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Zwenkauer wollen Direktverbindung behalten

Zwenkauer wollen Direktverbindung behalten

Gut zweieinhalb Monate vor der Einführung stößt das neue Regionalbusnetz in Zwenkau auf Ablehnung. Dass die Expresslinie 100 und die 107 ab 15. Dezember am Markkleeberger Bahnhof zusammenlaufen und nur noch im Stundentakt verkehren (die LVZ berichtete), sorgte bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend für Unmut.

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Der Zwenkauer Ratssaal war am Donnerstagabend so gut besucht wie selten.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. "Wir protestieren aufs Schärfste. Eine Reduzierung der 107 zwischen Connewitzer Kreuz und Zwenkauer Hafen um ein Drittel ist inakzeptabel", verlas der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Wolf-Dietrich Einicke, eine schriftliche Erklärung. Es sei nicht nachvollziehbar, jetzt, wo sich das Südufer zu einem attraktiven Wohngebiet mit einem exponierten touristischen Potenzial entwickele, den öffentlichen Personennahverkehr zu kürzen. Zwenkau-Nord weniger anzufahren, bedeute, den motorisierten Individualverkehr und damit Parkplatznot zu fördern. Einickes Kompromissvorschlag: "Die 100 fährt künftig immer auch den Hafen an."

Während er donnernden Applaus erntete, schlug dem Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV), Steffen Lehmann, dem Geschäftsführer der Personenverkehrsgesellschaft Muldental, Andreas Kultscher, dem Projektmanager des Zweckverbandes Nahverkehrsraum Leipzig, Bernd Irrgang, und Iris Bode vom Landratsamt Borna offenes Misstrauen entgegen. Da nutzte es auch nichts, dass Lehmann die neue Marke "Bus Plus" mit besserer Vertaktung, barrierefreiem schnellen Umsteigen und kürzeren Reisezeiten anpries wie Sauerbier. Die Zwenkauer wollen nur eines, ihre 100 und 107 behalten.

"Wir hatten früher eine gute Zuganbindung in den Norden und den Süden. Die haben wir durch den Tagebau eingebüßt. Jetzt wollen Sie uns auch noch die durchgängige Buslinie nehmen", meinte eine Frau. Eine andere rief: "In Markkleeberg umsteigen zu müssen, ist eine Zumutung. Sie wollen nur ihre S-Bahn füllen." Simone Sauder vom Gewerbeverein führte die zahlreichen Zwenkauer Kinder ins Feld, die Leipziger Schulen besuchen. Selbst die Option, die von der Thüsac betriebene Linie 412 Altenburg-Groitzsch-Zwenkau-Leipzig täglich drei bis sechs Mal fahren zu lassen, brachte keinen Stimmungswandel. Vielmehr schaltete sich Bürgermeister Holger Schulz (CDU) in die Diskussion ein.

"Sie können nicht etwas als Verbesserung verkaufen, was für uns einer Verschlechterung gleichkommt. Überall wird von der guten Entwicklung und dem Potenzial Zwenkaus geschwärmt, aber statt uns zu unterstützten, werden wir jetzt abgehangen. Wie sollen wir denn so Investoren und Häuslebauer gewinnen?", fragte der 49-Jährige. Zudem komme der Buslinie 107 bei der innerstädtischen Erschließung eine große Bedeutung zu. In Zwenkau und den Ortsteilen lebten wie überall auf dem Land viele Senioren, die regelmäßig innerhalb der Stadt zu Ärzten und zum Einkaufen unterwegs seien oder Veranstaltungen besuchen wollten. "Auf der einen Seite sagen Sie, im Zuge der Eröffnung des City-Tunnels und der Einführung des mitteldeutschen S-Bahnnetzes muss Parallelverkehr abgebaut werden, andererseits bieten Sie an, die 412 aufzustocken. Das ist doch unlogisch", kritisierte Schulz und traf den Nerv der anwesenden Zwenkauer wie selten.

Am Ende versprach Lehmann wenigstens, demnächst ein MDV-Infomobil mit den neuen Fahrplänen nach Zwenkau zu schicken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.09.2013

Ulrike Witt

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