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Abgesoffen: SSV Kulkwitz bangt weiter um Zukunft seines Platzes

Abgesoffen: SSV Kulkwitz bangt weiter um Zukunft seines Platzes

Kein Bagger bewegt sich, kein Arbeiter ist in Sicht, auf dem Platz des SSV Kulkwitz steht sogar wieder Wasser. Aber die im September begonnene und kurz darauf unterbrochene Sportplatz-Sanierung ruht nach Diktion des Rathauses Markranstädt trotzdem nicht.

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Land unter: Extrem hoch steht das Wasser beim SSV Kulkwitz.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. "Im Gegenteil", meint Sprecherin Anja Landmann.

Wie berichtet, hatte die Stadt ein hydrologisches Gutachten beauftragt, nachdem auf dem abgesoffenen Platz das Grundwasser extrem hoch stand (die LVZ berichtete). "Dies war vorab für Planer und Stadtverwaltung nicht erkennbar", meint Landmann. Derzeit werde gerade geprüft, ob der Platz dauerhaft saniert werden könne. "Dabei würde es sich um eine Aufschüttung von 60 bis 80 Zentimetern drainagefähige Schicht handeln, damit das Wasser abgeführt werden kann", so die Stadt. "Ist eine nachhaltige Sanierung nicht möglich, muss über eine Umsetzung und damit eine einhergehende Neuschaffung des Sportplatzes an anderer Stelle diskutiert werden", erläutert Landmann. Auf Nachfrage sagt sie, natürlich favorisiere die Stadt, den Sportplatz am Standort nachhaltig zu sanieren und zu erhalten.

Gegenüber dem Vereinsvorsitzenden des SSV Kulkwitz, Jens Doberschütz, hatte sich die Stadt deutlicher geäußert. Bauamtschefin Uta Richter habe vorige Woche erklärt, den Platz um 60 Zentimeter anheben zu wollen. Das Geld dafür sei schon beantragt. Sobald es eingetroffen sei, könne die Sanierung weitergehen, erinnert sich Doberschütz an das Gespräch.

Tatsächlich bestätigt Kreissprecherin Brigitte Laux, dass Markranstädt über die im Frühjahr 2014 bewilligte Summe von knapp 300 000 Euro nochmal einen "Mehrbedarf" für die Maßnahme in Höhe von 95 000 Euro angemeldet habe. Ob der Antrag weitergereicht werde, entscheide eine Maßnahmekonferenz Ende Januar. Wann und ob Geld von der Sächsischen Aufbaubank dafür in diesem Jahr bereit steht, ist derzeit unklar.

Damit ist nicht in Sicht, wie lange das Martyrium des Vereins noch weiter geht. "Der Verein braucht jetzt endlich Klarheit", schimpft Doberschütz. Seit anderthalb Jahren trainierten die Mannschaften an verschiedensten Stellen der Stadt. Es gebe kein Vereinsleben mehr, selbst das Einberufen einer Mitgliederversammlung sei ohne Vereinsheim schwer. Es würden sogar schon die ersten Sportler von den Vereinen abgeworben, wo sie gerade trainieren, warnt er vor einem Auseinanderbrechen des SSV Kulkwitz.

Bürgermeister Jens Spiske kündigte unterdessen an, auf einer eigenen Ortschaftsratssitzung detailliert zu informieren und mit den Bürgern über weitere Strategien zu beraten. Einen Termin dafür nannte er nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.01.2015
Jörg ter Vehn

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