Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Zeit für den zweiten Blick

Zeit für den zweiten Blick

Im Westphalschen Haus in Markkleeberg ist eine neue Ausstellung mit Werken von Rainer Schade zu sehen. Unter dem Titel „Zeichnung“ präsentiert der Leipziger Künstler bekannte und neue Arbeiten.

Voriger Artikel
„Lesen ist Kino im Kopf“
Nächster Artikel
Märchen und Melodien in Markkleeberg

Politische Ereignisse und private Erlebnisse hat Rainer Schade in einer Art Bild-Tagebuch verarbeitet.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. „Die älteste stammt von 1984, die jüngste, die Farblithografie Gigant ist sogar erst letzte Woche frisch gedruckt worden“, erzählt Schade, der das Westphalsche Haus bislang nur als Besucher kannte. Seine Bilder laden zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln ein. Zum Beispiel der „Tourist“, der zu einer ganzen Reihe von farbigen Tuschezeichnungen gehört, die zwischen 2009 und 2011 entstanden sind. Der feiste Herr mit Kamera entspricht so ganz dem Klischee des Pauschaltouristen. Er schaut sich die Welt nur durch die Linse an: Schnellschuss statt Genuss. „Wenn ich sehe, wie die Menschen – und ich meine nicht nur die Japaner – an Sehenswertem vorbeihetzen, frage ich mich, ob sie die Fotos jemals wirklich anschauen werden. Sinnliches wird einfach digitalisiert“, so Schade.

Der 60-Jährige, der im Wolfswinkel zu Hause ist und seit 1979 eine Professur an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle hat, verarbeitet seine Erlebnisse in Bildern. „Meine Zeichnungen sind eine Art Tagebuch“, verrät Schade. Eines, das dem Betrachter politische und mitunter auch private Brüche offenbart. Im Kaminzimmer hängt eine Collage von 1988, die ältere Ausstellungsbesucher stutzen lässt: Unter Glas ein vergilbter Artikel aus der Leipziger Volkszeitung über den fast vergessenen polnischen General Wojciech Jaruzelski, der 1981 mit der Verhängung des Kriegsrechts die Solidarnosc-Bewegung niederzwingen wollte.

Gegenüber das Bild „Die Mauer bleibt“, gezeichnet am 13./14. Januar 1989. „Ich höre im Atelier immer Radio. Auch damals. Erich Honecker verkündete lauthals, dass die Mauer auch noch in 100 Jahren stehen werde“, berichtet Schade. Seine Sicht der Dinge ist eine eingemauerte DDR-Landkarte.

Gern gesehen wurden solche Bilder nicht. „Eine Grafik in der LVZ unterzubringen, war fast unmöglich. Entweder wurden sie gar nicht oder nicht vollständig abgedruckt“, erinnert sich Schade. Seine berufliche Nische fand der gelernte Offsetdrucker, der von 1971 bis 1976 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Hans Mayer-Foreyt, Werner Tübke und Rolf Kuhrt studiert hat, damals in Galerien. „Dort war zum Glück vieles möglich“, so Schade.

Die Ausstellung in der Dölitzer Straße 12 ist bis zum 22. Januar dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 16 Uhr sowie zu Veranstaltungen geöffnet.

Ulrike Witt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Markkleeberg

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

17.08.2017 - 12:19 Uhr

Spitzenreiter mit Volltreffer-Jochmann / Schott Jena nach Auftaktsieg selbstbewusst

mehr