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14:14 19.05.2015
Einblicke in 50 Jahre Aktfotografie: Kerstin Langner und Andreas J. Mueller bei den Vorbereitungen der Sonderschau, die Freitag beginnt. Quelle: André Kempner

Abrechnung für den Voyeurismus, der bei dem Thema immer mal wieder vorkommt?

Aktfotos aus 50 Jahren haben Kerstin Langner und Andreas J. Mueller für die Schau zusammengetragen. Dabei sind so unterschiedliche wie Wolfgang G. Schröters für die Photokina 1964 entstandenen Körper-Fotogramme, bei denen sich das Model 1:1 auf das Fotomaterial legte. Sie gelten noch heute als Meilenstein der Experimentalfotografie. Dabei sind auch Doppelbelichtungen von Günter Rössler, dem Großmeister der DDR-Aktfotografie. Schröter und Rösler lebten beide lange Zeit in Markkleeberg, das damit geradezu prädestiniert scheint für das Thema Akt.

Aber auch im Nachbarstädtchen Leipzig floriert die Kunst. Olaf Martens ist mit mehreren Bildern vertreten. Seine Frauen auf einem abgeschirmten Balkon hoch über einer DDR-Straße mit Trabi sind mehr als nur nackt - sie sind auch ein Aufbegehren der Jugend gegen das System, ein Ruf nach Freiheit, nach selbstbestimmtem Leben. Aktuellere Werke des Wahl-Leipzigers hingegen sind fast surreal, in ihrer Bildsprache mitunter grotesk, aber immer höchst lebendig.

Klassische Akte wie Rubens zeigt etwa Anna Herrgott. Mueller, gestern noch mit Aufbauarbeiten beschäftigt, will das halbe Dutzend Bilder in einer Reihe nebeneinander hängen, beim Betrachter Überraschung erzeugen. Denn die Kunst ergibt sich hierbei aus der Serie - und den kleinen Unterschieden.

Ganz aktuell mit Handys gemacht sind hingegen die Fotos von Elke Busching und Hans-Jörg Franke. "Verblüffend in ihrer formalen Stimmigkeit", seien diese Werke, meint Mueller. Nicht durch den Sucher entstanden, sondern freihändig und intuitiv komponiert.

50 Jahre klassische und experimentelle Aktfotografie bieten auch einen Blick auf die Zeit. Da hat etwa Thomas Karsten seine Modelle sich in verschieden Zeitabschnitten selbst inszenieren lassen, als Kind, Mädchen und als Frau. Die Schau zeigt aber auch, wie sich das Frauenbild im Laufe der Jahrzehnte verwandelt hat, bis hin zur frechen Pose gleich am Eingang der Ausstellung.

Die Sonderausstellung mit Werken von 20 Fotografen ist von Freitag bis zum 26. April zu sehen. Das Deutsche Fotomuseum befindet sich in der Raschwitzer Straße 11 im Agra-Park in Markkleeberg, ist täglich außer Montag von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Jörg ter Vehn

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