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Markkleeberg Zusammenschluss mit Belgershain: Hochzeitsglocken läuten in Großpösna
Region Markkleeberg Zusammenschluss mit Belgershain: Hochzeitsglocken läuten in Großpösna
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08:00 25.01.2013
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Unklar ist allerdings, wie sich Belgershains bisheriger „Verlobter“ Naunhof verhält.

Denn der rund 3500 Einwohner starke Ort befindet sich seit Jahren in einer Verwaltungsgemeinschaft mit Naunhof und Parthenstein. Solche „Ehen“ können in Sachsen normalerweise nur im gegenseitigen Einvernehmen gelöst werden. Das dazugehörige Gesetz wurde im vorigen Herbst allerdings gelockert, um freiwillige Zusammenschlüsse zu erleichtern.

Großpösna ist schon lange der neue Wunschpartner von Belgershain (die LVZ berichtete mehrfach). Beide Kommunen sind eher ländlich geprägt, liegen am großen Waldgebiet Oberholz und an der selben Bahnlinie. Nach dem ersten Anbändeln vor fast fünf Jahren gibt es seit drei Jahren auch einen kulturellen Austausch über den Kunst- und Handwerkverein „KuHstall“ Großpösna. Im Vorjahr hatte die Gemeinde schließlich ihre Bürger vor die Frage gestellt: Naunhof oder Großpösna? 57 Prozent hätten sich für eine Eingliederung von Belgershain nach Großpösna ausgesprochen, erklärte die Gemeinde danach. „Damit schlossen sich die Bürger dem Gemeinderat an, der diese Variante schon seit längerem favorisiert“, heißt es. Bei einem Zusammenschluss mit Großpösna stünden sich beide Gemeinden auf ‚Augenhöhe‘ gegenüber, da es beide ländliche Gemeinden seien, so die Begründung. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung sei in Großpösna, ähnlich wie in Belgershain, niedriger als in Naunhof. Der dortige Amtsverweser Carsten Rottstädt – ein Bürgermeister wird Anfang Februar gewählt – lehnte gestern eine Stellungnahme zum Begehren aus Belgershain ab. Diese Woche sei kein Termin mehr möglich, erst ab nächsten Dienstag, hieß es.

Der Terminvorschlag ist wohl kein Zufall. Noch vor Weihnachten hatte der Belgershainer Gemeinderat einstimmig beschlossen, im entsprechenen Ausschuss die Zustimmung der an der Verwaltungsgemeinschaft beteiligten Orte Naunhof und Parthenstein zum Ausscheiden von Belgershain zu beantragen. Am Montag wollen die Gemeinderäte nun den nächsten Schritte gehen, erst den Grundsatzbeschluss zum Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft erklären, um danach den Grundsatzbeschluss zur Eingliederung nach Großpösna zu vollziehen. So sieht es die Tagesordnung der öffentlichen Gemeinderatssitzung vor, die um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses beginnt.

Zeitgleich beraten die Gemeinderäte von Großpösna über die Eingliederung des Ortes. Am Ausgang der lange vorbereiteten Entscheidung besteht kein Zweifel, Großpösna will größer werden – und muss es wohl auch, will es dauerhaft bestehen im Großraum Leipzig. Mit Belgershain käme der Ort dann auf knapp 9000 Einwohner. Der Landesentwicklungsplan sieht für Gemeinden im ländlichen Raum 5000 Einwohner als Mindestgröße vor, für Kommunen im Verdichtungsraum 8000.

Die Neugliederung entspreche den Kriterien des Freistaats über die Gebietsänderungen von Gemeinden und den „Grundsätzen für freiwillige Zusammenschlüsse für Gemeinden im Freistaat Sachsen“, heißt es in Großpösna. Mit der Eingliederung von Belgershain werde eine zukunftsfähige und verwaltungsstarke Gemeinde im ländlichen Raum des Landkreises Leipzig entstehen, verspricht Großpösna in seiner Beschlussvorlage.

Jörg ter Vehn

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