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Zukunft von Bauhaus-Original ungewiss

Haus Rabe Zukunft von Bauhaus-Original ungewiss

Im Frühjahr 2016 hatte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) große Pläne fürs Haus Rabe. Das Kleinod der Klassischen Moderne sollte 2019, pünktlich zum Bauhaus-Jubiläumsjahr, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit Architekt Ansgar Schulz entwickelte er die Idee, in der Ebert-Straße 26 eine Meisterklasse Architektur anzusiedeln (die LVZ berichtete). Soweit der Plan.

Gesamtkunstwerk: Das Haus Rabe wurde 1930 von Architekt Adolf Rading im Auftrag des Arztes Dr. Rabe gebaut und von Maler und Bildhauer Oskar Schlemmer gestaltet.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Im Frühjahr 2016 hatte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) große Pläne fürs Haus Rabe. Das Kleinod der Klassischen Moderne sollte 2019, pünktlich zum Bauhaus-Jubiläumsjahr, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit Architekt Ansgar Schulz entwickelte er die Idee, in der Ebert-Straße 26 eine Meisterklasse Architektur anzusiedeln (die LVZ berichtete). Soweit der Plan.

Gut 15 Monate später ist klar: Die Idee finden in Berlin, Leipzig und Dresden viele gut, indes es scheitert an den Finanzen. Das beginnt beim Bund, der das detailgetreu erhaltene Bauhaus-Objekt vom Eigentümer, dem Hamburger Horst Schmitter, für sechs Millionen Euro kaufen wollte. Allerdings nur, „wenn der Freistaat Sachsen oder einer seiner Träger zusichert, künftig die Betriebs- und Unterhaltskosten zu übernehmen“. Doch das Land ist davon weit entfernt.

Andreas Friedrich, Sprecher des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) in Dresden, würdigt Haus Rabe als „herausragendes Gesamtkunstwerk der Klassischen Moderne“. Natürlich bestehe ein öffentliches Interesse an der Zugänglichkeit: Bau, Innenausstattung und Erhaltungszustand machten es weltweit einzigartig. Gerade mit Blick auf das bevorstehende 100-jährige Bauhaus-Jubiläum sei die Bereitschaft des Bundes sehr zu begrüßen, Mittel für den Kauf der Immobilie zur Verfügung zu stellen. Friedrich würdigt auch das Engagement vor Ort. Nur: „Die Förderstruktur im Freistaat für die allgemeine Kunst- und Kulturförderung ermöglicht keine unmittelbare Finanzierung des Betriebs durch das SMWK.“ Er hat noch einen Tipp: „Sie können gern noch mal beim Finanzministerium nachfragen.“

Gesagt, getan – und wieder erfolglos. „Wir haben keine Fördermittel fürs Haus Rabe. Vielleicht gibt es über den Denkmalschutz oder die Städtebauförderung Möglichkeiten“, sagt der dortige Sprecher Stephan Gößl. Bürgermeister Schulz in Zwenkau winkt ab: „Das lohnt sich nicht. Mich kreppt, dass der Freistaat so zögerlich ist. Dabei gibt es in Dresden durchaus Leute, die das Haus Rabe als Perle erkannt haben.“

Schulz setzt jetzt allein auf Unterstützung aus der Region. Mit dem inzwischen gegründeten Freundeskreis Haus Rabe, zu dem unter anderem Architekt Benedikt Schulz, Landtagsmitglied Oliver Fritzsche (CDU) und Ex-Bundestagsmitglied Heidemarie Lüth (Linke) gehören, sucht er nach langfristigen Finanzierungsmodellen. Immerhin würden jährlich rund 120 000 Euro für Erhalt und Betrieb benötigt. Angedacht sei, kurzfristig aus dem Freundeskreis einen Förderverein, später eine Stiftung zu gründen.

Interesse am Kulturbetrieb hat auch die Kulturstiftung Leipzig mit Denkmalschützer Wolfgang Hocquél gezeigt. Schulz will sich allerdings „nicht in Gänze von Leipzig vereinnahmen lassen“, ihm ist „die Verankerung und Identität vor Ort“ sehr wichtig. Im August hat er Termine mit Vertretern der Leipziger Hochschulen. Das Haus Rabe an eine Hochschule anzudocken, war von Ansgar Schulz angeregt worden. „Die Zusammenarbeit wäre toll und gut fürs Renommee, bringt uns aber noch nicht das benötigte Geld“, zügelt Schulz Erwartungen.

Professor Wulf Herzogenrath, Direktor der Sektion Bildende Kunst an der Akademie der Künste Berlin, rät zum Blick über die Region hinaus. „Ich glaube, dass angesichts des Jubiläums 2019 große Firmen bundesweit für das Projekt begeistert werden könnten. Das Haus Rabe ist ein besonderes Schmuckstück, weil es absolut authentisch noch den Geist des Bauhauses wiedergibt“, schwärmt er. Dies sei deutschland- und europaweit einzigartig. „Im Dreiklang von Weimar, Berlin und Dessau gehört das Original in Zwenkau unbedingt dazu“, meint er.

Von Ulrike Witt

Zwenkau Ebert- Straße 26 51.2180515 12.3342845
Zwenkau Ebert- Straße 26
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