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Markkleeberg Zwenkauer See möglicherweise erst 2017 voll
Region Markkleeberg Zwenkauer See möglicherweise erst 2017 voll
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15:16 19.05.2015
Hochwasserschutz ist in Zwenkau fünf Monate nach der Flut ein Riesenthema, wie die vollbesetzten Stuhlreihen im Kulturkino beweisen. Quelle: André Kempner

Den Vortragsreigen eröffnete der Leiter der Regionalen Planungsstelle Westsachsen, Andreas Berkner, mit einem Rückblick auf das Juni-Hochwasser."Das Einlassbauwerk Zitzschen ist aus meiner Sicht eine der effektivsten Investitionen, die jemals getätigt wurde." Mehr noch: Zum ersten Mal habe ein Tagebausee ein Hochwasser unbeschadet überstanden. "Dafür haben wir 20 Jahre gekämpft", so Berkner. Seine Sorge: "Mit jeder Woche nimmt die Sensibilität ab, wir müssen zügig handeln, wenn wir etwas durchsetzen wollen."

Die Landesdirektion war doppelt vertreten, mit Vizepräsident Michael Feist und Klaus Häfner vom Referat Hochwasserschutz. Während Feist die gute Zusammenarbeit im Juni lobte, ging Häfner auf das Hochwasserkonzept für die Weiße Elster ein. Oberstes Ziel sei der Schutz Leipzigs. "Der Zwenkauer See muss die 18,5 Millionen Kubikmeter Retentionsraum ersetzen, die durch die Erschließung der Tagebaue Cospuden und Zwenkau weggefallen sind." Möglich sei dies erst, wenn der Auslass und der Harthkanal übergeben sind. "Da die Verbindung zum Cospudener See nicht vor 2018 fertig wird, muss die Entlastung des unteren Teils ab 2015 eine Heberleitung übernehmen."

Mit einer Grafik führte er vor Augen, was passiert wäre, wenn zwischen 3. und 5. Juni nicht 20 Millionen Kubikmeter Elsterwasser in den See geleitet worden wären. "Der Leipziger Südwesten hätte unter Wasser gestanden, selbst Halle hat profitiert." Für Unruhe sorgte seine Aussage, dass der Zwenkauer See mit 35 Millionen Kubikmeter Reserveraum ohne Probleme noch zwei größere Hochwasser verkraften könne. Erstaunt nahm das Publikum auch auf, dass der Endstand von 113,5 Metern erst nach Übergabe des Auslassbauwerkes, also ab 2015 angepeilt wird. Ende 2014 würden erst 111,5 Meter erreicht. Aktuell liege der Pegel bei 110,28 Meter, sagte LMBV-Planer Schlottmann.

Er widmete sich der Frage: Welche Auswirkungen hat das Hochwasser auf die Sanierung? Immerhin war der See binnen 55 Stunden um zweieinhalb Meter auf 109,5 Meter gestiegen und statt 68 gleich 80 Prozent des Füllgrades erreicht. Die gute Nachricht: "Beim Monitoring konnten wir keine negativen Auswirkungen auf die Böschungsstabilität feststellen." Anders als erwartet, habe sich hingegen die Wasserqualität nur geringfügig verbessert. "Daher werden wir weiter monatlich 500 bis 600 Tonnen Brandkalk einbringen."

Wegen der schnellen Flutung steht die LMBV vor einem Dilemma. Das Hochwasser habe zwar zwei Jahre gespart, aber das Auslaufbauwerk sei noch nicht fertig und vor Erklärung des Allgemeingebrauchs noch einiges zu tun. "Optimal wäre die Flutung über die Ringleitung Profen. Dann würden wir den Endstand erst 2017 erreichen. Oder wir führen Wasser aus der Weißen Elster zu, dann ist 2014 zu schaffen", erläuterte Schlottmann. Die Frage sei, was einen höheren Stellenwert habe - der Hochwasserschutz oder die Nutzung. "Die Verantwortungsträger müssen eine Entscheidung treffen." Anspruch der LMBV sei nach wie vor 2014, versicherte er auf Nachfrage. Berkner stellte klar: "Die Nutzung ist nicht an die 113,5 Meter gebunden."

Komplimente machte Axel Bobbe, Chef der Landestalsperrenverwaltung. "Dass Eure Deiche gehalten haben, lag an der exzellenten Deichverteidigung." Fakt sei aber auch, die Deiche in und um Leipzig hielten kein weiteres Hochwasser aus. Wichtig sei deren zügige Instandsetzung sowie der Bau und die Pflege von Deichverteidigungswegen. Bobbe lobte das Landratsamt. "Anders als in Leipzig konnten wir hier innerhalb weniger Tage das Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde herstellen und mit der Deichsanierung beginnen. Ende das Jahres sind wir im Bereich Zwenkau fertig."

Schulz bat die Fachleute: "Lassen Sie uns nicht im Regen stehen." Symbolisch gab es für jeden, auch Petra Hahn vom Landratsamt, einen Schirm in den Stadtfarben blau-weiß.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2013
Ulrike Witt

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