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Markranstädt Ärger um Behinderten-Zugang: 30 Zentimeter werden zu riesigem Problem
Region Markranstädt Ärger um Behinderten-Zugang: 30 Zentimeter werden zu riesigem Problem
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17:20 19.05.2015
Zwei Stufen, aber ein riesiges Problem: Die Stadt lehnte jetzt auch den jüngsten Vorschlag für einen barrierefreien Zugang zur Volksbank ab. Quelle: Jörg ter Vehn

Vergebens. Sogar ein Gerichtstreit ist schon anhängig. Jetzt hat der Stadtrat auch noch eine Rampen-Variante über die Albertstraße abgelehnt.

Lutz Gatter von der AG Barrierefreies Markranstädt fasste gleich zu Beginn der jüngsten Stadtratssitzung das Thema zusammen: "Die Sache ist von Anfang an schief gegangen." Darin sind sich ausnahmsweise auch alle einig: Behinderte, Volksbank und Stadträte. Alle beteuern, einen behindertengerechten Zugang ermöglichen zu wollen. Nur nicht so.

Dabei war bei der Sanierung von Anfang geplant, den Zugang ohne Barrieren ermöglichen zu wollen. Laut Volksbank-Vorstand Thomas Auerswald ist das auch Teil des Mietvertrages. Anfangs war von der Stadt vorgeschlagen worden, den Haupteingang in die historische Tordurchfahrt zu verlegen. Dafür hätte die Bank den gesamten Innenbereich umplanen, auf den attraktiven Eingangsbereich im Blickfeld der Kunden an der Bundesstraße verzichten müssen. Kein Thema für die Bank.

Dann schlug die Stadt vor, den Fußweg in der Leipziger Straße anzuheben, um das Niveau auszugleichen. Laut Rathaus scheiterte die Idee daran, dass seitens der Bank SB-Automaten im Eingangsbereich geplant wurden, dafür Umbauten anfielen, mit denen auch der Fußboden im Erdgeschoss angehoben wurde. Der Höhenunterschied sei nicht mehr auszugleichen gewesen, so das Bauamt.

Der Vorschlag der Bank einer Außenrampe in der Leipziger Straße entspreche hingegen nicht den Richtlinien für ein solches Bauwerk, es bleibe auch zu wenig Platz auf der Leipziger Straße für den künftigen Fuß- und Radweg. Der Denkmalschutz lehne diese Rampe zudem ab, hieß es im Bauamt.

Die jüngste Variante, über Eck aus der Albertstraße kommend einen Zugang ins Haus zu führen, wurde im Stadtrat jetzt ebenso abgelehnt. Dies hätte nach Darstellung des Rathauses zu Umplanungen an der Kreuzung Leipziger-/Albertstraße geführt, Stellplätze hätten verlegt, die Gehwege verändert, der ganze Einmündungsbereich angepasst werden müssen. Kosten: mindestens 30 000 Euro. Zwar betonten die Stadtvertreter, nicht gegen einen barrierefreien Zugang zu sein, aber die einen wollten dies nicht im öffentlichen Raum erlauben (Gerhard Schmit, CDU), die anderen sahen den Vermieter in der Pflicht (Heike Kunzemann, Linke), andere wunderten sich, dass die Bank sich nicht beteiligen wolle (Michael Unverricht, CDU).

Dabei sei das nie die Frage gewesen, wie Volksbank-Vorstand Thomas Auerswald gestern betonte. Er habe nicht mal von dem Beschluss gewusst, sei in jüngster Zeit nicht einbezogen worden in eine Entscheidungsfindung. Die Volksbank wolle diesen Zugang, werde sich an den Kosten beteiligen - wolle aber auch, dass die Stadt mitzieht.

Er sehe es zwar auch so, dass der Hauseigentümer schon beim Umbau vor ein paar Jahren das Thema hätte lösen müssen, aber dafür könnten die Behinderten jetzt nichts, so Auerswald. Die Stadt bekenne sich immer dazu, barrierefrei werden zu wollen, tue dafür aber im konkreten Fall nichts, ja spreche sich nicht mal mit den Betroffenen ab, sagte er. Auerswald schlug vor, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, um noch vor dem Umbau der Leipziger Straße das Problem zu lösen. Das scheint möglich - schließlich geht es nur um zwei Stufen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Jörg ter Vehn

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