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Markkleeberg Zwenkauer Mäuse präsentieren neues Kabarettprogramm: „Einigkeit und Recht und Freizeit“
Region Markkleeberg Zwenkauer Mäuse präsentieren neues Kabarettprogramm: „Einigkeit und Recht und Freizeit“
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15:55 29.09.2015
Gelungene Premiere: Humorvoll schauen die Zwenkauer Mäuse auf den deutsch-deutschen Alltag im 25. Jahr der Einheit. Quelle: Foto: André Kempner
Zwenkau

Kurz vor dem 25. Jahrestag der Deutschen Einheit haben die Zwenkauer Mäuse jetzt ihr neues Kabarettprogramm „Einigkeit und Recht und Freizeit“ präsentiert. Die 120 Plätze in der als Kulturstätte umgenutzten Schleckerfiliale waren bei der Premiere am Wochenende restlos ausverkauft. Das Publikum gab sich erwartungsfroh, das Lampenfieber bei den neun Laiendarstellern war riesig.

„Los Leute bewegt Euch, heute ist jemand von der Gema da. Für ne Sportveranstaltung müssen wir weniger zahlen“, erklärte Suntina Rabich forsch und forderte die Gäste auf, sich zur Nationalhymne zu erheben. Nach dem pathetischen „Entree“ widmeten sich die Kabarettisten ausgiebig den deutsch-deutschen Unterschieden: auf dem Arbeitsmarkt, beim Gehalt und der Moral. Dabei riskierten die Sachsen gern einen Blick nach Bayern. Uwe Kratz schlug zur Freude der Besucher, wenn auch mit Texthänger, eine „Weißwurschtpauschale“ und ein „Brezen-Splitting“ vor und meinte: „Egal, was es ist, die CSU wird schon was draus machen.“

Dass politisches Kabarett eine Kunst ist, die nur die Besten beherrschen, zeigte sich leider allzu deutlich bei der angedeuteten Pegida-Demo und den Kalauern zur Flüchtlingskrise. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Amüsant war indes der Blick in den Ehealltag deutscher Wohnstuben, bei dem sämtliche Klischees über Frauen und Männer jenseits von Ost-West-Grenzen ausgekostet wurden. „Familie Bräuer“ und „Schaggi“ schienen erschreckend gut den Niederungen des Privat-TVs entsprungen.

Ein Höhepunkt im mit über zweieinhalb Stunden etwas lang geratenen Programm waren die sangesfreudigen „Trotzköppe“ um Bürgermeister Holger Schulz. Mit ihrem Anglerlatein, bei dem sie auf Hits und lockere, bisweilen auch schlüpfrige Texte setzten, brachten die „Anglerboys“ Stimmung in den Laden. Liebenswert gab Uwe Kratz den 0815-Beamten, der im Rathauskeller von Superman-Einsätzen träumt. Hübsch auch der umgekehrte Enkeltrick mit der gewohnt stimmgewaltigen Jana Kratz. Dass in 25 Jahren so manches aus DDR-Zeiten in Vergessenheit geraten ist, bewies der Zeitzeuge, „der 1994 mutig in den Westen geflüchtet ist“.

Entstanden ist das neue Mäuse-Programm wíe seine Vorgänger am Rabich´schen Küchentisch, wie Kameramann Lothar Rabich verriet. Wer Suntina Rabich, Jana und Uwe Kratz, Ines Engert, Jürgen Röhr, Niels Schulz sowie den fast vollständig in der Kabarett-Familie generierten Nachwuchs Maria Rabich, Eric Kratz und Max Kionke live erleben möchte, muss Glück oder Geduld haben. Denn die nächsten Veranstaltungen am 9. und 10. Oktober sind (eigentlich) ausverkauft, weitere Auftritte erst 2016 am 1., 2., 8. und 9. April in Zwenkau sowie am 22. April in Zitzschen geplant.

Von Ulrike Witt

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