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Markkleeberg Zwischen Boogie-Woogie und Impressionen aus Japan
Region Markkleeberg Zwischen Boogie-Woogie und Impressionen aus Japan
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00:21 15.07.2018
Beate Zetzsche (oben) zeigt den Besuchern das Kirchenschiff und erklärt bauhistorische Details. Quelle: Fotos: André Kempner
Grosspösna

Pfarrer Albrecht Häußler freute sich sehr über die Resonanz anlässlich der zwölften ökumenischen Nacht der offenen Dorfkirchen, die kürzlich zahlreiche Besucher in die Lutherkirche spülte. „Wir machen bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung traditionell mit, immer in einer anderen unserer vier Gemeinden“ so Häußler. Nach einer verregneten Nacht in Seifertshain, nach Kleinpösna und Fuchshain war die Reihe an Großpösna. Die bunten Angebotsvielfalt wurde gerne angenommen.

Beate Zetzsche aus dem Kirchenvorstand führte eine Gruppe von interessierten Gästen durch die Räumlichkeiten und erklärte viele bauhistorische Details. Die Lutherkirche ist in ihren Ostteilen romanisch, im Turm hat sie ein gotisches Netzgewölbe, die innere Ausstattung stammt aus dem 17. Jahrhundert. Von außergewöhnlichem Interesse war für viele die emblematische Kassettendecke in der Ritterguts- oder Patronatsloge. Der im letzten Jahr verstorbene Pfarrer Johannes Langer hat zu dieser Besonderheit eine Beschreibung verfasst. Die Decke wurde von Christoph Mühlbach gestiftet und nach seinen ganz persönlichen Vorstellungen gestaltet, ist darin zu lesen. Der 1613 geborene Oberpostmeister von Leipzig und Herausgeber der ersten deutschen Tageszeitung der „Leipziger Post- und Ordinarien-Zeitung“ hatte seine Ideen aus Musterbüchern für solche Decken ausgesucht, die nach dem Dreißigjährigen Krieg in Mode kamen. Die Embleme illustrieren immer die lateinischen Zitate. Die Anordnung der einzelnen Deckenfelder stehen in einem Zusammenhang, der allerdings ein Geheimnis der Gedanken von Christoph Mühlbach bleiben wird. Lediglich die zentrale Aussage ist ganz sicher: Soli Deo Gloria, „dem alleinigen Gott die Ehre“. Alle anderen Aussagen sollen diese unterstreichen und bekräftigen. „Die Rittergutsloge ist der Nachweis des Vermögens von Mühlbach, auch seines geistigen Reichtums“, erläutert Häußler.

Hans-Heinrich Zetzsche führte das Publikum auf den Turm und zur Glocke. Für einen musikalischen Höhepunkt sorgten Dietmar Koenitz am Cembalo und Iris Freiberg auf der Querflöte. Popkantor Maik Gosdzinski spielte sich unterhaltsam mit Boogie-Woogie und jazzigen Klängen in die Herzen seiner Zuhörer, die rundum begeistert waren.

Auch zum Vortrag Pfarrer Häußlers über eine vierzehntägige Japan-Reise im August letzten Jahres war das Interesse groß. „Ich habe 100 von 1300 Fotos ausgesucht und gezeigt“, verriet er. Die Bandbreite reichte von einem malerischen Sonnenaufgang, den er nach dem Übernachten in freier Natur aufs Bild bannte, über berühmte Tempelanlagen in Kyoto, traditionelle Teezeremonien, Kultur, Tanz und Filmsequenzen bis hin zum Häusermeer in Tokio.

Von Gislinde Redepenning

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