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Markkleeberg Wohnträume für die Harthweide
Region Markkleeberg Wohnträume für die Harthweide
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07:00 11.04.2016
Das Dresdner Büro Labor 4+ will eine grüne Siedlung mit Kita und Seniorenheim am Großdeubener Weg. Quelle: Grafik Labor 4+
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Zwenkau

Der Run aufs Wohnen am Wasser hat gerade erst begonnen. Einen Platz für neue Wohnträume gibt es ab 2018 am Zwenkauer See mit der Harthweide. Wie das 12,4 Hektar große, östlich des Zentrums zwischen der Straße Zum Kap und Großdeubener Weg gelegene Wohngebiet aussehen könnte, haben Architekten am Freitag vorgestellt.

Acht Wochen hatten die Büros Labor 4+ (Dresden), Grunwald & Grunwald und hobusch+kuppardt (beide Leipzig) Zeit, im Auftrag der Sächsischen Seebad Zwenkau (SSZ) Ideen fürs städtebauliche Konzept zu entwickeln. Das (vorerst) letzte Wort hatte, wie bei SSZ-Projekten üblich, der Gestaltungsbeirat. Angesichts der Tragweite war die Runde diesmal größer: Am Tisch saßen auch SSZ-Chef Andreas Schmidt, Rathauschef Holger Schulz (CDU), der Geschäftsführer des ZV Neue Harth, Heinrich Neu, und Alexander Wolf von der SSZ-Gesellschafterin Blausee.

„Wir versprechen uns von der Beauftragung der drei Büros interessante Ansätze“, erklärte Schmidt im Rathaus. Denn die Wunschliste ist lang und die Rahmenbedingungen am Hochwasserspeicher klar definiert. „Die Harthweide soll Platz fürs individuelle Wohnen für unterschiedliche Ansprüche, Generationen und Geldbeutel bieten“, betonte er. Neben Ein- und Mehrfamilienhäusern sollen eine Kita, eine Seniorenresidenz, ein Spielplatz, Gastronomie, öffentliche Stellplätze, ein Bootshaus sowie ein Anleger für die „Santa Barbara“ entstehen.

Berücksichtigen mussten die Planer die Hochwasserlamelle. Zudem sollten sie die vorhandene Vegetation aufnehmen und eine clevere Lösung für Versickerung und Reinigung des Oberflächenwassers finden. „Wir möchten auf keinen Fall einen Retentionsbodenfilter wie am Südufer. Das ist ein rein technisches Bauwerk, das viel Platz wegnimmt“, so Schmidt. Anspruchsvoll seien auch die Themen öffentlicher Zugang zum Wasser und Steuerung des Besucherverkehrs. Letzteres bietet an den Seen im Südraum bekanntlich reichlich Konfliktpotenzial.

Labor 4+ - das Büro hatte 2015 bereits den Ideenwettbewerb fürs Nordufer gewonnen - setzt auf eine grüne Siedlung mit 104 Wohneinheiten, erschlossen durch zwei gerade Anliegerstraßen. Dazwischen sieben Haustypen: coole Bootshäuser für junges Wohnen, Hanghäuser in der ersten und zweiten Reihe, Doppelhäuser und Geschosswohnungsbau in der grünen Mitte sowie Villen für gehobene Ansprüche. Am Großdeubener Weg soll die öffentliche Nutzung konzentriert werden: die Kita Zwergenwiese für 150 Kinder, die Seniorenresidenz Seestern mit 30 Wohneinheiten, eine Panoramabar, der Wasserspielplatz, der Bootsanleger und 40 PKW-Stellplätze.

Grunwald & Grunwald wollen die Hanglage nutzen, so Kosten fürs Umwälzen von Erdmassen sparen. Markenzeichen sind die Ypsilon-förmigen Erschließungsstraßen. Der Entwurf sieht im Norden schicke Bootshäuser vor, im Süden mondänere Objekte, dazwischen Ein-, Zwei- und Dreigeschosser für Familien, in Seenähe die Kita. Oben am Harth-Grünzug sind die Angerquartiere – Doppel- und Reihen- aber auch freistehende Häuser angedacht. Um einen harmonischen Übergang zum alten Zwenkau zu schaffen, sollen die Bergarbeiterhäuser aufgegriffen werden. Auch hier spielt der Großdeubener Weg mit Ferienwohnungen, Bootshaus, Quartiersplatz und Café eine zentrale Rolle.

Der Entwurf von hobusch+kuppardt sticht durch Terrassenhäuser mit unverbaubarem Seeblick hervor. Mehrgeschossiger Wohnungsbau, den es in Zwenkau so noch nicht gegeben hat. Erschlossen wird die neue Siedlung durch eine Straße. Insgesamt erscheint das Konzept durch die Konzentration auf wenige große Häuser lockerer. Als Verbindung zum alten Zwenkau dient die Kita, die zentral auf dem Höhenplateau stehen soll. Um den Besucherstrom Richtung Anleger frühzeitig abzufangen, haben die Planer am aktuellen Ende des Großdeubener Wegs den zentralen Parkplatz mit bis zu 50 Stellplätzen angeordnet. Der Großdeubener Weg selbst soll leicht verlegt werden und in der Bucht auslaufen.

Die Empfehlung des Gestaltungsbeirates fiel nicht so eindeutig wie erwartet aus. „Wir werden die Konzepte von Labor 4+ und Grunwald & Grunwald weiterverfolgen und uns für eines der beiden entscheiden“, erklärte Kahlstadt am Abend. Die Terrassenhäuser von hobusch + kuppardt seien als Solitäre sicher sehr schön, aber an anderer Stelle besser aufgehoben. Wer am Ende die Nase vorn haben wird, müssen SSZ und Stadt ausmachen. Das letzte Wort habe ohnehin der Stadtrat, betonte der Bürgermeister. Viel Zeit bleibt nicht: Im Sommer soll das Konzept stehen, dann die 2017 geplante Erschließung vorbereitet werden.

Von Ulrike Witt

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