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Zwenkauer Kicker brauchen mehr Platz

Zwenkauer Kicker brauchen mehr Platz

In Sachen Kinder- und Jugendarbeit ist der VfB Zwenkau 02 eine Top-Adresse. Das haben Präsident Sylvio Krüger und Jugendleiter Torsten Wiedner erst vor wenigen Wochen schriftlich von der Egidius-Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bekommen.

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VfB-Jugendleiter Torsten Wiedner macht sich für seine Zwenkauer Kicker stark.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Die zeichnet Jahr für Jahr Vereine aus, die sich überdurchschnittlich für den Nachwuchs engagieren. Im Fokus stehen nicht Siege und Meisterschaften, sondern Qualität und Integration.

Dass der Jugendausschuss des Sächsischen Fußballverbandes den VfB als einen von nur vier Vereinen im Freistaat vorgeschlagen hat, macht Wiedner stolz. Gleichzeitig sorgt er sich um die Zukunft. "Die Auszeichnung soll uns Ansporn sein, unsere gesellschaftlich verantwortungsvolle Arbeit fortzuführen. Aber wie soll das unter beengten Platzverhältnissen gehen?", fragt der 39-Jährige. Angesichts der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Mitgliederzahl gebe es inzwischen zu wenig Spielstätten, die ein niveauvolles Training für alle erlauben.

Aktuell haben die 170 Kicker vom Bambini bis zum C-Jugendlichen, die in Zwenkau das Fußball-Einmaleins erlernen, nur drei Plätze zur Verfügung. Zwei davon im Eichholz-Stadion. Der komplette Kleinfeldtrainingsbetrieb findet in der - zuletzt durch Dauerregen ständig nassen Senke statt. Lediglich die Bambinis dürfen auf den der ersten Mannschaft vorbehaltenen großen Platz. Der von der DFB-Initiative vor Jahren finanzierte Hartplatz an der Kegelbahn sei nur zum Rumbolzen geeignet und berge durch die Kiesauflage eine hohe Verletzungsgefahr, erläutert Wiedner. Bleibt noch der Trainingsplatz an der Germania-Baude im Pulvermühlenweg. "Kein Sanitärtrakt, kaum geeignet für Großfeldmannschaften und für die Kleinen zu weit. Dort spielt nur die C-Jugend, Jahrgang 1998/99. Den Jungs können wir zumuten, sich im Eichholz-Stadion umzuziehen und in den Pulvermühlenweg zu joggen. Ideal ist das aber nicht", betont Wiedner.

Und das Platzproblem wird immer akuter. "Wir nehmen jedes Jahr eine komplette Mannschaft neu in den Spielbetrieb auf. In der Saison 2013/14 wird das ein zweites D-Jugend-Team sein", so Wiedner. Für diese positive Entwicklung hat der VfB einiges getan: "Wir sind aktiv in die Kitas, die Grundschule und den Hort gegangen, haben Bambini-Turniere und den Kita-Cup auf die Beine gestellt", berichtet der Jugendleiter. Ende des Jahres werde die Jugendabteilung die 200-er Marke knacken. Der Familienvater, der einst selbst beim VfB gespielt hat und über den Sohnemann zum Trainer wurde, weiß um den Wert des runden Leders. "Sport diszipliniert die Kinder, sie finden Freunde und haben vor allem Spaß. Wer im Verein ist, sitzt am Nachmittag nicht gelangweilt vor dem Fernseher und kommt auf dumme Gedanken", meint Wiedner.

Das hat er auch Bürgermeister Holger Schulz (CDU) erklärt, als er ihn als Eigentümer der vom VfB gepachteten Sportanlagen um Unterstützung bat. Wiedner und seine 20 ehrenamtlichen Trainer und Übungsleiter wünschen sich einen wetterunabhängig bespielbaren Kunstrasenplatz am Eichholz, mindestens aber einen zweiten Rasenplatz. Solche Träume zu erfüllen, sieht sich der Rathauschef in Anbetracht klammer Kassen aber nicht im Stande.

"Unsere Priorität liegt auf dem Ausbau des Schulzentrums. Wenn wir dort nicht investieren, gibt es irgendwann keine Kinder mehr in Zwenkau und damit auch keine Nachwuchsfußballer", erklärt Schulz. Außerdem sei das Eichholz als FFH-Gebiet besonders schützenswert, bauliche Veränderungen unterlägen strengsten Auflagen. Wiedner ist enttäuscht: "Die Stadt sieht nicht, was wir hier leisten. Für den Bürgermeister sind wir nur einer von über 60 Vereinen in Zwenkau. Aber wir tun mehr. Fußball hilft bei der Integration von Zuzüglern und bringt alle sozialen Schichten zusammen."

Das weiß auch der passionierte Skilangläufer Schulz. Er bietet dem VfB zwei Alternativen: den Sportplatz der Eintracht Großdalzig und eine Fläche im Waldbad. Erstere hält Wiedner logistisch für nicht beherrschbar. Schließlich kämen viele kleine Kicker mit dem Rad zum Training, über die B 186 sei das zu gefährlich. Das Waldbad könne er sich hingegen übergangsweise als Trainingsstätte vorstellen. Allerdings seien einige Vorarbeiten notwendig. So müssten geeignete Tore errichtet, das Spielfeld gekreidet und vor dem Herbst Flutlichtmasten aufgestellt werden.

Investieren müsse die Stadt aber auch im Eichholz-Stadion. "Die Toiletten und die Umkleiden sind in einem schlechten Zustand. Da brauchen wir dringend Hilfe." Laut Schulz gibt es noch diese Woche ein Gespräch mit dem VfB.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2013

Ulrike Witt

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