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Markkleeberg Zentrales Abwassernetz kommt erst im Oktober
Region Markkleeberg Zentrales Abwassernetz kommt erst im Oktober
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22:00 26.07.2018
Die Tellschützer müssen sich bis zum Baustart noch gedulden. Quelle: André Kempner
Zwenkau

Im Gemeindezentrum Großdalzig, wo der Karateverein Shogun mit harten Bandagen trainiert und kämpft, ging es am Dienstag im Rahmen der Bürgerinformation zum Thema der Abwasserentsorgung vergleichsweise friedlich zu. Nach der Entscheidung für das System der Druckentwässerung als wirtschaftlichste Variante stand in erster Linie die Klärung technischer Details an. Trotz der sengenden Hitze war der Saal voll.

„Heute geht es in erster Linie darum, was noch in diesem Jahr umgesetzt wird und was sich bis 2019 hineinzieht. Es geht weniger um die Kosten“, machte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) gleich zur Begrüßung klar. Bauamtsleiterin Steffi Gebauer informierte über den Planungsstand und die Aufgaben, die im Vorfeld erledigt werden mussten. Vom Stellen des Fördermittelantrags über Bestandsvermessungen, die Entwurfsplanung, der Abstimmung mit der Mitnetz Strom bis zur Eigentümerbefragung zwecks Abstimmung über die Position der Hausanschlüsse auf den jeweiligen Grundstücken war eine lange Liste abzuarbeiten. Das sich gleich jemand meldete, der noch keinen Besuch von Ingenieur und Planer Benno Schöpe bekommen hatte, war kein Problem. „Da werden wir kurzfristig nachbessern, wenn jemand auf der Strecke geblieben ist“, versprach er. Zu mehr als 90 Prozent seien die Standorte der Pumpschächte geklärt.

Die Gesamtanlage wird von der Stadt finanziert. Bezüglich der Hausanschlüsse beteiligt sich die Stadt an den Baukosten für den notwendigen Schacht, nicht jedoch an der Technik.

Die stellte Schöpe anhand von Skizzen im Detail vor. Der Hauptstrang, an dem alle Hausanschlüsse hängen, verläuft in der Carsdorfer Straße. Er wird mittels Horizontalverlegung in den Boden gebracht, ein Verfahren, das die Aushebung langer Gräben überflüssig macht. Jedoch müsse alle 100 Meter ein Kopfloch gebohrt werden. Nebenstränge führen bis zur Straße „An der Schilfswiese“.

Mit einer Pumpe wird das anfallende Abwasser in den Hauptsammler befördert. Die sei von der Leistung her mit einem großen Toaster vergleichbar, erklärte Schöpe. Mit ihr werden die Rohre möglichst leer gehalten. „Denn wo nichts ist, kann auch nichts stinken“, sparte Schöpe nicht mit anschaulichen Vergleichen. Die Pumpe arbeite wie ein Fleischwolf um alle Inhaltsstoffe möglichst kleinteilig weiterzuleiten. Sand und Steine vertrage sie allerdings nicht, deshalb müsse der Schacht ordentlich verschlossen werden.

Den Bau der Stromversorgung übernimmt ebenfalls die Stadt. Dazu gehören zwei zentrale Stromkästen, einer im Bereich Carsdorfer Straße/ Schilfwiese, der zweite in Tellschütz. Über sie wird bei Störfällen automatisch die Meldung an den Abwasserzweckverband Weiße Elster weitergeleitet. Der zuständige Bereitschaftsdienst könne ohne Zeitverzug handeln, erklärte Schöpe. Das sei eine komfortable Lösung, die Anwohner bekämen davon nicht einmal etwas mit. Dieser Punkt wurde kontrovers diskutiert. „Als Hausbesitzer möchte ich wissen, wann was los ist, damit ich reagieren kann und mir das Abwasser nicht zum Dach raussprudelt“, war die mehrheitliche Meinung. Diese Anregung werde man mitnehmen und über ein individuelles Warnsystem nachdenken, versprach Gebauer.

Von allgemeinem Interesse war auch die Frage, ob man die neuen Pumpen mit dem Auto überfahren könne. Schöpe beruhigte: Die Betondeckel seien durchaus in Grenzen belastbar. Die Sicherheit war ein großes Thema. Rückschlagklappen verhindern ungewollte Rückläufe. Erdschieber und Handabsperrungen sind für Wartungszwecke vorgesehen. „Das jemand geflutet wird, passiert äußerst selten“, betonte Schöpe. Zum Schmunzeln: Selbst wenn alle Tellschützer gleichzeitig in Bad nähmen, sei die Netzstabilität gewährleistet, die Pumpen arbeiteten mit Zeitverzügen gegen mögliche Überlastungen.

Was an den noch leeren Grundstücken geschehe, stand ebenfalls auf der Fragenliste. „Man baut nicht gerne auf Vorrat, was trocken rumsteht, steht sich kaputt“, kam die klare Antwort. Es sei denn, eine konkrete Bauabsicht in den nächsten Monaten stehe im Raum.

Die öffentliche Ausschreibung findet vermutlich von August bis zum Oktober statt. Der Baustart sei somit frühestens Ende Oktober möglich, sagte Steffi Gebauer. Für ältere, private Anlagen gebe es bis zum Wechsel eine Duldungsvereinbarung.

Von Gislinde Redepenning

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