesem Jahr peilt Rauscher 1,5 Millionen Euro Umsatz an, 2011 waren es 1,2 Millionen Euro, 2010 eine Million Euro. Damit es weiter aufwärts geht, will Rauscher neue Märkte erschließen. Einer könnte vor der Haustür liegen. Denn die IVS bietet auch das sogenannte Grinding, das Aufrauhen von Asphalt an, um die Griffigkeit von Straßen zu erhöhen. „In Deutschland ist das noch nicht so verbreitet, in Frankreich sieht das ganz anders aus“, so Rauscher. Referenzobjekte hat er in Göttingen und Kassel schon vorzuweisen.

Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU) freut sich über die Ansiedlung der IVS: „Das Gelände gehörte ursprünglich der Dow Chemical, wurde nicht mehr benötigt und zur Vorbehaltsfläche für die Solarion AG. Als der Zweckverband Planung und Erschließung Industriestandort Böhlen-Lippendorf den Leipzigern ein größeres Areal im eigens entwickelten Gewerbegebiet Zwenkau-Süd offerieren konnte, hatten wir plötzlich wieder Platz.“ Und der wird in Zwenkau langsam knapp. Von 113,5 Hektar Gewerbeflächen sind aktuell 92,5 Prozent vergeben. 8,6 Hektar sind laut Schulz noch verfügbar: Je 2,5 Hektar im Gewerbegebiet an der B 2 und in Zwenkau-Süd, 2,1 Hektar im maritim-touristischen Gewerbegebiet am Südufer des Zwenkauer Sees (Stadtteil Seebad) und 1,5 Hektar im Gewerbegebiet Zum Wasserwerk.

„Nicht so sehr erfreulich“ findet Schulz derweil die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Zwenkau. Nach 1,2 Millionen Euro im Jahr 2009, 1,8 Millionen Euro in 2010 und 2,6 Millionen Euro in 2011, sieht es derzeit nach 1,8 Millionen Euro für 2012 aus.

Ulrike Witt

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