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AG Verkehrslärm macht mit Fragen Druck

AG Verkehrslärm macht mit Fragen Druck

Auch wenn eine Beratung der Ämter Ende September zum Thema Tempo 30 auf den Bundesstraßen in Markranstädt ein fast schon niederschmetterndes Ergebnis für sie erbrachte - die Arbeitsgemeinschaft Verkehrslärm macht weiter.

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Typische Szene auf der Zwenkauer Straße (B186). Es ist eng, es ist laut, der Verkehr stockt. Die AG Verkehrslärm will mit verschiedenen Maßnahmen erreichen, dass die Lärmbelastung für die Anwohner geringer wird.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Unlängst verschickte sie 18 unangenehme Fragen an das zuständige Ministerium.

"Es sind die Fragen, die gestellt werden müssen", erzählt AG-Sprecher Burkhard Schmidt. Dabei geht es unter anderem darum, welches Gutachten denn nun nötig sei für die Einschätzung von Tempo 30. Wie berichtet, hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) das von der Stadt vorgelegte Gutachten vom Tisch gefegt und erklärt, nur ein eigenes könne die amtlichen Ergebnisse bringen. "Unser Gutachter war darauf eine Wut", berichtet Schmidt. Der zähle zu den vier in ganz Deutschland bestellten Experten zu dem Thema, habe klar gemacht, dass mit einer simplen Umrechnung der Daten die angeblich so komplexe Berechnung vonstatten ginge. Das dauere nur wenige Minuten.

Die AG fragt auch, welche Grundlagen und Kartierungen vom Amt angezweifelt werden - wo doch alle Angaben vom Lasuv ausgegeben sind? Und: Ob das Lasuv andere Einschätzungen zum Lärmschutz bei Tempo 30 habe als etwa das Bundesumweltamt oder das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen? Oder: Warum in anderen Bundesländern bei weniger Verkehr Tempo 30 auf Bundesstraßen angeordnet, sogar mit "Schikanen"-Einbau umgesetzt wird?

Ein paar der Fragen seien sicher auch rhetorischer Art, gibt Schmidt zu. Im Kern gehe es aber immer darum, warum offensichtlich in Markranstädt das Lasuv taktiere. "Ist das ein politisches Ziel?", fragt er sich. Auch das Argument, dass Tempo 30 auf den Bundesstraßen die Wirtschaft behindere, könne nicht wirklich punkten. Die AG habe die Verzögerung mal durchgerechnet, komme auf 15 Sekunden: "Wenn die Lastwagen diese Sekunden länger brauchen, um durch Markranstädt zu kommen, hätte das bestimmt riesige Auswirkungen auf die Wirtschaft", sagt Schmidt zynisch.

Wie berichtet, sind durch die beiden kreuzenden Bundesstraßen mehr als 600 Bewohner der Stadt so stark vom Verkehrslärm betroffen, dass ihnen gesundheitliche Schäden drohen. Das ergeben Berechnungen zur Lärmkartierung auf der Grundlage von Daten des Lasuv. Laut EU-Richtlinie muss die Stadt derzeit eine Lärmaktionsplanung vorlegen mit dem Ziel, die Situation zu verbessern. Ihre Tempo-30-Forderung auf den Bundesstraßen ist dabei eine Kernforderung - wurde aber nach der Beratung mit den Ämtern weitgehend vom Tisch gewischt.

Ein weiteres Argument des Lasuv, Hausbesitzer hätten beim Ausbau der Zwenkauer Straße (B186) im Jahr 2000 schließlich Geld für Lärmschutzfenster beantragen können, lässt Schmidt ebenfalls nicht gelten: "Was hat der Lärm heute mit dem von damals zu tun?", fragt er etwas ketzerisch. "Geld ändert doch am Lärm nichts." Für ihn sei nicht nachvollziehbar, dass dieser Lärm hinnehmbar sei, wie das Lasuv meine. "Haben wir 2013 in Markranstädt eine gültige Kartierung, ein gültige Gutachten kompetenter Fachspezialisten und gilt bei uns Bundes- und EU-Recht oder nicht?", fragt er. Die Antworten aus Dresden stehen noch aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2013
Jörg ter Vehn

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Landkreis: Leipzig

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Ortsvorwahlen: 034205, 0341, 034444

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