Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt 1300 Schäfchen und acht Kirchen
Region Markranstädt 1300 Schäfchen und acht Kirchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 08.09.2010
Anzeige
Kitzen

So ganz hat der Pfarrer den Dreh noch nicht raus. Kein Wunder, schließlich ist Gebhardt erst vor wenigen Tagen angekommen.

In seinem neuen Wirkungskreis erwarten den 40-Jährigen acht Dörfer, acht Gemeinden und acht Kirchen. Ob er deren Schlösser knacken wird, muss sich zeigen. Die Herzen der Gemeindemitglieder jedenfalls haben sich ihm schon am vergangenen Sonntag geöffnet. „Der Empfang war sehr, sehr herzlich. Das ist sicher nicht selbstverständlich“, erinnert sich Gebhardt. Vor ihm steht eine große Herausforderung: Der Zusammenschluss der Kirchgemeinden ist neu. „Jedes Dorf soll seine Individualität bewahren. Gleichzeitig wird es darum gehen, zu sehen, was man gemeinsam machen kann.“

Der Gemeindezusammenschluss wird auch eine logistische Herausforderung, für die der Pfarrer ein Modell mit Präsenz- und Sprechzeiten entwickeln will. „Aber ich organisiere wirklich gern“, sagt Gebhardt. Feststeht, es soll in jedem Ort etwa alle zwei bis drei Wochen einen Gottesdienst geben. Drei Gottesdienste wird Gebhardt dann wohl jeden Sonntag halten. Unterstützung bekommt er von Kollegen im Ruhestand. Besonders am Herzen liegen dem Pfarrer die Seelsorge und Krankenbesuche. „In so einer großen Gemeinde wird es eine gewaltige Aufgabe menschennah und präsent zu sein.“

In seiner früheren Pfarrstelle in Offenburg betreute er rund 3000 Schäfchen, die aber nur in zwei Stadtteilen wohnten. „Da konnte ich mit dem Rad in sechs bis acht Minuten überall sein“, erzählt er. Nun erstreckt sich das Gemeindegebiet von Nord nach Süd über mehr als 20 Kilometer. Dafür gehören nur noch 1300 Mitglieder zu seiner Gemeinde. „Aber letztlich kommt es nicht auf die Zahl an, sondern auch auf ihre Aktivität“, sagt Gebhardt. „Und ich habe den Eindruck, dass hier wirklich alle sehr engagiert und sehr offen sind.“ Das sei ihm schon bei seinem Besuch im Juni aufgefallen. Da hatte er sich um die Stelle beworben und die Gemeinden und Dörfer besucht.

Leipzig und Umgebung kannte er schon aus Studienzeiten. Drei Jahre hat er in der Universitätsstadt gelebt, bevor er im Jahr 2000 seinen Abschluss machte und für sein Vikariat nach Freiburg ging. In Leipzig hat er auch seine Frau kennen gelernt, die hier Familie hat. Ein guter Grund, um wieder nach Sachsen zurückzukehren. „Ich mochte die Region immer sehr und wir haben hier auch noch viele Freunde“, so der zweifache Familienvater. Seine Frau Astrid, eine Apothekerin in Elternzeit, erwartet im November das dritte Kind. „Gerade mit kleinen Kindern ist es schön, ländlich zu wohnen“, sagt der gebürtige Karlsruher. „Die Ruhe wird ein guter Ausgleich zur Arbeit. Schließlich werde ich viel unterwegs sein.“ Privat entspannt sich Gebhardt am liebsten mit einem guten Kriminalroman oder beim Fußballspielen.

Seinen ersten Gottesdienst in der Gemeinde wird er am Sonntag in Kitzen halten. Nach der Messe um 9.30 Uhr haben dann auch alle Gemeindeglieder Gelegenheit ihren neuen Pfarrer persönlich beim Gemeindefest zu erleben. Und bis dahin hat Gebhardt sicher auch den Dreh mit dem Schlüssel raus.

Kerstin Leppich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Enttäuschung bei den Jugendlichen und der Leiterin des Jugendbegegnungszentrums Markranstädt (JBZ) Ramona Petermann ist groß. Um Antworten auf ihre Fragen zur Zukunft des Klubs zu bekommen, hatten sie die Stadtverwaltung am Montagabend zu einem Gespräch eingeladen.

07.09.2010

Die Kinder waren da, auch eine Erzieherin der Kindertagesstätte Hoßgraben, eine Lehrerin des Gymnasiums und Bürgermeisterin Carina Radon (CDU). Der Grund für ihr Kommen ist in der Stadt eine kleine Sensation: Nach mehr als 15 Jahren wurde wieder eine Kinderarztpraxis eröffnet.

06.09.2010

Davon können andere Gemeinden nur träumen: Fast verdreifacht hat sich die Zahl der Einwohner in Frankenheim-Lindennaundorf in den vergangenen Jahren. Grund genug um die neuen und alten Einwohner beim Heimatfest am Wochenende zusammen zu bringen.

05.09.2010
Anzeige