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Markranstädt Alte Diva wird angehübscht
Region Markranstädt Alte Diva wird angehübscht
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17:05 19.05.2015

Der lange Winter habe die Reparatur der Schäden verhindert - und um die 87-jährige Diva fein zu machen, sei etwas mehr Aufwand nötig, schmunzelt Badchef Ronny Bettzüge.

Rettungsschwimmerin Sandra Böhm rückte gestern der alten Dame Stadtbad mit reichlich Farbe auf den Pelz. Der um das große Schwimmerbecken verlaufende Sandfang erhielt als letztes Teil des Bades seinen blauen Anstrich mit einer speziellen Chlorkautschuk-Farbe. Böhm pflanzte zudem eine 87 als Jahreszahl des Bades in ein Blumenbeet am Eingang.

"Wir müssen jedes Jahr das Becken streichen", erklärt Bettzüge. Das glätte Wände und Boden, dichte zugleich Mini-Risse im Beton. Der bröckele nach 87 Jahren inzwischen an vielen Stellen. "Dadurch muss jedes Jahr etwas für die Instandhaltung getan werden", seufzt er. Es bedeute eben etwas mehr Aufwand, eine alte Diva fein zu machen. "Und sie lässt sich auch nicht alles gefallen", feixte er.

Zu viert seien sie seit Anfang Mai dabei, das Bad herzurichten. Rund eine Woche dauere es, das 50 mal 25 und im Durchschnitt 1,80 Meter tiefe Becken zu spachteln und zu malern. Beim Sprungbecken hätten sie es schon aufgegeben. "Da drückt Grundwasser rein seit dem Neubau auf dem benachbarten Sportplatz, in dem sich auch die Umkleiden für uns befinden", weiß der Schwimmmeister. Die aus dem Amt gewählte Bürgermeisterin Carina Radon hatte im vorigen Herbst noch eine Umfrage zur Zukunft des Bades angeschoben, deren Ergebnisse jedoch im Wahlkampf-Getöse untergingen.

Allein die blaue Farbe benötige eine Außentemperatur von 13 Grad, "sonst bindet sie nicht", erzählt Bettzüge. Da er Karfreitag noch Schnee geschoben habe, habe die Zeit nicht gereicht für die Reparatur in diesem Jahr. So konnte auch erst gestern Nachmittag damit begonnen werden, das Bad mit Wasser aus dem eigenen Brunnen zu fluten. "Das dauert auch noch etwa fünf Tage", so Bettzüge. Anschließend müsse die Wasserqualität noch mit den entsprechenden Zusätzen an die Normen angeglichen werden.

In den Vorjahren hätten im Schnitt 12000 Besucher das Bad besucht. Selbst Schüler aus Schkeuditz kämen, weil es dort keine Möglichkeit mehr zum Schwimmunterricht gebe. Eine Konkurrenz zum Kulkwitzer See sieht Bettzüge nicht. "Wenn es da voll ist, tummeln sich auch bei uns die Leute und andersherum genauso", hat er bemerkt. Inzwischen kämen auch Gäste zurück vom See ins Stadtbad, weil sie sich Gedanken über menschliche Bedürfnisse und die sanitären Verhältnisse am "Kulki" machen würden.

Ab dem 29. Mai werde das Bad öffnen, verspricht der Schwimmmeister, der sich in dieser Saison mit einem Kollegen und zwei Rettungsschwimmern die Aufsicht teilt. Geöffnet sei täglich von 9 bis 20 Uhr, an den Wochenenden von 10 bis 20 Uhr. Erwachsene zahlten drei Euro Eintritt für den ganzen Tag, ermäßigte Karten gebe es für 1,50 Euro, Kinder zahlten einen Euro. Ab 17 Uhr gebe es eine Spätschwimmerkarte für 1,50 Euro, Kinder und Ermäßigungsberechtigte zahlten dann noch 50 Cent.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2013

Jörg ter Vehn

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