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Zwenkau und Markranstädt sind Crystal-Schwerpunkte

Zwenkau und Markranstädt sind Crystal-Schwerpunkte

Staffelstabübergabe in der DRK-Suchtberatungsstelle Markkleeberg: Nach über zehn Jahren hat Evelyn Beitz die Leitung der Einrichtung in der Hermann-Landmann-Straße 8 an Verena Blaschke übergeben.

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Evelyn Beitz (l.) und die neue Chefin Verena Raschke von der DRK-Suchtberatung.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Und die hat viel zu tun.

"Eigentlich wollte ich mich schon mit 60 ins zweite Glied zurückziehen. Jetzt, drei Jahre später, ist es nun wirklich Zeit, die Verantwortung für die konzeptionelle Arbeit in jüngere Hände abzugeben. Als Mitarbeiterin bleibe ich ja erhalten", erklärt Beitz. Sie sei froh, dass der Übergang harmonisch und vom gesamten Team getragen, ablaufe. Kein Wunder: Die Neue ist nicht wirklich neu. Blaschke gehört schon seit zehn Jahren zur DRK-Suchtberatung mit Außenstellen in Zwenkau und Markranstädt. Die 35-Jährige kennt ihre Kolleginnen, die Sozialarbeiter und -therapeuten Anne Jander und Franziska Krauß und natürlich auch Beitz bestens.

Pro Jahr betreuen die Frauen im Schnitt 500 Abhängige und sogenannte Missbräuchler, deren Angehörige und Bezugspersonen. "Zwei Drittel der Betroffenen haben ein Alkoholproblem", sagt Blaschke. Im vergangenen Jahr seien es 246 von 520 Klienten gewesen. 113 kamen wegen illegalen Drogenmissbrauchs, 49 konsumierten davon das in Sachsen inzwischen weit verbreitete Chrystal. Insgesamt habe die Zahl der Drogenabhängigen in den letzten Jahren aber nicht zugenommen. Allerdings sei bei illegalen Drogen eine deutliche Verschiebung vom Heroin zum Chrystal zu beobachten. Überhaupt habe sich im Internet- und Handy-Zeitalter einiges verändert. "So eine Szene wie früher gibt es nicht mehr, heute wird alles übers Netz geordert und nach Hause geliefert", sagt Beitz. Vorbei auch die Zeit, als das Land noch als weniger gefährdet galt, ergänzt Blaschke. Heute seien Zwenkau und Markranstädt beispielsweise Chrystal-Schwerpunkte.

"Zu uns kommen die Leute, wenn sie ihre Sucht vor der Familie und im Beruf nicht mehr verstecken können und sie finanzielle Probleme haben. Oft sind sie durch die Drogen, gerade bei Chrystal mit seiner extrem aufputschenden Wirkung körperlich auch so erschöpft, dass sie einfach nicht mehr können", berichtet Beitz. Chrystal-Konsumenten seien in der Regel Mitte Zwanzig bis Anfang Dreißig, oft gut situiert. "Die nehmen Chrystal zur Leistungssteigerung. Nicht täglich, das würde ein Körper gar nicht aushalten", sagt Blaschke. Ansonsten sei die Klientel weit gespannt, von 16 bis 78 Jahre, erzählen die Fachfrauen. Spitzen in der Alterspyramide gebe es zwischen 30 und 35 sowie 55 und 60 Jahren. Das Gros der Hilfesuchenden sei indes über 47.

Die Vorgehensweise sei bei allen Betroffenen - unabhängig von Alter und Drogenart - gleich. "Wir schauen als erstes nach dem Gesundheitszustand, vor allem ob ein Entzug in einer Klinik notwendig ist", erzählt Blaschke. An zweiter Stelle stehe die soziale und finanzielle Situation. Oft sei eine Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung angeraten.

Getroffen hat die Frauen das Aus des Tagestreffs Anfang dieses Jahres. Der Grund: fehlende finanzielle Mittel. "2012 hatten wir trotz des schon eingeschränkten und nur dank der Stadt Markkleeberg noch aufrecht zu erhaltenden Angebotes 634 Besucher und 467 ausgegebene Mahlzeiten. Die Zahlen zeigen doch, dass der Bedarf da ist", schimpft Beitz. Gespräche im Landratsamt hätten nichts geändert, dabei sei die Suchthilfe 2013 um 20 000 Euro aufgestockt worden. "Wir fragen uns, wo das Geld hinfließt", sagt sie verärgert.

Wichtig ist Beitz und Blaschke die Präventionsarbeit in Schulen. 2012 haben sie 56 Unterrichtsstunden abgehalten. "Wir nehmen immer Betroffene aus Selbsthilfegruppen mit und haben wirklich gute Gespräche mit den Jugendlichen", betont Blaschke. Für den 26. November sei zudem ein Fachtag "Sucht und Alter" im Kleinen Lindensaal geplant. Denn auch das hat sich verändert: Immer mehr alte Menschen greifen zur Flasche - oft aus Einsamkeit.

Die DRK-Suchtberatungsstelle Markkleeberg ist unter Telefon 0341 3580762 oder per Mail an suchtberatung@drk-leipzig-land.de erreichbar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.10.2013

Ulrike Witt

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