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Markkleeberg Zwenkauer freuen sich über ihr saniertes Kulturkino
Region Markkleeberg Zwenkauer freuen sich über ihr saniertes Kulturkino
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07:00 27.03.2017
Sie haben allen Grund nach insgesamt 13 Jahren Sanierung an der neuen Bar im Saal anzustoßen: Steffen Wieser und Susanne Schönherr, dahinter weitere Mitstreiter der Kulturinitiative Zwenkau. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Das Kulturkino erlebte am Samstag den ersten Ansturm nach der Wiedereröffnung. Hunderte Zwenkauer schauten sich ab dem Nachmittag in dem sanierten Haus in der Hugo-Haase-Straße um, schlenderten mit Zuckerwatte und Popcorn durch ihr altes neues Kulturkino.

„Gott sei dank, dass das so schön geworden ist. Das Kulturhaus abzureißen, so wie es 2003 geplant war, wäre ein Skandal gewesen. Hochachtung vor der Kulturinitiative, wie die über viele Jahre ehrenamtlich angepackt hat“, sagte Gunter Züfle. Die Zwenkauer müssten jetzt nicht mehr unbedingt nach Leipzig fahren, um Kultur zu erleben. „Wir können auch hier feiern und ins Kino gehen“, meinte seine Frau, Manuela Züfle. Wie viele Gäste am Samstag schwelgten sie – er 65 Jahre, sie 62 - in Erinnerungen an frühere Faschings- und Silvesterpartys.

Auch für die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf war es ein Wiedersehen. „In den Achtzigerjahren habe ich in Zwenkau in der LPG gearbeitet. Damals hatten wir ein Anrecht und sind regelmäßig hergekommen“, erzählte sie. Was die Kulturinitiative um Steffen Wieser und Susanne Schönherr geschaffen habe, sei fantastisch. „Den Mut und die Kraft, sich dem großen Haus anzunehmen, habe ich von Anfang an bewundert. Deswegen haben wir als Familie auch gespendet“, so Landgraf. Wie berichtet, waren 2016 allein für die neue Saal-Bestuhlung aus privater und gewerblicher Hand noch einmal 36 000 Euro zusammengekommen. Sie freue sich für ihre Kinder, dass die Kultur in Zwenkau wieder eine Zukunft hat, betonte Landgraf.

„1989 bin ich im Kulturhaus eingeschult worden“, verriet Delia Gray. Die 33-jährige, gebürtige Zwenkauerin hatte wohl die weiteste Anreise. Sie kam mit ihren Kindern Annabelle und Sebastian aus England. Dort habe sie zehn Jahre gelebt. Jetzt sei sie mit ihrem Mann auf dem Sprung in ihre neue Heimat Berlin. „Das Haus ist total schön. Gut, dass das nicht eine Sporthalle, sondern wieder ein Kulturtreff geworden ist“, lobte Gray.

Für Annerose Köck, 63 Jahre, und Suntina Rabich, 54, war der Besuch am Samstag „mit ein bisschen Wehmut“ verbunden. „Mein verstorbener Mann Hans-Joachim Siegel hat von 1976 bis 1990 das Kulturhaus geleitet, ich das Café in der ersten Etage“, berichtete Köck. Im Anbau hätten sie ihre Dienstwohnung gehabt. „Heute kommen viele Erinnerungen hoch“, sagte sie mit einer Träne in den Augen. Rabich saß damals an der Kasse und ist durch die Kabarettgruppe „Zwenkauer Mäuse“ bekannt. „Wir waren einer der Zirkel, die im Kulturhaus gegründet wurden“, sagte sie. Und der einzige, der noch heute aktiv ist. „Ich bin froh, dass sich Leute dem Erhalt angenommen haben. Das Haus nach der Wende verlottern zu sehen, das hat weh getan“, gestand Rabich.

Wie viele Höhen und Tiefen die ehrenamtlichen Bauherren bei dem Mammutprojekt erlebt haben, konnten die Besucher dank der eindrucksvollen Film-Doku „14 Jahre in 14 Minuten“ zumindest erahnen. Fazit eines Mannes im proppevollen dunklen Kinosaal: „Wahnsinn, die haben sich wirklich viel Mühe gegeben.“

Von Ulrike Witt

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