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Markkleeberg Zwenkau muss bauen – sonst fehlen 180 Kita-Plätze bis 2020
Region Markkleeberg Zwenkau muss bauen – sonst fehlen 180 Kita-Plätze bis 2020
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10:10 02.11.2016
Im Zwenkauer Rathaus wird bereits der Ausbau von Kitas geplant. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Für Irritation hat im Stadtrat der Antrag von CDU und Linke gesorgt, in Zwenkau eine multilinguale Kindertagesstätte in freier Trägerschaft mit 75 Plätzen zu schaffen (die LVZ berichtete).

„Unsere Kindertagesstätten in Zwenkau und den Ortsteilen sind aktuell zu 99 Prozent ausgelastet und die Einwohnerzahl wächst weiter – laut Bevölkerungsprognose um zweieinhalb bis sechs Prozent und das sind konservative Schätzungen“, begründete der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolf-Dietrich Einicke den Antrag. Er wisse vom Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau (SSZ), Andreas Schmidt, dass es für das geplante neue Wohngebiet „Harthweide“ am Südostufer des Zwenkauer Sees schon jetzt mehr als 100 Kaufinteressenten für 75 Grundstücke gibt. Dabei steht noch nicht mal der Bebauungsplan.

„Das sind alles junge Familien, die Kita-Plätze brauchen und einen Anspruch darauf haben. Wenn wir den nicht erfüllen können, haftet die Kommune. Das hat der Bundesgerichtshof ja gerade erst bestätigt“, mahnte Einicke. Außerdem sei es wichtig, den Nachwuchs für den Lebensweg zu wappnen. „Wir leben im mitteldeutschen Chemiedreieck. Hier gibt es große Unternehmen wie Dow, die internationale Fachkräfte anziehen. Aber nur, wenn das Umfeld stimmt: Die Eltern wollen heute, dass ihre Kinder mehrsprachig aufwachsen“, sagte Einicke, selbst Chemie-Professor an der Universität Leipzig.

„Ist im Rathaus nicht bekannt, dass die Kita-Plätze in Zwenkau nicht ausreichen oder warum muss die CDU-Fraktion so einen Antrag stellen?“, wollte Werner Weihmann von den Freien Wählern wissen. Bürgermeister Holger Schulz (CDU) erklärte daraufhin, dass sich der CDU-Ortsverband bei seinem öffentlichen Stammtisch im September den Kita-Bedarfsplan von Stadt und Kreis hat präsentieren lassen. Aus diesem gehe hervor, dass die Plätze nicht nur knapp sind, sondern in drei bis vier Jahren etwa 180 fehlen werden. Nur wurden die Zahlen, wie die Freien Wähler kritisierten, bislang so noch nicht dem Stadtrat vorgestellt.

„Wir verstehen den Antrag als Auftrag an die Verwaltung zu prüfen, ob eine neu zu errichtende Kita mit einem multilingualen Konzept betrieben werden kann. Es geht nicht um einen Antrag, eine neue Einrichtung zu bauen, sondern erst mal um die inhaltliche Ausrichtung“, so Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer. Weihmanns Vorschlag beides zu trennen, wurde von CDU und Linke abgelehnt, deren Antrag schließlich bei zwei Enthaltungen der beiden anwesenden Freien Wähler einstimmig angenommen.

In der November-Sitzung will die Stadtverwaltung nun, wie Schewitzer gestern auf Anfrage bestätigte, die Zahlen detailliert öffentlich vorlegen.

Von Ulrike Witt

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