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Markkleeberg Zwischen Frühstück und Gänsebraten zur Blutspende
Region Markkleeberg Zwischen Frühstück und Gänsebraten zur Blutspende
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14:28 19.05.2015
Schwester Jana Lange-Wittig vom DRK-Blutspendedienst betreut Helga Ender. Die 67-Jährige spendete gestern zum 35. Mal ihren Lebenssaft. Quelle: Ulrike Witt

Ihr Ziel war das Seniorenheim in der Schulstraße 17, wo das DRK auf ihre Hilfe wartete.

"Wir haben auch über die Feiertage einen Versorgungsauftrag zu erfüllen. Unfälle, die sofortige Operationen erforderlich machen, und schwere Erkrankungen wie Krebs gibt es leider auch Weihnachten. Deshalb müssen wir immer Blutkonserven vorrätig haben", erklärte Schwester Jana Lange-Wittig vom DRK-Blutspendedienst, der gestern in vielen Städten und Gemeinden in Sachsen im Einsatz war. Verzichten mussten die Spender übrigens auf nichts, konnten wie jeder andere Gänsebraten, Stollen und auch Wein genießen.

"Für uns ist der Termin am Feiertag ideal. Über Silvester fahren wir wie jedes Jahr ins Vogtland, da wäre es ungünstig. Heute haben wir hingegen Zeit, die Ente ist zu Hause schon vorbereitet", erzählte die 59-jährige Brigitte Lindner, die mit Ehemann Andreas zur Blutspende kam. Für sie war es schon die 74. Enkel Lucas, sieben Jahre alt, betrachtete das ganze Prozedere mit Voruntersuchung und Blutentnahme lieber aus der Ferne. Erst beim anschließenden Imbiss wurde er wieder munter und naschte vom süßen Weihnachtsteller.

"Wir möchten Weihnachten etwas Gutes für andere tun", erklärte die 20-jährige Nora Schulz . Dass sowohl sie als auch Schwester Johanna, 24 Jahre, ihre gute Tat mit einer kleinen Kreislaufschwäche bezahlten, lächelten die beiden jungen Frauen tapfer weg. "Alles wieder in Ordnung?", erkundigte sich Arzt Sebastian Ebel als die Studentinnen später beim Imbiss saßen. "Alles okay", meinte die Ältere immer noch ein bisschen blass um die Nase. "Wir sind über Weihnachten bei unseren Eltern. Die warten schon mit dem Bisonbraten", verriet Nora, was beim Bürgermeister zu Mittag auf den Tisch kommt.

Helfen wollte auch die 18-jährige Friederike Schönherr. "Wenn es an den Feiertagen schon so ein Angebot zur Blutspende gibt, klar bin ich dann dabei", meinte die Zwenkauerin, die gerade ein Freiwilliges soziales Jahr absolviert. "Das Essen ist fertig, der Besuch kann kommen. Warum sollte ich so einen Termin nicht nutzen?", sagte auch Helga Ender. Für die 67-jährige Zwenkauerin war es die 35. Blutspende, die sie strahlend absolvierte.

"Wir rechnen heute mit 50 bis 60 Spendern", sagte Ute Saupe vom DRK-Ortsverein "Albert Schweitzer", die mit Dieter Kühling und anderen Kollegen die Spender kulinarisch versorgte und ihnen als Dankeschön noch eine Flasche Sekt für die heimische Festtafel mitgab. "Mein Mann bewirtet zu Hause die Familie. Natürlich hat er Verständnis für mein Ehrenamt. Er ist doch selbst beim DRK", so die 47-Jährige schmunzelnd. Mediziner Sebastian Ebel hatte am Donnerstag noch bei seiner Familie in Düsseldorf gefeiert. "Arbeiten an Weihnachten ist als Arzt normal", meinte er. Auch Schwester Jana sah den Einsatz pragmatisch: "Um 12 Uhr ist doch Schluss. Dann geht es schnell nach Hause."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.12.2014
Ulrike Witt

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