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Markkleeberg Wohnen im Wasserturm ist Publikumsmagnet
Region Markkleeberg Wohnen im Wasserturm ist Publikumsmagnet
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14:50 19.05.2015
Neugierig: Wie die Wohnungen im Markkleeberger Wasserturm aussehen, das interessierte am Wochenende Jung und Alt.Fotos: André Kempner Quelle: André Kempner

Wie berichtet, wird das 1904 erbaute technische Denkmal seit Sommer 2013 im Auftrag der Eigentümer von Voigt und Frank Thiele vom Leipziger Büro TMP für rund 1,25 Millionen Euro ausgebaut. Hunderte nutzten bis zum Nachmittag die Möglichkeit, sich am Tag des offenen Denkmals in den vier neu entstandenen Maisonette-Wohnungen umzuschauen.

"Wir wohnen seit 40 Jahren gegenüber und haben den ganzen Umbau mit dem damit verbundenen Lärm und Dreck vom ersten Tag an mitbekommen. Das war nicht immer schön für die Nachbarn", gestand Brigitte Erd. Aber nun sei sie natürlich neugierig. Ihr Mann meinte anerkennend: "Die Wohnungen sind wirklich ein Traum. Schön, wenn alte Objekte nicht verfallen und abgerissen, sondern zu Wohnraum werden."

Während Familie Erd noch die unterste, mit 157 Quadratmetern größte Wohnung in Augenschein nahm, interessierte sich Rolf Pietzschel nach dem Rundgang eine Etage tiefer vor dem Lagerraum für die baulichen Details. "Einziehen möchte ich hier ehrlich gesagt nicht, aber wissen, wie sie den alten Wassertank herausbekommen haben und ob die alten Stahlträger drinbleiben", fragte er Architekt Voigt. "Die Stahlträger bleiben in der obersten Wohnung als Gestaltungselement erhalten", so der Fachmann. Und der Wassertank mit seiner etwa ein Zentimeter dicken Wand sei in mühevoller Arbeit in den vergangenen Monaten auseinander geschweißt worden.

Ins Schwitzen kamen am Sonntag auch die Besucher. Und das nicht nur vom Treppensteigen in dem knapp 50 Meter hohen Wasserturm, der übrigens auch über einen Aufzug verfügt, der allerdings noch nicht in Betrieb war. "Wir haben ganz oben ein bisschen Probleme mit der Estrichtrocknung. Deshalb ist die Fußbodenheizung voll aufgedreht", erklärte Voigt die schweißtreibenden Temperaturen. Schließlich sollen die vier Eigentumswohnungen Ende Oktober fertig sein.

"Kann man die noch mieten oder ziehen die Eigentümer ein?", fragte eine jüngere Frau. "Die Wohnungen gehören vier verschiedenen Eigentümern, die sie nicht selbst nutzen möchten. Die kleinste mit 127 Quadratmetern im fünften und sechsten Obergeschoss ist schon weg, alle anderen noch frei. Der Quadratmeterpreis liegt bei 8,50 Euro kalt", erläuterte der Architekt. Ob die Turmspitze bewohnt werden kann, wollte ein älterer Herr wissen. "Das wäre zwar sicher reizvoll, aber aus Brandschutzgründen ist das leider nicht möglich. Die Rettungsleiter der Markkleeberger Feuerwehr ist nicht so lang. Deshalb ist Wohnen im Wasserturm nur bis 26 Meter Höhe möglich", so Voigt. Nichtsdestotrotz habe, wer sich für die oberste, 142 Quadratmeter große Wohnung entscheide, den höchsten und schönsten Ausblick auf Markkleeberg.

"Wenn wir nicht schon ein tolles Haus hätten, könnte uns so eine Wohnung, ausgefallen und modern zugleich, schon gefallen", gestand Familie Sikora. Andere störten sich hingegen an den Rundungen. "Hier kann man ja keine Schränke stellen. Und die vielen Treppen", stöhnte eine Frau. Die Markkleeberger Malerin Ursula Bückner stapfte mit ihrem dicken Skizzenblock durchs Haus. "Ich habe den alten und neuen Wasserturm unzählige Male im Bild festgehalten, vielleicht hat der Architekt Interesse an einer Ausstellung."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2014
Ulrike Witt

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