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Markkleeberg Wohnen im Wasserturm: "Hier oben eröffnen sich einem ganz neue Perspektiven"
Region Markkleeberg Wohnen im Wasserturm: "Hier oben eröffnen sich einem ganz neue Perspektiven"
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00:19 28.07.2015
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Das 1904 errichtete, 50 Meter hohe technische Denkmal war 2013/14 vom Leipziger Büro TMP im Auftrag einer Eigentümergemeinschaft für rund 1,25 Millionen Euro aufwändig umgebaut worden, beherbergt jetzt vier Maisonette-Wohnungen.

Hoch hinaus wollte die Familie, die es vor zehn Jahren berufsbedingt von Chemnitz nach Markkleeberg verschlagen hat, schon immer. Eine Dachgeschosswohnung war bis März ihr Zuhause. "Wir haben immer gesagt, wenn wir mal im Lotto gewinnen, ziehen wir hier rein", verrät Mutter Claudia. Einen Jackpot haben sie zwar nicht geknackt, mit ihrer ungewöhnlichen Mietwohnung aber "das ganz große Los gezogen", wie alle drei versichern. Jetzt leben sie in 30 Meter Höhe auf zwei Etagen und insgesamt 127 Quadratmetern mit dem vermutlich schönsten Blick in die Region.

"Sonnenauf- und untergänge, Wolkenformationen, Feuerwerke - man hat ständig ein anderes Bild vor sich. Hier oben eröffnen sich einem ganz neue Perspektiven", erklärt Stefan Zacharias den Reiz. Und das beginnt am Frühstückstisch: Bei Zacharias´ ist die Skyline von Leipzig mit Uni-Riese, MDR-Hochhaus und Völkerschlachtdenkmal die Kulisse zum Kaffee. Ein paar Meter weiter, von den Fenstern im Wohnzimmer, glitzert der Markkleeberger See in der Ferne, dampfen die Schornsteine von Lippendorf und selbst Belantis mit Achterbahn und Pyramide liegen einem zu Füßen.

Ein Wohnung, die neugierig macht. "Es vergeht nicht ein Tag, wo uns nicht Leute auf unser neues Zuhause ansprechen. Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn - jeder will uns mal besuchen", erzählt Stefan Zacharias der im BMW-Werk Leipzig als Steuerungstechniker arbeitet. Einer ist besonders glücklich über den Umzug: Sohnemann Felix, der nach den Sommerferien Fünftklässler am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium wird. Er hat das höchste, rundeste und, keine Frage, coolste Kinderzimmer der Stadt. Vater Stefan schmunzelt: "Das will jeder mal gesehen haben."

Nicht zum Schmunzeln sei den Möbelpackern beim Umzug gewesen. "Ich habe kurz behauptet, dass der Aufzug heute leider nicht geht. Die Gesichter der Jungs hätten Sie sehen sollen", erzählt er amüsiert. Die sportliche Familie, Vater und Sohn spielen Basketball, nimmt nur bei Großeinkäufen den Aufzug, steigt ansonsten "aus Trainingszwecken" die 80 Treppenstufen in die fünfte Etage. Kreislauffördernd geht es in der Wohnung weiter. Auf der ersten Ebene sind nur Schlaf- und Kinderzimmer, Bad und Hauswirtschaftsraum. Wohnzimmer und Küche liegen in der sechsten Etage.

Claudia Zacharias, beruflich in der Immobilienfinanzierung tätig, ist stolz auf ihre "moderne, großzügige Wohnung". Die übrigens nicht nur rund ist. "Es gibt einen gewissen Anteil gerader Wände, so dass wir Mobiliar stellen und Bilder hängen können", erklärt sie. Ein bisschen Überwindung kostet das Fensterputzen. "Runter schauen muss ich nicht unbedingt", gesteht sie.

Jetzt hat Familie Zacharias nur noch einen Wunsch: "Wir hätten gern Unter- und Obermieter. Der Grill für die Willkommensparty steht schon bereit." Denn noch wohnen sie allein im Wasserturm. Drei der vier Wohnungen, zwischen 142 und 157 Quadratmeter groß, warten laut Makler Jürgen Scherf noch auf Mieter. "Das Interesse ist groß. Es gab etliche Besichtigungen, aber so ein Objekt ist was für Liebhaber", weiß er. Die oberste Wohnung, in der noch die Stahlträger des alten Wassertanks sichtbar sind, seien möglicherweise ein ideales Domizil für Künstler und Architekten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2015
Ulrike Witt

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