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Markkleeberg "Zeit, mal was zurück zu geben"
Region Markkleeberg "Zeit, mal was zurück zu geben"
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15:26 19.05.2015
Bürgerschaftliches Engagement im Agra-Park: Am Samstagvormittag arbeiteten Freiwillige, darunter auch die Großpösnaer Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch ( (Zweite von links), an den historischen Schaugärten, die sich bis zum Pleiße-Damm ziehen. Quelle: André Kempner

Aufgerufen hatten die Stadt Markkleeberg, der Grüne Ring und die Stiftung "Bürger für Leipzig".

Anke Leske, Sachgebietsleiterin Liegenschaften im Markkleeberger Rathaus, strahlte. "Schön, dass sich wieder so viele fleißige Helfer eingefunden haben. Da kommen wir heute ein ganzes Stück in den Schaugärten voran." Diese ziehen sich vom Eingang Raschwitzer Straße bis zum Pleiße-Damm. Angelegt in den Siebzigern repräsentieren sie heute ein Kapitel Gartenarchitektur. Ende Juni beim ersten Gartentag waren unter Leskes Leitung die Rosenrabatten von Unkraut und Ahorn-Schösslingen befreit und ein Teil des 1000 Quadratmeter langen Wegesystems freigelegt worden.

Diesmal rückten die Helfer auch großen Gehölzen zu Leibe. Möglich dank des Einsatzes der Garten- und Landschaftsbauer von Krahnstöver und Wolf. "Toll, die Firma hat sich einfach auf unseren Bürgeraufruf in der LVZ gemeldet, genau wie die Landwirtschafts-AG Wachau-Auenhain, die Mutterboden geliefert hat", erzählte Leske. Hans Hegewald, bei Krahnstöver und Wolf Leiter der Abteilung Baumpflege, hatte zwei Mitarbeiter und schwere Technik mitgebracht. "Das Agra-Gelände liegt uns am Herzen. So eine schöne historische Anlage muss erhalten werden. Aber das ist ein Kraftakt, den die Stadt allein nicht stemmen kann." Krahnstöver und Wolf, lange in Markkleeberg ansässig, fühle sich der Stadt verbunden, auch wenn das Unternehmen inzwischen in Störmthal sitze, begründete Hegewald das Gratis-Engagement.

Darüber freute sich auch Gabriela Lantzsch. Als Bürgermeisterin von Großpösna, zu der Störmthal gehört, und als Leiterin der AG Landschaftspflege im Grünen Ring. "Der Agra-Park ist unser Schlüsselprojekt. Da kann man auch mal anpacken", sagte Lantzsch und stutzte die Rosen. Nebenbei erzählte sie vom nächsten Schritt, der Sanierung des 500 Meter entfernt liegenden Andentempels. "Die Kooperationsvereinbarung für die Sanierung steht kurz vor der Unterzeichnung. Sobald Markkleeberg und Leipzig die Mittel für den Tempel und den Teich in ihre Haushalte einstellen, kann es losgehen", verkündete sie.

Leske bremste die Euphorie. "Der Markkleeberger Anteil für die Sanierung des auf unserer Flur stehenden Tempels beläuft sich allein auf 40 000 Euro. Wir wollen zwar dieses Jahr noch starten, fertigstellen können wir das Projekt aber wahrscheinlich erst 2015. Es sind noch einige planerische Schritte notwendig und wir haben als Stadt ja auch Pflichtaufgaben mit Vorrang zu erfüllen", erläuterte Leske.

Beim Harken hatte Lantzsch noch eine Idee. Eine, die sich vielleicht noch schneller umsetzen lässt. "Das Geländer am Schwanenteich müsste überholt werden. Das wäre doch eine schöne Aufgabe für die Jungs im Seehaus Störmthal." Wer Lantzsch kennt, weiß, sie nimmt gleich heute das Telefon in die Hand. Allerdings fand sie, die Leipziger und Markkleeberger könnten sich bei den Großpösnaern revanchieren. "In unserem Botanischen Garten brauchen wir auch jede helfende Hand."

Elke Fischer, am Samstag eine von über 40 Freiwilligen, fegte an den Wegen. "Wir wohnen seit 1996 in Markkleeberg. Die Stadt ist von Jahr zu Jahr schöner geworden. Da ist es an der Zeit, mal was zurück zu geben." Die Leipzigerin Kirsten Haase war beim Tag des offenen Denkmals Anfang September auf den Aufruf "Parkpfleger gesucht" gestoßen. "Etwas für die Allgemeinheit zu tun, ist wichtig. Deshalb bin ich heute hier." Hans-Jürgen Quast, Vorstandsmitglied im Bürgerverein "Pro Agra-Park" meinte: "Uns geht es nicht nur um die Tieferlegung der B 2, sondern um die attraktive Gestaltung des ganzen Parks." Dafür wollte auch Elfriede Krug, ebenfalls Mitglied bei "Pro Agra-Park", ihren ganz persönlichen Beitrag leisten.

Für nächstes Jahr plant Leske den dritten Gartentag. Wann der genau stattfinden wird, sei allerdings noch offen. "Die Aktion geht auf jeden Fall weiter", versicherte sie. Schließlich soll sich der Park des Jahres 2014 beim Agra-Parkfest im besten Licht zeigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2013
Ulrike Witt

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