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Zitzschener Brücke soll im Herbst 2014 stehen

Zitzschener Brücke soll im Herbst 2014 stehen

Leicht haben es sich Kreis-Finanzdezernent Dirk Rasch und Hochbauchef Rolf Löcher am Dienstagabend in Zitzschen nicht gemacht. Statt die Fakten nach dem von beiden Seiten als konstruktiv bezeichneten Gespräch mit der Firma Papenburg sofort auf den Tisch zu legen, wurde fast zwei Stunden rumgeeiert.

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Baufortschritt sieht anders aus, auch wenn die Firma Papenburg die Arbeiten nach dem Baustopp Mitte Oktober wieder aufgenommen hat.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Dennoch: Die Elster-Brücke soll im Herbst 2014 stehen.

Getreu dem Motto "Wenn der Wurm einmal drin ist" mussten die Zitzschener auf die Bauherren warten. Was böse Zungen mit der Bemerkung quittierten, "die stehen wohl an der Weißen Elster und wissen nicht weiter". Als sie endlich eintrafen, räumte Rasch wenigstens mit einem Gerücht auf: "Ich versichere Ihnen, die Brücke wird gebaut. Unser Ziel ist die Fertigstellung im Herbst 2014." Ein weiterer Winter müsse vermieden werden. "Die Kosten sind schon jetzt von 1,7 auf 3,4 Millionen Euro gestiegen."

CDU-Stadtrat Horst Kalis machte sich für die Zitzschener stark. "Wir müssen täglich bis zu zehn Kilometer Umweg in Kauf nehmen und das schon über ein Jahr. Das ist unser Geld. Wie geht es denn nun weiter?" Er habe den Eindruck, dass es an der Kontrolle fehle. "Papenburg hat zwei Leute auf der Baustelle, so kann das nichts werden." Andere kritisierten die Big Bags mit denen die Wasserbaustelle trocken gehalten werden soll, die aber immer wieder weggeschwemmt würden und die Weiße Elster zudem gefährlich einengten. "Wir stehen vor der nächsten Hochwassersaison", warnte Kalis.

Rasch gestand: "Die Gemengelage ist kompliziert, die Situation dummerweise sehr verfahren." Was die Zitzschener, aber auch Bürgermeister Holger Schulz (CDU) und Bauamtsleiterin Steffi Gebauer die Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Sie hatten auf optimistisch stimmende Aussagen gehofft. Allerdings vermieden Rasch und Löcher wie auch Oberbauleiter Silvio Heymann jede Art von Schuldzuweisung.

Letztlich war es Heymann, der den Zitzschenern erklärte, dass die Baustellenbesetzung technologisch bedingt klein ist und die Big Bags in Absprache mit dem Landkreis zum Einsatz kommen. Und das so lange bis der Überbau betoniert ist. "Wir mussten vom Stahlspundverbau abrücken, weil sich bei Baugrunduntersuchungen gezeigt hat, dass zu viel Beton unter der Flussabdichtung liegt", bestätigte Löcher.

Für unrealistisch hält der Kreis derweil ein Gutachten, das Papenburg Mitte Oktober vorgelegt hat. Darin wird die Übergabe für August 2014 avisiert. "Dies ginge nur mit einer Winterbaustelle. Die kostet uns eine halbe Million Euro mehr. Das wiegt schwerer, als eine Verlängerung um weitere drei Wochen", betonte Rasch. Das sahen die Zitzschener natürlich anders.

"Wir werden den Termin Herbst 2014 halten, ob mit Winterbaustelle oder ohne", erneuerten die Bauherren am Ende ihr Versprechen. Eine Entscheidung soll Mitte November fallen. Was die von Papenburg geforderten Nachtragszahlungen betrifft, sei nach Rücksprache mit Gutachtern die Hälfte der strittigen 700 000 Euro inzwischen beglichen. Für den anderen Teil müsse die Firma Unterlagen nachreichen. Dies sei am Vormittag, bei einem durchaus konstruktiven Gespräch im Landratsamt verabredet worden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2013
Ulrike Witt

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