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„Zu uns kann jeder kommen“

„Zu uns kann jeder kommen“

Kurz vor Weihnachten sind die Kaufhäuser voll und die Kassen klingeln. Doch nicht jeder kann und will mithalten bei der Jagd nach Geschenken. Eine Alternative für den kleinen Geldbeutel ist der Sozialmarkt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kreisverband Leipzig-Land, in Markkleeberg.

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Freuen sich auf Kunden: Olaf Kühling (Dritter von rechts) und das Team um Christine Mieder (Zweite von links) im Sozialmarkt Lauersche Straße 4.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Anfang Mai wurde das etwas andere Kaufhaus in der ehemaligen Poliklinik in der Lauerschen Straße 4 eröffnet.

„Der Zuspruch nimmt seither stetig zu“, erklärt Olaf Kühling, Leiter des Bereichs Allgemeine soziale Aufgaben beim DRK-Kreisverband. Etwa 250 Besucher kommen pro Monat, 160 davon sind im Besitz einer Kundenkarte. Das heißt, sie gelten als sozial bedürftig, beziehen in der Regel Hartz IV oder eine schmale Rente. Auf insgesamt 200 Quadratmetern finden sie auf zwei Etagen von gut erhaltener Kleidung über Spielwaren, Bücher und Kleinelektrogeräten bis hin zu Möbeln und Haushaltsartikeln beinah alles.

„Zu uns kann jeder kommen. Wer keine Kundenkarte hat, zahlt einfach 25 Prozent Aufschlag“, sagt Marktleiterin Christine Mieder. Sie ist eine von zwei fest angestellten Mitarbeitern. Ergänzt wird ihr Team durch zwei Ein-Euro-Jobberinnen sowie geringfügig beschäftigte Männer, die für das Möbellager im Erdgeschoss zuständig sind. Während Mieder die Kunden berät, werden im Nachbarraum Kleider sortiert. Denn längst nicht alles, was in den Sammelcontainern der Großen Kreisstadt landet, kann auch guten Gewissens in den Verkauf gehen. „Im Schnitt bleiben zehn Prozent hier, der Rest wird als Alttextilie veräußert“, erläutert Kühling. Der Erlös fließe dann in soziale Projekte.

Eine Kundin, die regelmäßig den Sozialmarkt aufsucht, ist Gabriele Wennemar-Sander. „Ich bin sehr zufrieden, finde immer was, auch für meine Enkel“, betont die Markkleebergerin. Sie schaut sich gerade in der „Jeans-Abteilung“ um. Vier Euro kostet dort eine Hose.

„Wir haben auch andere schöne Sachen. Sehen Sie sich zum Beispiel mal das schwarze Ballkleid an, falls jemand Silvester ausgehen möchte, oder die Blazer und Wintermäntel“, sagt Mieder. Und sie versichert, dass nur das auf die Kleiderständer und in die Regale kommt, was sie auch selbst tragen würde. Aber genau das ist ein Problem.

„Uns werden oft Sachen und Möbel aus Haushaltauflösungen angeboten. Doch das Meiste müssen wir ablehnen, weil es einfach unmodisch und alt ist“, so Kühling. Und er räumt mit einer gängigen Vorstellung auf: „Wünsche und Ansprüche werden mit der sozialen Bedürftigkeit nicht automatisch geringer.“ Aus diesem Grund hat das DRK die vom früheren Betreiber – Stadt Markkleeberg – eingeführte Bezeichnung „Kleiderkammer“ sofort abgelegt. Wie in jedem anderen Geschäft gibt es im Sozialmarkt eine Umkleidekabine und eine Kasse.

Geklingelt hat die fürs Weihnachtsgeschäft vor allem im November. „Viele haben schon vor Wochen gezielt nach Geschenken Ausschau gehalten. Diesen Monat wird das Geld wohl fürs Festessen verwendet“, vermutet Mieder. Indes: Wer kurzfristig noch ein Geschenk braucht, der kann heute von 10 bis 16 Uhr auf die Suche gehen.

Nach der Pause über den Jahreswechsel steht das Team ab dem 3. Januar, dienstags und freitags von 10 bis 16 Uhr und mittwochs von 10 bis 15 Uhr wieder bereit. In dieser Zeit können auch Kleiderspenden abgegeben werden. Besonders gefragt sind Kindersachen. Möchte jemand Möbel spenden, sollte er sich unter Telefon 0341 30879848 melden. Innerhalb des Stadtgebietes werden Schränke, Betten und Couchgarnituren kostenlos abgeholt.

Ulrike Witt

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