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Alterschwache Pappeln an der Stromleitung müssen weichen

Versorgungssicherheit Alterschwache Pappeln an der Stromleitung müssen weichen

Im Pappelwald am Kulkwitzer See wird geholzt. Dutzende Bäume, die unter den Stromleitungen oder nah dran stehen, müssen weg. Der von der Stadt angekündigte Waldumbau soll jedoch erst später stattfinden.

Sicherheit für die Stromleitungen: Im Pappelwald am Kulkwitzer See müssen etliche Bäume weichen, die Marcel Hänsgen hier fachgerecht zersägt.

Quelle: Kempner

Markranstädt. Im Pappelwald am Kulkwitzer See wird geholzt. Dutzende Bäume, die unter den Stromleitungen oder nah dran stehen, müssen weg. Der von der Stadt angekündigte Waldumbau soll jedoch erst später stattfinden.

Manchen Besucher mochte das Geräusch der Sägen in dieser Woche irritieren. Dabei führten die Mitarbeiter einer Forstfirma nur aus, was der Energieversorger Mitnetz Strom und auch die Stadt im Vorfeld angekündigt hatten: Entlang der Hochspannungsleitungen müssten die Bäume entfernt werden. Das gelte auch für einen Schutzstreifen jeweils 20 Meter links und rechts der Trasse, erläutert Revierförster Oliver Hering. Er gehe von insgesamt rund 150 bis 200 Festmetern Holz aus, die diese Woche dabei eingeschlagen würden. Angesichts des Alters der Bestände seien das in etwa genausoviele Bäume.

Als Grund für die Fällungen nannten Stadt und Energiebetrieb die Versorgungssicherheit. Erst im Oktober sei wieder eine Pappel in eine Hochspannungsleitung gefallen.

Dass die Stadt im vorigen Jahr mit dem Erwerb des 88 Hektar großen Pappelwaldes auf der Kippe des früheren Tagebaus Kulkwitz auch Probleme übernahm, war ihr klar. Die Fläche sei etwa zur Hälfte mit Hybridpappeln bestockt, die ihr natürliches Alter überschritten hätten, so Heike Helbig vom Rathaus. Rund 40 Hektar Fläche müssten somit umgebaut werden, je Hektar koste das etwa 8000 Euro. Diese Summe könne jedoch zu 75 Prozent gefördert werden.

Bedingung für alles ist jedoch, dass die Forstwirtschaft auch in den Wald gelangt. „Wir benötigen erst einen sicheren Forstweg“, erklärt Revierförster Hering. Der gut einen Kilometer lange Weg sei in der Planung für 2018, Fördermittel seien avisiert. Der Weg diene der Erschießung auch für Rettungsfahrzeuge, so Helbig. Bei den Fällungen jetzt werde bereits ein Teil des künftigen Forstweges freigemacht.

Quelle: Hier endet der ausgebaute Rundweg am Kulkwitzer See. Über die Fortführung konnten sich Ausschussmitglieder wegen der Steigungen aber jetzt nicht einigen.

Ein weiterer Weg soll als Radweg den bisherigen Rundweg am Westufer fortsetzen und bis zum Parkplatz nach Göhrenz führen. Am Montagabend konnten sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses jedoch über einige Details der künftig 2,50 Meter breiten und rund 1300 Meter langen Trasse nicht einigen.

So forderte etwa Ronald Gängel (Linke), dass der sandgeschlämmte Weg nicht mehr als sechs Prozent Steigung haben dürfe. Auch die an den Steigungen wegen drohender Ausspülungen vorgesehene Asphaltdecke müsse nicht sein. Eddy Donat (Freie Wähler) sah die Gefahr, dass der Seerundweg gerade an den Steigungen/Gefällen zur Rennstrecke ausgebaut werden könnte.

Bauamtsleiter Sven Plesse erinnerte daran, dass der Weg mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur auf der vorhandenen Trasse gebaut werden sollte. Wenn Böschungen aufgeschüttet oder Serpentinen gebaut werden müssten, werde sich dies ändern, und der Weg auch deutlich teurer. Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) erklärte, Lutz Gatter vom Aktionskreis barrierefreies Markranstädt habe eingesehen, dass es „wirtschaftlicher Unsinn“ sei, zwingend nur sechs Prozent Steigung herbeiführen zu wollen. Aktuell sind bis zu zehn Prozent vorgesehen.

Der Wegebau soll rund 270 000 Euro kosten, wird über ein Bundesprojekt und den Grünen Ring Leipzig zu 70 Prozent gefördert. Der Bau ist im zweiten und dritten Quartal 2018 geplant, der Baubeschluss wurde jedoch vertagt.

Von Jörg ter Vehn

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