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Zwenkauer See: Ziel und Weg klar definieren

Zwenkauer See: Ziel und Weg klar definieren

Als Projektentwickler und Eigentümervertreter warnt er ein Jahr vor der Freigabe vor Stillstand. In der Pflicht sieht er nicht nur den Tagebausanierer, sondern auch den Landkreis und Leipzig.

"Wissen Sie, warum wir uns 2004 auf das Risiko

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Steter Mahner: Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Sächsisches Seebad Zwenkau. Hinter ihm ist das noch trockene Becken des Yachthafens zu sehen. Links baut das Leipziger Architekturbüro Schulz & Schulz sein neues Büro, rechts die SSZ ihre Ferienwohnungen.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Als Projektentwickler und Eigentümervertreter warnt er ein Jahr vor der Freigabe vor Stillstand. In der Pflicht sieht er nicht nur den Tagebausanierer, sondern auch den Landkreis und Leipzig.

"Wissen Sie, warum wir uns 2004 auf das Risiko Zwenkauer See eingelassen haben?", fragt Schmidt und antwortet gleich selbst: "Weil es einen Masterplan, verankert in der Regional- und Braunkohleplanung gab." Sozusagen einen Pakt einer ganzen Region. "Es sollte eine Entwicklung aus einer Hand mit einer langfristigen Wertschöpfungskette werden ", erklärt Schmidt. Inzwischen wisse er, die Kommunen würden zu oft mit den Problemen allein gelassen. "Längst stoßen sie insbesondere in den Bauämtern an ihre Kapazitätsgrenzen", sagt Schmidt. Ein Problem, auf das der Zwenkauer Bürgermeister Holger Schulz (CDU) erst jüngst eindringlich hingewiesen hatte (die LVZ berichtete).

Schmidt sieht den Landkreis Leipzig und über den Zweckverband Neue Harth auch die Stadt Leipzig in der Verantwortung. "Beide müssen ihre Führungsrolle stärker wahrnehmen, die regionalen Entwicklungsziele hinsichtlich Quantität, Qualität und Priorität endlich offen nach außen kommunizieren."

Es sei gut, Ziele, wie mit der Neuseenland-Charta geschehen, festzulegen, aber es fehle noch der zweite Schritt. "Es muss festgeschrieben werden, was wie wann und mit welchen Mitteln konkret umgesetzt wird."

Jüngstes, kontraproduktives Beispiel seien die zum Fahrplanwechsel avisierten Einschränkungen bei den Buslinien 100 und 107. "Einerseits sollen die Seen laut Charta mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen werden, andererseits wird der ÖPNV gekürzt." Investitionen seien immer auch eine Frage des Vertrauens, mahnt Schmidt.

"Die Interessen des Südraumes müssen konsequent nach außen vertreten werden. Wenn nicht jede See-Anrainer-Kommune allein mit der LMBV verhandeln müsste, könnten wir schon viel weiter sein", ist Schmidt überzeugt. Knapper werdende Ressourcen erforderten eine klare Linie beim Einsatz öffentlicher Mittel, aber eben auch eine klare Definition zu Sanierung und Folgenutzung seitens des Landkreises.

"Eine flächendeckend gleichmäßig hohe Entwicklung im Südraum halte ich für unrealistisch. Es ist sinnvoller, auf einige, wirklich erfolgversprechende Projekte zu setzen. Natürlich macht man sich damit nicht überall Freunde, aber es schafft Planungssicherheit", betont Schmidt. Wettbewerb zwischen den Kommunen sei okay, aber man müsse wissen, welche Ressourcen dieser binde und wann die Sache nach hinten losgehe. "Die Region Leipzig steht ja auch überregional in einem Wettbewerb", so Schmidt.

Bei aller Kritik sei er optimistisch, dass der Zwenkauer See 2014 aus dem Bergrecht entlassen werden könne. Landrat Gerhard Gey (CDU) habe versprochen, bei der LMBV hinsichtlich Wegebau, Baumrodung und Verfüllung der alten Filterbrunnen auf Einhaltung der Fristen zu drängen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.10.2013

Ulrike Witt

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