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„Ziel bleibt Stadtmarketingkonzept“

„Ziel bleibt Stadtmarketingkonzept“

Im Herbst 2009 verteilte die Stadt Zwenkau 3000 Fragebögen. Unter dem Titel „Ihre Meinung ist uns wichtig“ wollte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) wissen, was seinen Bürgern und Gästen gefällt, aber auch, wo Nachholbedarf besteht.

Zwenkau. Ein Dreivierteljahr später liegen nun die Ergebnisse vor.

Viel Zeit nahm sich Schulz am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung für die Auswertung nicht. Kurz und knapp präsentierte er statistische Daten. Und die waren enttäuschend. „Wir haben 496 Fragebögen von Zwenkauern und Nicht-Zwenkauern retour bekommen. Davon stammen 62,5 Prozent von Frauen, 37,5 Prozent von Männern“, erklärte er. Dass die Rücklaufquote lediglich 16,5 Prozent betrug und damit kaum als repräsentativ bezeichnet werden kann, musste jeder selbst ausrechnen.

Die Antworten überraschen indes nicht. So gaben 53,8 Prozent der ortsansässigen Befragten an, dass Freunde und Familie für sie das Besondere an Zwenkau sind. Danach folgt die grüne Stadt und das Umland. Familienfreundlichkeit und gute Verkehrsverbindung überzeugten mehr als 30  Prozent, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Etwa jeder Fünfte schätzt die Vereinskultur. Kritisch sahen die Teilnehmer des Monitorings das Umweltbewusstsein in Zwenkau. Als akzeptabel bewerteten 39,6 Prozent das gastronomische Angebot in um Zwenkau, als gut 39 Prozent und als sehr gut 4,6 Prozent. Schlechter schneiden die Übernachtungsmöglichkeiten ab: Diese fanden nur 6,9 Prozent gut, 39,9 Prozent akzeptabel. 42,8 Prozent gaben gar keine Antwort.

Unter der Rubrik Nicht-Einwohner wird offensichtlich – die Befragten sind mehrheitlich Wiederholungstäter, 81,3 Prozent nicht zum ersten Mal in Zwenkau. Familiäre Beziehungen und die Heimat wurden von rund 60 Prozent als Besuchsgründe angegeben. Lediglich 10,7 Prozent waren übers Internet, 9,3 Prozent durch Presseveröffentlichungen auf Zwenkau aufmerksam geworden. Und eines wird deutlich: Das gastronomische Angebot in der Kommune am Zwenkauer See lässt reichlich Luft nach oben: Nur 6,7 Prozent finden dieses sehr gut, 36,7 Prozent gut, 23,3 Prozent akzeptabel, 6,7 Prozent inakzeptabel, 27,3 Prozent äußerten sich nicht, sind möglicherweise gar nicht eingekehrt. Ganze 53,3 Prozent der ausgewerteten Besucher können auch die Übernachtungsangebote im Ort nicht beurteilen, was den Schluss zulässt, sie waren Tagestouristen. 11,4 Prozent fanden die Ausflugsmöglichkeiten in und um Zwenkau sehr gut, 43,3 Prozent gut, 17,3 Prozent akzeptabel und sechs Prozent inakzeptabel. Keine Antwort gaben 22 Prozent.

Auf die Frage „Können Sie sich vorstellen in Zwenkau zu leben?“ meinten 36,6 Prozent Ja, von 48,7 Prozent kam ein klares Nein. Ihren Urlaub in Zwenkau verbringen, das käme für 14 Prozent immerhin für ein paar Stunden, für 26 Prozent für ein paar Tage und für 12 Prozent sogar für eine Woche in Betracht. Mehr als eine Woche wollen nur noch 0,7 Prozent bleiben. 34 Prozent sagten generell Nein zu Zwenkau als Urlaubsort. Auf das Warum wurde eine ganze Reihe von Gründen angegeben – von Gastronomie über Kultur und Sport bis zur mangelhaften Verkehrsanbindung.

„Ich bin dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Die Umfrage soll zusammen mit der 2007 durchgeführten Stadtvisite des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland die Basis für unsere weitere Arbeit sein. Ziel bleibt ein Stadtmarketingkonzept“, erklärte Schulz seinen Stadträten. Die hielten sich erstaunlich zurück. Einzig Harald Redepenning (SPD) forderte: „Wir müssen eine Diskussion anschieben, eine Arbeitsgruppe bilden und endlich konkrete Schritte für Zwenkau ableiten.“

Ulrike Witt

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