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Markkleeberg Zwenkauer Konfektionshaus Pfeifer schließt nach 134 Jahren
Region Markkleeberg Zwenkauer Konfektionshaus Pfeifer schließt nach 134 Jahren
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17:50 19.05.2015
Ausverkauf: Noch stehen Gerda und Klaus Pfeifer täglich in ihrem Geschäft in der Leipziger Straße 11. Ende Februar gehen sie endgültig in Rente. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Gegründet wurde es 1879 vom Großvater Richard Pfeifer.

"Wir haben das Geschäft mit Leib und Seele betrieben, aber jetzt, im fortgeschrittenen Alter, geht es gesundheitlich nicht mehr. Und ein bisschen möchten wir unseren Lebensabend ja auch noch genießen", sagt Gerda Pfeifer vor halbleeren Regalen. Die Endsiebzigerin ist der Typ resolute Geschäftsfrau mit Herz. Das wissen ihre Kunden seit Mitte der Siebziger zu schätzen. Damals heiratete sie in das Familienunternehmen ein.

"Das war gar nicht so einfach. Als HO-Verkaufsstellenleiterin war ich für einen Lebensmittelladen und eine Molkerei in Liebertwolkwitz zuständig." Nun sollte sie Dederonschürzen, Nachtwäsche und Hosen an die Frau und den Mann bringen. "Und das unter Aufsicht der Schwiegermutter", erinnert sich die rüstige Seniorin und lacht.

Als Private und später im Kommissionshandel mussten Pfeifers kämpfen. "Was denken Sie, was ich bei der GHG für ein Theater gemacht habe, wenn die HO nebenan Lederhandschuhe zugeteilt bekam, wir aber nicht", berichtet Gerda Pfeifer. Sie kann viele Geschichten erzählen. Zum Beispiel wie plötzlich jeder Zwenkauer eine Schmidt-Mütze wollte, wie sie charmant eingegriffen hat, wenn sich Kunden von ihrer Konfektionsgröße nicht trennen konnten. "Ich sehe sofort was passt - egal ob Bluse, BH oder Hose", sagt sie mit Kennerblick.

In den letzten Jahren haben Pfeifers viele ihrer Stammkunden verloren. Die meisten sind mit den Geschäftsleuten alt geworden. "Jetzt kommen einige extra noch mal her, wollen mit uns quasseln, uns drücken. Sie glauben nicht, was hier für Tränen fließen", sagt Gerda Pfeifer. Und natürlich hätten viele ein letztes Mal zugeschlagen. "Wir haben immer Qualität verkauft und das bleibt auch bis zum letzten Tag so."

Klaus Pfeifer steht bis dahin in seiner zurückhaltend-freundlichen Art hinter der alten Krupp-Kasse. Der Chef schmunzelt, als seine Frau in die Wohnung überm Laden stürzt, um Kartoffeln anzusetzen. "Ich freue mich auf unsere Ausflüge. Dann müssen wir nicht mehr bis 18 Uhr warten", ruft sie. Klaus Pfeifer hat keine großen Pläne, er bleibt seiner Fußball-Leidenschaft und dem VfB-Zwenkau treu.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.01.2013

Ulrike Witt

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