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Altes Kaufhaus Markranstädt: Abrissprojekt wird deutlich teurer

Altes Kaufhaus Markranstädt: Abrissprojekt wird deutlich teurer

Der Abriss der Bauruinen am alten Kaufhaus Leipziger Straße 20-24, politischer Zankapfel des Bürgermeisterwahlkampfes, wird deutlich teuer als bislang bekannt.

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Gesamtprojekt wird teurer: Das innerstädtische Ruinen-Areal an der Leipziger Straße in Markranstädt ist inzwischen bis auf ein Haus freigeräumt.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Schon kommen Fragen bei einigen Stadträten auf. Denn von der Maßnahme profitiert vor allem eine Handwerkerfamilie aus dem gleichen politischen Lager wie Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt).

Den Stein ins Rollen brachte Stadträtin Judith Heine (CDU). Sie fragte bei der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter detailliert nach den Kosten für den Abriss der maroden Häuser und wie die Handwerkerfamilie daran beteiligt wird. Wie berichtet, hatte der Stadtrat im Oktober 180 000 Euro für den Abriss freigegeben. Das Areal gehört etwa zur Hälfte der Handwerkerfamilie Geppert und zur anderen der Stadt, sollte über Fördermittel des Stadtentwicklungsprogramms durch Abbruch wieder nutzbar gemacht und dann getrennt weiterentwickelt werden.

Auf knapp 400 000 Euro summieren sich inzwischen die Kosten für das Projekt Leipziger Straße 20-24. Das geht aus einem Antwortschreiben Spiskes an Heine hervor. Die Kosten umfassen allein mehr als 50 000 Euro für die Planung und über 13 000 Euro für Bauvorbereitungs- und Baumfällarbeiten. Selbst einen Zaun zwischen den Grundstücken für 14 000 Euro will die Stadt zahlen und zudem den Vorplatz vor dem Privatgrundstück als öffentliche Fläche für 25 000 Euro pflastern. Neben den bekannten Abbruchkosten von 180 000 Euro tauchen zudem weitere 90 000 Euro dafür auf, um das bislang stehengebliebene marode Gründerzeithaus direkt an der Leipziger Straße dem Erdboden gleich machen zu können. Dafür will die Stadt im Februar beantragen, dass das Förderbudget für das Stadtentwicklungsprogramm erhöht wird. Sollte dies nicht bewilligt werden, werde der Abriss ausgesetzt, so Spiske in seinem Antwortbrief an Heine. Das Haus könne derzeit nicht abgerissen werden, da es hierzu zustimmungspflichtiger Sicherheitsmaßnahmen am Nachbarhaus bedarf, teilte die Stadt gestern ergänzend mit.

Heine ist überrascht: "Als Stadträtin war ich bislang nur über die 180 000 Euro informiert, nicht über diese immense Kostensteigerung." Schon wegen der Offenheit gegenüber den Stadträten hätte die Stadt darüber informieren sollen. "Wenn die ganzen Kosten anteilig umgelegt würden, hätte ich damit ja kein Problem", sagt sie. Außerdem habe sie keine Antwort von Spiske auf ihre Frage zur Förderung des Vorhabens durch Freistaat und Bund bekommen.

Der LVZ antwortete die Stadt, der Abriss liege im Kostenplan. Es handele sich um eine zu 100 Prozent geförderte Maßnahme im Rahmen des SOP-Programmes, in der die Familie Geppert - wie auch andere Privatprojekte - gefördert wird.

Die Komplettübernahme der Kosten verwundert. Denn solche städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen werden laut zuständiger Sächsischer Aufbaubank nur zu zwei Dritteln gefördert. "Neben den Bundes- und Landesmitteln ist die Erbringung eines Eigenanteils zu 33 1/3 Prozent durch die Gemeinde erforderlich", so die SAB.

Fragen bleiben. CDU-Chef Michael Unverricht will nun erstmal mit der Fraktion beraten. "Wir werden aber auf jeden Fall im nächsten Technischen Ausschuss Fragen an die Stadt stellen und klare Erläuterungen verlangen", kündigte er gestern an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.01.2015
Jörg ter Vehn

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