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Zwenkauer sorgen sich um ihre Deiche

Zwenkauer sorgen sich um ihre Deiche

Seit Dienstagmorgen sinkt der Pegel der Weißen Elster bei Zwenkau. Von Entspannung kann aber noch keine Rede sein. Die Deiche halten die Einsatzkräfte weiter in Atem.

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Der Döhlener Deich hält die Zwenkauer in Atem: Wie Hartmut Kulas (links) und Dirk Mühlberg haben in der Nacht zum Dienstag über 300 Helfer Sandsäcke befüllt und gestapelt.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Und noch immer warten Evakuierte in der Stadthalle, dass sie wieder nach Hause können.

Mit schwerer Technik versuchten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadt gestern, den Deich an der Elsteraue in der Ortslage Döhlen zu sichern. Der drohte seit Montagabend auf knapp 400 Metern nachzugeben. In der Nacht hatten 300 Leute, darunter viele Freiwillige aus der Region und sogar aus Brandenburg, geholfen den Deich mit Sandsäcken zu stabilisieren. Andernfalls hätten auch die tiefergelegenen Ortsteile von Rüssen, Löbschütz und der Stadt Zwenkau Land unter melden müssen. Bürgermeister Holger Schulz (CDU) lobte gestern den "heroischen Einsatz aller Beteiligten", mahnte aber zur Vorsicht. Noch sei nicht die Zeit zum Aufatmen.

In der Stadthalle Zwenkau hatte die sechsköpfige Familie Gerber aus Großdalzig beim Mittagessen nur ein Thema: Wann können wir endlich zurück? Hinter ihnen lag eine unruhige Nacht auf Feldbetten. Immerhin wussten Gerbers, dass ihr Haus bislang trocken geblieben war. "Der Pegel liegt jetzt bei 4,80 Meter, 30 Zentimeter weniger als heute Morgen", erklärte Vater Sven, der im Internet den Wasserstand der Weißen Elster verfolgte. "Die Versorgung ist zwar in Ordnung, aber noch eine Woche wollen wir in diesem Hotel nicht buchen", bewies er Galgenhumor. Die neunjährige Kemi und ihr 13-jähriger Bruder Marian konnten der Situation etwas Positives abgewinnen: "Wir brauchen endlich mal nicht in die Schule."

Beim Krisenstab im Rathaus stand das Telefon nicht still. "Viele bieten Hilfe an, wollen Sandsäcke schleppen oder Brötchen schmieren", erzählte Karina Ritter. Michael Birkner vom Radfahrer-Verein Zwenkau meldete sich bei ihr als Deichläufer. "Am Sonntag habe ich im Bauhof geholfen, gestern eine befreundete Familie aus Döhlen aufgenommen, die evakuiert werden musste und jetzt bin ich hier. Man kann doch nicht tatenlos zusehen, wenn andere in Not sind", meinte er.

Im DRK-Führungs- und Lagezentrum in der Schulstraße hatte Olaf Kühling den Hut auf. "Wir sind seit Samstag mit 150 Helfern und 32 Fahrzeugen in Grimma, Pegau und Zwenkau im Einsatz", berichtete er. Am Montagnachmittag hatten die Rotkreuzler auch die Evakuierung von insgesamt 800 Bewohnern aus der Elsteraue begleitet, Feldbetten, Decken, Hygieneartikel und Lebensmittel für die Betroffenen organisiert, aber auch Betagte und Bettlägrige in Altenheimen und Krankenhäusern untergebracht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.06.2013

Ulrike Witt

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