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Zu attraktiv, um gesperrt zu sein: Auf Getzelauer Insel wird sogar gezeltet

Zu attraktiv, um gesperrt zu sein: Auf Getzelauer Insel wird sogar gezeltet

Eigens für Markkleeberg war sie geschüttet worden, dann erhob der Naturschutz Ansprüche, am Ende wurde sie nur Sperrgebiet ohne extra Schutzstatus: Die Getzelauer Insel im Markkleeberger See hat trotz ihres jungen Alters ganz schön was auf dem Buckel.

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Einladend, aber Sperrgebiet: Die Getzelauer Insel im Markkleeberger See ist trotz ihres Status häufig Ziel von Badegästen. Selbst gezeltet wird dort ab und zu.

Quelle: Jörg ter Vehn

Markkleeberg. Inzwischen vor allem junge Leute, die einfach nur Spaß haben wollen.

Am Wochenende war es nicht nur an den Stränden des Sees überall voll. Auch auf dem Eiland nahe dem Südufer waren Badegäste, Boote, sogar Zelte zu sehen. Für Claus Mann von der Seebetriebsfirma EGW Wachau ein gewohnter Anblick: "Die Leute nehmen die Insel in Besitz. Es sind sogar schon welche rübergeschwommen", weiß er. Regelmäßig melde er solche Vorfälle dem Landkreis, der für die Durchsetzung des Sperrgebietes verantwortlich sei.

Zur Erinnerung: Auf Drängen Markkleebergs war das Eiland als Attraktion im See geschüttet worden. Markkleeberg hatte dort einen besonderen Wald pflanzen wollen. Naturschützer wie Harald Krug wiederum machten sich dafür stark, dass vor allem tertiäre Sande aufgetragen wurden, um seltenen Vögeln wie Brachpieper, Flussregenpfeifer und diversen Möwenarten Brutplätze zu schaffen. Der karge Bewuchs heute erklärt, wer sich durchgesetzt hat.

Oder auch nicht. Denn zu Dutzenden fallen an warmen Wochenenden Badegäste in das Sperrgebiet ein, das so attraktiv in der Sonne liegt und besondere Momente verspricht - zum Nachteil von Brachpieper und Co. "Wenn so viele darüberlatschen, sind die besonderen Arten bestimmt schon weg", meinte Krug gestern. Er sei seit zehn Jahren nicht mehr auf der Insel gewesen, sagte er.

Ob es überhaupt noch schützenswerte Bestände dort gibt, weiß auch das zuständige Umweltamt des Landkreises nicht. Es lägen keine aktuellen Daten über besondere Brutvorkommen auf der Insel vor, sagte Katrin Land von der Behörde gestern.

Der Kreis versuche, das Sperrgebiet nach Kräften durchzusetzen, erläuterte sie. Ein knappes Dutzend Mal pro Jahr seien sie am See mit der Polizei unterwegs, würden sie die Leute verscheuchen, auch Bußgelder verhängen.

Mann weiß um die Schwierigkeiten des Kreises, der am See nicht mal über ein eigenes Boot verfügt. Es habe auch schon Gewaltandrohungen bei solchen Aktionen gegeben, erzählt er. Selbst auf der Seesüdseite, wo die Bisons stehen, hätten schon Leute campiert.

Ihm wäre lieber, die Insel würde in die Bewirtschaftung des Sees integriert. "Mit dem Eiland könnte mal wertvolle Angebote schaffen", sagt er. Vor Jahren habe er den Verantwortlichen etwa einen Pflanzplan vorgelegt, wie die Insel zu einem natürlichen Kleinod wird, das über einen Lehrpfad erkundet werden könnte. "Dadurch bliebe es abseits des Weges auch ruhig für die restliche Natur", meint er. Vorausgesetzt, man mache das restliche Ufer nicht so einladend und betretungsfähig wie derzeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2014
Jörg ter Vehn

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