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Zwenkauer See: "Jetzt haben wir endlich Planungssicherheit"

Zwenkauer See: "Jetzt haben wir endlich Planungssicherheit"

Aufatmen in Zwenkau: Die Terminkette für die Übergabe des Zwenkauer Sees steht. Zum Hafenfest im Mai 2015 soll das mit 970 Hektar größte Gewässer im Südraum freigegeben werden.

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Vom neuen Rastplatz Kaiserweg am Ostufer aus haben Wanderer und Radfahrer eine gute Aussicht auf das im Bau befindliche maritim-touristische Wohn- und Gewerbegebiet Seebad Zwenkau.

Quelle: André Kempner

Zwenkau/Leipzig. "Die Flutung verläuft planmäßig im Sinne einer vorzeitigen Nutzung", erklärte Rolf Schlottmann vom Tagebausanierer LMBV jetzt beim Pressetermin der Steuerungsgruppe Neuseenland.

"Der aktuelle Wasserstand beträgt 110,78 Meter, zum Jahresende 2014 sollen es 112 Meter sein", bestätigte der Fachmann Informationen der Stadt und des Eigentümers und Projektentwicklers Sächsisches Seebad Zwenkau. Im Frühjahr 2015 werde mit 113,1 Metern der untere planfestgestellte Endwasserstand erreicht, wenn notwendig auch beschleunigt mit Elsterwasser. Wobei die Vorhaltung von 18,5 Millionen Kubikmeter Stauraum zum Schutz Leipzigs Vorrang vor allen Überlegungen - auch solchen zur Förderung des Tourismus - habe. "Die weitere Flutung bis zum mittleren Endwasserstand von 113,5 Metern und einem Volumen von 176 Millionen Kubikmeter erfolgt bis 2018 in Abhängigkeit vom Bau des Harthkanals", betonte Schlottmann.

Die Arbeiten an der 790 Meter langen Verbindung zwischen Zwenkauer und Cospudener See, die sowohl für die Ableitung von Überschusswasser aus dem Hochwasserspeicher Zwenkauer See als auch touristisch genutzt werden soll, und neben dem Einlaufbauwerk Zitzschen und dem Auslaufbauwerk Knauthain die dritte wasserwirtschaftliche Anlage sein wird, lägen im Plan. "Im September beginnen wir mit der Baugrundverdichtung. Anfang 2016 kann dann der eigentliche Bau starten. Die Fertigstellung ist im Jahr 2018 vorgesehen", sagte der Leiter Planung Mitteldeutschland. Die Finanzierung des 20 Millionen Euro teuren Harthkanals einschließlich Schleuse und zwei Brücken übernehmen der Bund (Paragraf 2) und das Land (Paragraf 4) über das Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung. Allein die Bodenvergütung des Kippengeländes werde zehn Millionen kosten.

Um die vorzeitige Nutzung zu gewährleisten, arbeite die LMBV zielstrebig an allen Sanierungsmaßnahmen, versicherte Schlottmann. Dies gelte für das Entfernen der Baumkronen in den Böschungsbereichen und über der Wasseroberfläche, was ab September geschehen soll, wie die Sicherung der Filterbrunnen. Begonnen habe die Verwahrung von 60 ufernahen Brunnen, weitere 600 würden schrittweise folgen.

Auch mit dem Seerundweg gehe es voran. "In diesem Jahr wird der Ausbau in südlicher Richtung zwischen Kap Zwenkau und B 2 in drei Abschnitten mit 3,50, 4,75 und sechs Meter Breite realisiert. Baubeginn für den 2,3 Kilometer langen Weg ist im zweiten Halbjahr, die Fertigstellung im Frühjahr 2015", erläuterte Schlottmann.

Fortgesetzt werde auch die Neutralisation des Wassers im See. Bekanntlich bereitet das Gewässer aufgrund der großen Innenkippe mehr Probleme als andere Seen im Südraum. Seit Mitte 2011 wird deshalb Branntkalk eingebracht. Mit Erfolg, wie Schlottmann sagte, auch wenn die Wasserqualität noch nicht den Ansprüchen der Sanierer genüge. "Durch das begleitende Monitoring wissen wir aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Der ph-Wert sei inzwischen von 2,6 auf 3,8 gestiegen, das Ziel laute indes 6,0. Auf Nachfrage erklärte Schlottmann, dass eine langfristige Nachsorge über die Fertigstellung des Sees 2018 hinaus wahrscheinlich ist. Dies sei durch die Verdünnung mit Wasser der Weißen Elster und Sümpfungswasser aus dem Tagebau Profen aber auch durch die weitere Zugabe von Kalk möglich.

"Jetzt haben wir endlich die für Investoren so wichtige Planungssicherheit", betonte Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Er sei dankbar, verbindliche Aussagen erhalten zu haben. "Jetzt werden wir schnellstmöglich in das Schiffbarkeitsverfahren eintreten", so Schulz. Wobei dem Zwenkauer See, wie Landrat Gerhard Gey als Leiter der Steuerungsgruppe Neuseenland sagte, möglicherweise eine besondere Rolle zukommen wird. Als einziges Tagebaufolgewässer in der Region könnten auf ihm vergaserangetriebene Motorboote freie Fahrt bekommen. Wie berichtet, sollen alle anderen Seen Elektrobooten vorbehalten sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2014
Ulrike Witt

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