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Zitzschener sind gegen Kiesabbau

Protest-Demo Zitzschener sind gegen Kiesabbau

Die Zitzschener lassen nicht locker. Am Samstagvormittag haben sie an der B 186 wieder gegen den von der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH geplanten Kiestagebau gekämpft. Rund 70 Bürger machten ihrem Unmut Luft. Unterstützt wurden sie von Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU), seinem Pegauer Amtskollegen Frank Rösel (parteilos) sowie den Pfarrern der evangelischen Kirchgemeinden Zwenkau und Zitzschen.

Hunderte Zitzschener kamen zur Demo gegen den Kiesabbau in Zitzschen an die B 186 in Zitzschen.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Die Zitzschener lassen nicht locker. Am Samstagvormittag haben sie an der B 186 wieder gegen den von der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH geplanten Kiestagebau gekämpft. Rund 70 Bürger machten ihrem Unmut Luft. Unterstützt wurden sie von Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU), seinem Pegauer Amtskollegen Frank Rösel (parteilos) sowie den Pfarrern der evangelischen Kirchgemeinden Zwenkau und Zitzschen.

„Wir wollen den Kies nicht, egal ob Trocken- oder Nassabbau. 70 Jahre Tagebau sind genug“, erklärte CDU-Stadtrat Horst Kalis, der zum dritten Mal seit Juni zur Demo aufgerufen hatte. Schon jetzt seien mehr als 20 Prozent der Kommunalfläche Wasser, weitere fünf Prozent würden mit dem beantragten Nassabbau auf 174 Hektar und den in der Folge entstehenden drei Seen für die Landwirtschaft verloren gehen. „Wir werden nicht hinnehmen, dass Schürfrechte, die nach der Wende ohne unser Wissen nach Bergrecht Ost verhöckert wurden, unsere Heimat weiter zerstören“, so Kalis. Noch hätten die Zitzschener den Glauben an díe Demokratie nicht verloren.

Rathauschef Schulz gestand: „Es schmerzt, dass unsere Probleme auf politischer Ebene so wenig wahrgenommen werden.“ Weder Landtags- noch Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis waren diesmal vor Ort. „Vielleicht passiert im Hintergrund ja etwas und wir erfahren es nur nicht“, meinte der Bürgermeister sarkastisch. Der CDU-Politiker sprach von „Auswüchsen des Kapitalismus“, wenn das Einzelinteresse eines Unternehmens über den Willen der Mehrheit gestellt werde. Schulz ist auch sauer, weil er über die Anfang September begonnenen archäologischen Ausgrabungen (die LVZ berichtete) weder vom Oberbergamt noch vom Landesamt für Archäologie informiert worden sei.

„Wir müssen selbst das Zepter in die Hand nehmen, alle Rechtsmittel ausschöpfen“, betonte er und berichtete, dass die Stadt Zwenkau derzeit mit Hilfe einer renommierten Anwaltskanzlei beim Oberbergamt in Freiberg die 1991 erteilten Bewilligungen in Frage stellt. Auch Rösel meldete sich zu Wort: „Wir Pegauer haben bis 2030 auch noch den Kohletagebau Profen/Domsen vor der Haustür. Es reicht. Wir haben andere Interessen. Wir wollen sanften Tourismus statt Lärm und Dreck.“ Schulz fügte hinzu: „Und deshalb wird es eine vierte, fünfte und wenn es sein muss, auch eine 20. Demo geben.“

Uta Gerczewski, eine 24-jährige Zitzschenerin, begeisterte die Demonstranten mit einem Rap zur Melodie von Pharrell Williams „Freedom“. Mit „Bleibt nicht sitzen, steht mit auf. Kitzen, Dalzig, Schkorlopp auch. Alles können wir schaffen, mutig, kräftig, ohne Waffen. Nein sag ich, nein sagen wir, unser Land bleibt unser hier“ rief die junge Frau zum gemeinsamen Widerstand in der Elsteraue auf.

Von Ulrike Witt

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