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Markkleeberg Zuwendungen der Kommunen decken Kosten für Tierheim nicht
Region Markkleeberg Zuwendungen der Kommunen decken Kosten für Tierheim nicht
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13:58 19.05.2015
Yamuk hat Glück gehabt: Annette Gruber (rechts) wird den Rüden zu sich nach Hause holen. Beratung gab es von ihrer Kollegin Cordelia Herndorf. Quelle: André Kempner

Noch ein paar Besuche und dann zieht das Fellknäuel um. Für Elvira Henkel, Vorsitzende des Tierschutzvereins Leipziger Land, der das Tierheim in Oelzschau betreibt, ist das ein Glücksfall, denn gerade in den Sommerferien stockt die Vermittlung von Hunden, Katzen und Nagern.

Lücken gibt es derzeit auch bei den ehrenamtlichen Gassi-Gehern, viele von ihnen sind im Urlaub. Zwar kümmern sich vier Tierpfleger um die Vierbeiner, "aber mit den Hunden täglich noch eine Stunde spazieren gehen, schaffen sie einfach nicht", macht Henkel deutlich. Sie ist froh, dass in diesen Wochen das Ehepaar Donner mehrmals kommt. Seit Jahren nehmen sie Hunde mit an den See und in den Wald, "sie kommen aus dem Tierheimtrubel raus und können mal das machen, was ihnen Spaß macht", sagt Horst Donner. Doch die Trennung, wenn die Tiere dann vermittelt werden, ist oft schmerzhaft, "man hängt ja doch sein Herz an die Hunde", erklärt seine Frau Ingeborg. Ein eigener kommt wegen ihrer Wohnung aber nicht in Frage, sie haben eine Katze adoptiert.

Zunehmend landen im Tierheim Oelzschau auch exotische Tiere. Allein in den vergangenen drei Wochen wurden zwei Schildkröten abgegeben, "eine Wasserschildkröte wurde auf dem Feld ausgesetzt", sagt Henkel, die über so viel Dummheit entsetzt ist. "Wer sich ein Tier holt, egal, was für eines, muss sich doch vorher informieren. Auch darüber, wie groß zum Beispiel Schildkröten werden können", schimpft sie. Für andere Exoten wie Schlangen und Leguane hat der Verein gar keine Haltungsgenehmigung. "Das würden wir nicht auch noch schaffen", sagt Henkel.

Was sie in diesen Tagen auch umtreibt, ist die Diskussion um den Mindestlohn. "Ich vermisse eine Regelung für gemeinnützige Vereine, die kommunale Aufgaben übernehmen", betont sie. Zwar zahlten die Kommunen für Fundtiere eine bestimmte Summe, doch die Gelder decken schon lange nicht mehr die Kosten. Nach 13 Jahren habe eine einzige Kommune bisher ihre finanzielle Unterstützung aufgestockt, "andere wollen einfach nicht mehr zahlen, obwohl unsere Kosten gestiegen sind". Der Verein könne beispielsweise Tierarztbehandlungen nicht einfach ablehnen, weil sie zu teuer sind. Doch viel Geld für die Mitarbeiter bleibt dann nicht. "Dabei arbeiten wir hier wirklich am Limit, wir würden unseren Mitarbeitern gerne mehr bezahlen." Henkel will daher auch mit anderen Tierheimen sprechen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. "Unseren Standard für die Tiere wollen wir halten, doch dazu müssten die Zuwendungen der Kommunen endlich steigen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.08.2014
Julia Tonne

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