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Zitzschener Brücke wird frühestens 2014 fertig

Zitzschener Brücke wird frühestens 2014 fertig

Die Zitzschener sind sauer. Seit dem Hochwasser Anfang Juni ist die Brückenbaustelle an der Weißen Elster verwaist. Informationen vom Bauherrn Landkreis Leipzig gab es bislang keine.

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Chaos und Stillstand: Das Hochwasser der Weißen Elster hat Anfang Juni enorme Schäden an der Brückenbaustelle bei Zitzschen hinterlassen. Seither ruht der Baubetrieb.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Dabei sollte die Brücke im Oktober übergeben werden.

"Seit Wochen bewegt sich hier nichts mehr. Die Baustelle hätte doch nach der Flut zumindest beräumt werden können. Stattdessen sieht es aus wie nach einer Schlacht", schimpft CDU-Stadtrat Horst Kalis. Der Zitzschener vertritt den im Urlaub befindlichen Zwenkauer Bürgermeister Holger Schulz. Für viele seiner Nachbarn bedeute die Baustelle lange Wege zur Arbeit nach Leipzig. "Dass die Verbindung zum Zwenkauer See gekappt ist, kommt noch dazu", sagt Kalis. Besonders ärgere die Zitzschener, dass es der Kreis noch nicht mal für nötig erachte, die Bürger zu informieren. Inzwischen kursiere schon das Gerücht, es gäbe Versicherungsprobleme. Auch Bauamtsleiterin Steffi Gebauer muss passen: "Uns liegen keine offiziellen Informationen vor."

Auf Nachfrage der LVZ hat der Landkreis jetzt eine schriftliche Erklärung abgegeben. Doch die ist ernüchternd. "Die Fertigstellung im Jahr 2013 ist bedingt durch das Hochwasser der Weißen Elster nicht mehr möglich", heißt es in dem Schreiben. Mit der Flut Anfang Juni sei Stillstand auf der Baustelle eingetreten. Das Baufeld sei damals komplett überflutet, die Schalungen weggerissen, das bereits gestellte Traggerüst auf Zitzschener Seite stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Die Arbeiten mussten eingestellt, die Baustelle gesichert und von Material und Geräten beräumt werden", so der Landkreis. Im August werde mit der Behebung der Schäden begonnen, danach der eigentliche Brückenbau wieder aufgenommen. Unnötiger Zeitverzug, meint Kalis.

Rolf Löcher, Amtsleiter für Straßenhochbau im Landratsamt, der sich gestern doch noch telefonisch meldete, sieht das anders. "Zuerst einmal mussten wir warten, bis wir einen vernünftigen Wasserstand von 80 bis Zentimetern hatten. Erst dann konnten wir den Schaden von rund 40 000 Euro erfassen. Außerdem war eine Schadstoffanalyse notwendig. Es musste eine Planung gemacht, ein Leistungsverzeichnis erstellt und die Leistungen mussten ausgeschrieben werden." So einfach, wie sich das die Zitzschener denken würden, dass die Brückenbaufirma Papenburg in einem Abwasch die Flutschäden mit behebt, sei es nicht. "Die waren vertraglich nicht vereinbart. Um die Förderung des Projektes nicht zu gefährden, müssen wir die Leistungen der Schadensbeseitigung separat erfassen und freihändig vergeben", erläutert Löcher. Inzwischen sei das Prozedere abgeschlossen, am Freitag der Auftrag vergeben worden. "Am 1. August geht es weiter."

Dass der Kreis die Zitzschener nicht informiert habe, bestreitet Löcher. "Es gab nur eine Anfrage von der Stadt. Die Bürger können sich ja an die Bauüberwachung in Zitzschen wenden, die Leute sind vor Ort." Bleibt die Frage: Wann wird die neue Brücke über die Weiße Elster fertig sein? "Ein endgültiger Termin kann noch nicht benannt werden", sagt der Kreis. "Hoffentlich noch vor dem nächsten Hochwasser", kommentiert Kalis das.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2013

Ulrike Witt

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