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Zwenkauer See wird zur blauen Lagune

Zwenkauer See wird zur blauen Lagune

Der Zwenkauer See hat in den vergangenen vier Wochen seine Farbe verändert. War das mit 970 Hektar größte Gewässer im Leipziger Südraum bis Anfang April noch unscheinbar grün, ist es jetzt auffallend blau geworden.

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Blick auf den Hafen des Zwenkauer Sees mit Baustelle vom Harthkanal im Hintergrund. Der See sieht durch den Kalk richtig blau aus.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Ursache ist nicht die Sonneneinstrahlung, was so mancher Besucher vermutet, sondern eine chemische Reaktion.

"Um Mitte/Ende Mai die Heberleitung zum Cospudener See in Betrieb nehmen zu können, muss das Wasser mindestens einen ph-Wert von 6, besser noch von 8 haben. Deshalb bringen wir seit 9. April mit Erlaubnis der Landesdirektion mit einem Sanierungsschiff verstärkt Branntkalk ein", erklärt Gert Pöthe, zuständiger Projektmanager beim Tagebausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). Genehmigt seien 1000 Tonnen, zudem gebe es eine Option auf weitere 500 Tonnen. Als im Juni 2011 die stationäre Anlage in Zitzschen startete (die LVZ berichtete), lag der ph-Wert mit 2,6 noch tief im sauren Bereich. Knapp vier Jahre und rund 24 500 Tonnen Branntkalk später, war im März ein ph-Wert von fast 5 erreicht.

"Voraussichtlich bis 8. Mai fährt das Schiff von der Beladestelle am Nordwestufer nahe des Auslaufbauwerks Knauthain über den See. Pro Fahrt werden etwa acht Tonnen Kalk geladen, pro Tag etwa 75 Tonnen ins Wasser eingebracht. Inzwischen dürften es knapp 1000 Tonnen sein, die gleichmäßig über den See verteilt worden sind", sagt Pöthe. Durch das Ausfällen der Säureträger Eisen und Aluminium sei der ph-Wert eine Woche vor See-Eröffnung auf 6 gestiegen und der Zwenkauer See zur blauen Lagune geworden.

Der Branntkalk wird übrigens nicht einfach ins Wasser geschüttet. "Das Schiff saugt einen Wasserstrom an. Über Dosierschnecken wird der Branntkalk zugegeben und am Heck als fertige Mischung ausgelassen", erläutert Pöthe das Verfahren, das auch schon auf dem Haselbacher See und im Lausitzer Neuseenland erfolgreich eingesetzt wurde.

Der neutralisierende "Farbanstrich" kostet die LMBV rund 300 000 Euro. Während das Kalkschiff in den nächsten Tagen seine Arbeit beenden wird, bleibt die stationäre Anlage am Zitzschener Ufer weiter in Betrieb. Laut Genehmigung der Landesdirektion dürfen insgesamt bis zu 30 300 Tonnen Branntkalk in den Zwenkauer See eingebracht werden. "Ab der Eröffnung am nächsten Wochenende wird die Anlage Zitzschen natürlich mit Bojen abgesperrt, damit kein Wassersportler zu Schaden kommen kann", betont Pöthe. Ulrike Witt

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2015
Ulrike Witt

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